Als FC St.Gallen-Fan hat man oft nicht viel zu lachen: Alle 96 Jahre gibt es einen Meistertitel zu feiern, von den alljährlichen Strapazen im Cup wollen wir gar nicht erst sprechen und  in der Meisterschaft schafft man es – wie dieses Wochenende gegen Luzern – mit bestechender Regelmässigkeit sich selbst ein Bein zu stellen und den sicher geglaubten Sieg noch aus den Händen zu geben. Solche (gefühlten) Niederlagen bedürfen einer effektiven Bewältigungsstrategie. SENF hat sich umgehört und die gängigsten Methoden gesammelt.

Niederlagenbewaeltigung
Der Realitätsverweigerer: Die Frage nach dem Ausgang der Partie der favorisierten Mannschaft wird lediglich mit der Bemerkung quittiert, dass man da war und sich nicht weiter an das Spiel erinnern könne. Ob es sich dabei um einen bewussten Vorgang handelt oder lediglich um eine Folge der Strategiekombination mit dem weiter unten beschrieben Typus des Trinkers lässt sich nicht zweifellos sagen. Der Versuch ihm etwas zum Spiel oder gar das Endresultat zu entlocken, ist jedenfalls in etwa so erfolgsversprechend wie der Versuch, während der OLMA nüchtern zu bleiben.

Der (hoffnungslose) Optimist: Egal wie hoch oder bitter die Niederlage ausgefallen ist, der Optimist ist nicht kleinzukriegen:  Er spricht bereits kurz nach einer schmachvollen Niederlage von der kommenden Partie und dies mit solch einer Inbrunst, dass so manch ein Politiker vor Neid erblassen würde. Leider hat dieser Typus die eigentümliche Angewohnheit seine Hoffnungen aus so erfolgsversprechenden Indizien wie Keitas neuer Frisur zu schöpfen.

Der Trinker: Für die einen ist Alkohol eben doch eine Lösung. Auch wenn es für die eigene Gesundheit die wohl problematischste aller Methoden ist – für das Vergessen einer schmachvollen Niederlage scheint es eine durchaus probate Strategie zu sein. Den Trinker erkennt man nebst der regelmässigen Beteuerung, nie wieder zu trinken, auch an seiner extremen Lichtempfindlichkeit und der stets griffbereiten Wasserflasche.

Der Nostalgiker: Gehört mitunter zur verbreitetsten Bewältigungsstrategie unter Fussballfans (und dies nicht nur in St.Gallen, wie dieser Artikel über ebenfalls leidgeprüfte Eintracht-Fans belegt). Verübeln kann man diese Methode wohl niemandem, denn bekannterweise lassen sich offene Wunden am Besten durch schöne Erinnerungen an bessere Zeiten heilen. Diesen Typus erkennt man daran, dass er wahlweise mit dem Espenmoos-Buch oder der Erstausgabe des SENF (übrigens hier noch erhältlich) in den Händen anzutreffen ist und einem unablässig von den magischen Momenten von anno dazumal erzählt.

Der Experte oder eben der FCSG-Fan: Durch die jahrelange Sozialisation und eine geschickte Kombination der geschilderten Strategien beinahe nicht mehr aus der Fassung zu bringen.  Mit stoischer Ruhe und dem Kommentar, dass es bis zum nächsten Meistertitel nur noch knappe 82 Jahre dauern könne, werden sämtliche Niederlagen weggesteckt – denn schliesslich ist nach dem Spiel immer noch vor dem Spiel.

Ein Gedanke zu „STRATEGIEN ZUR
BEWÄLTIGUNG VON NIEDERLAGEN

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