Das Fussballmagazin Zwölf hat sich an eine fast unlösbare Aufgabe gemacht und eine Liste der schlechtesten Transfers des FC St.Gallen erstellt.

Top-Flops

Als die erste Meldung in der SENF-Redaktion eintraf, dass im neuesten ZWÖLF (Nummer 57) die grössten Fehleinkäufe der grün-weissen Geschichte verewigt würden, lief der hausinterne Nachrichtenticker heiss. Jeder hatte einen eigenen Lieblings-Fehleinkauf, die meisten gleich mehrere. Denn schliesslich bleiben die ganz schlechten Spieler oft irgendwie stärker in Erinnerung als die soliden, aber durchschnittlichen.

Ähnlich ging es den Kollegen des ZWÖLF: «Es gibt sie bei jedem Verein und sie gehören irgendwie zu den Lieblingen der ZWÖLF-Redaktion: Jene Spieler, die als grosse Verheissungen vorgestellt werden und nach kurzer Zeit schon wieder durch die Hintertüre verschwinden, ohne den geringsten Eindruck hinterlassen zu haben», erklärt Chefredaktor Mämä Sykora das Interesse für die Auflistung in der aktuellsten Ausgabe. «Nirgends kommt das häufiger vor als beim FC St.Gallen. In den letzten zehn Jahren wurden mit beängstigender Regelmässigkeit Spieler verpflichtet mit angeblich fantastischen Eigenschaften, wenige Monate später blieb oft nur noch die Vertragsauflösung. Die schiere Fülle an Transferflops machte die Auswahl für unsere Rubrik ‘Startaufstellung’ für einmal besonders schwer.»

Geschafft haben sie es aber trotzdem. In der Endauswahl sind folgende Spieler zu finden:

Sandro Calabro & Tim Bakens
Die beiden Holländer sollten 2010 mit ihrer Grösse alles und alle überragen. Überragend waren dann aber doch bloss die schlechten Leistungen.

Atila
2011 nach St.Gallen gekommen, eineinhalb Jahre später ohne einen einzigen Einsatz wieder gegangen.

Igor Tadic
Der Stürmer erzielte bis zu seiner Verpflichtung im Jahr 2012 etliche Tore in der Challenge League. Nach dem Wechsel in die Ostschweiz passierte, was so oft passiert: nichts.

Juho Mäkelä
«Juho, juhee» und «Chasch nöd mäkelä». Zu mehr als Wortspielen reichte es dem Finnen in St.Gallen nicht.

Daniel Dziwniel
Der Pole hatte kaum Einsatzzeit, sollte sich dann in der U21 wieder nach oben arbeiten, riss sich aber gleich beim ersten Auftritt für die zweite Mannschaft das Kreuzband. Das wars für ihn in St.Gallen.

Serdal Kül, Bernt Haas & Fernando
Kül und Haas durften im ersten Saisonspiel 2007 ran, nachher nie mehr. Also musste Fernando in die Bresche springen. Besser war das auch nicht.

Jesús Méndez
Der Rekordtransfer, die Versprechung für bessere Zeiten oder noch mehr. Für Mendez waren nur Superlative gut genug. Blöd nur: Man holte ihn als 10er, er sah sich als 6er.

Klemen Lavric
Sein Ruf eilte Lavric voraus. Seine Leistungen kamen gar nie erst an.

Alhassane Keita
Er versprach 25 Tore in einer Saison und lieferte kaum etwas.

Der Vergleich mit der SENF-internen diskussion zeigt: Schlecht ist die Auswahl nicht. Aber viele weitere Namen hätten auch einen Platz verdient. Zum Beispiel Jefferson, der im ersten Spiel ein herrliches Tor erzielte, danach aber nichts mehr auf die Reihe kriegte. Oder Leo Lerinc, der gar nie in Fahrt kam. Oder Stefanovic. Oder Pavlovic. Oder Agouda. Oder, oder, oder. Die Liste scheint ziemlich lang. Kein Wunder waren auf der Longlist vom Zwölf, die SENF exklusiv einsehen durfte, noch viele weitere Namen aufgeführt, die in St.Gallen kaum in guter Erinnerung bleiben. Oder weiss noch jemand, wer Bruno Lazaroni war?

Dass die Transferpolitik nicht erst seit Kurzem Anlass zur Sorge gibt, zeigt diese Liste, die ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, eindrücklich auf. Viel eher ist sie seit Jahren Teil des Problems. Oder, wie es Sykora ausdrückt: «Dass die Häufigkeit der Fehlgriffe auch einen grossen Anteil an der dauerhaft angespannten Lage bei den Espen hat, versteht sich von selbst.»

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