Der FCSG verlor gegen Basel gleich mit 0:7. Logisch, dass die Fans erbost waren. Trotzdem war die Situation nicht kurz davor, in Ausschreitungen zu kippen, wie das St.Galler Tagblatt heute suggeriert.

facepalm

«Die Stimmung nach Spielende war aufgeheizt. Rund 100 St.Galler Anhänger blockierten die Stadionausfahrt.» Schon beim Lesen des Anrisses auf der Front des heutigen Tagblatts werden Befürchtungen wach, welcher Sensationslust ein Journalist da erlegen sein könnte. Im Text mit dem Titel «Sturm der Entrüstung» die traurige Gewissheit. Unter dem Zwischentitel «Anhänger kaum zu beruhigen» schreibt Tagblatt-Journalist Christian Brägger: «Eine verärgerte Hundertschaft blockierte die unterirdische Zufahrt zur AFG Arena und hinderte die Spieler daran, von der Stätte des Unheils wegzukommen.» Und: «Die Polizei war ebenfalls zur Stelle, und auch Präsident Dölf Früh half mit, eine Eskalation zu verhindern. Nach langem Zureden war es schliesslich geschafft.»

Was war wirklich passiert? In der Tat standen einige Fans in besagter Ausfahrt. Entgegen dem Tagblatt-Artikel war die Stimmung aber ausserordentlich ruhig, fast schon entspannt. Auch wurde zu keiner Zeit jemandem die Ausfahrt verweigert. Nicht eingesetzte Spieler des FCSG – zum Beispiel Bunjaku – wie auch des FC Basel – zum Beispiel Lang – konnten ungehindert passieren. Auch einem Einsatzwagen der Polizei wurde nicht im Geringsten die Zufahrt versperrt. Es musste denn auch zu keiner Zeit irgendwer eingreifen. Weder die Polizei noch Dölf Früh mussten die Situation beruhigen. Die Fans warteten geduldig darauf, dass sich einige Spieler ihren Unmut direkt anhörten und verabschiedeten diese nach wenigen Minuten mit «Kämpfe, Sangallä, Kämpfe».

Es bleiben eigentlich nur zwei mögliche Schlüsse: Entweder hat sich der Tagblatt-Journalist gar nie in die Tiefgarage begeben und erzählt ungeprüft nach, was er gehört hat. Oder aber ein besonnenes Auftreten der zurecht erbosten Fans passte ganz einfach nicht in die Dramaturgie des Artikels. Wir enthalten uns einer Meinung, was wir schlimmer fänden.

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