Share on FacebookTweet about this on Twitter

Alles kann man wechseln – den Partner, den Beruf, die Automarke –, nur nicht den Fussballclub, hat der spanische Autor Javier Marias einmal gesagt. So ernst nehmen viele Fans die Verbundenheit mit ihrem Fussballclub. Fussball ist aber nun mal ein Spiel, das nur funktioniert, wenn auch ein Gegner auf dem Platz steht. Kurzum: «Mir» sind zwar immer und unzweifelhaft die Besten, ohne «di Andere» geht es aber halt auch nicht.

Die siebte Ausgabe des SENF widmet sich genau diesem Spannungsfeld. Wir beschäftigen uns deshalb unter anderem mit unserem «Lieblingsfeind» GC, mit dem wir eine lange Geschichte aber wenig Gemeinsamkeiten teilen. Zudem lassen wir Michael Lang zu Wort kommen, der bei ebendiesem GC gespielt hat, nachdem er den FCSG verlassen hatte und bevor er zum FC Basel wechselte.

In unserem grossen Interview lassen wir den zurückgekehrten Tranquillo Barnetta ausführlich erzählen, wie er die «Anderen» im Ausland wahrgenommen hat. Und Quillo verrät uns auch seine Pläne für die Zeit nach dem Karriereende.

Schliesslich liefern wir auch abseits des Titelthemas spannende Einblicke: Mit Roman Buess analysieren wir die vergangene Hinrunde, unser Vereinsmaskottchen Gallus erzählt von seinem Alltag als Berufsenthusiast und die Thurgauer Journalistin Mona Vetsch erklärt uns, weshalb sie gelegentlich auch mal ihre Kinder foult.

Der Release der siebten Ausgabe findet am Donnerstag, 2. Februar im Fanlokal statt. Zu Gast sein werden Christian Brägger (St.Galler Tagblatt), Jaan Schaller (Toxic.fm), Josef Zindel (früherer Kommunikationsverantwortlicher FC Basel) und Remo Zollinger (SENF). Sie diskutieren über einen weiteren «Anderen» im Fussballzirkus: die Medien. Kann man überhaupt objektiv über einen Fussballclub berichten? Darf man selber Fan sein, wenn man einen Verein medial begleitet? Und sowieso die Fans: Wie berichtet man über sie? Gesprächsstoff dürfte vorhanden sein. Natürlich kann am Release-Abend auch die neueste Ausgabe des SENF erstanden werden. Wer sich das Magazin lieber nach Hause liefern lässt, wird hier fündig. Und wem noch frühere Ausgaben fehlen, der kann seine Sammlung hier vervollständigen.


Share on FacebookTweet about this on Twitter

Mit dem Sieg auswärts bei Neuchâtel Xamax hatte sich der FC St.Gallen etwas Luft verschafft im Abstiegkampf der Saison 2005/06. Mock zeigte schon wieder verhaltenen Optimismus: Drei Spiele, sieben Punkte und Basel ärgern wollte er sich vornehmen.

Hutter bummelte durch die Gassen. Er suchte verzweifelt nach kleinen Aufmunterungen, nach winzigen Signalen, nach kleinen Zeichen des Aufschwungs. Seit Wochen sprach die Schweiz nur von den Rotjacken und deren Betriebsunfällen. Daneben war alles egal: Brühls 1:9 gegen einen jämmerlichen Klub von der Zürcher Goldküste. – Schwamm drüber. Goalie Razzettis Aussetzer gegen YB. – Na und, auch Stefano macht mal einen Fehler. Gimenez Arbeitsverweigerung in Bremen. – So ist das Leben, voller Überraschungen.

Hutter trat in den «Tibet Corner» und entspannte sich. Er bestellte ein paar Momos. Von den Wänden strahlte ihm Dorjee Tsawa entgegen. Hutter staunte über die lange Reise des unerschrockenen Kämpfers, der seine technischen Mängel überall mit unglaublichem Einsatz kompensierte. St.Gallen, Zürich, Neuchâtel, Schaffhausen. Quer durch die Schweiz und ganz langsam wieder zurück nach Hause. Neben den eleganten Holländern Regtop und Vurens war damals auch genug Platz für einen aus der Gegend, einen wie Tsawa. Trainer Hegi hatte die 98er-Mannschaft aus Charakterköpfen gebildet: der ruhige, besonnene Zwyssig, der geniale und aufreizend langsame Slawtschew, der provokative Antreiber Stiel. Hutter hatte Mock nach dem 98er-Fiasko versprochen, dass er auch zu Fuss an den nächsten Cupfinal von St.Gallen reise. Dass er auch barfuss gehe. Oder zwischendurch auf den Knien. Bald wäre er pensioniert und hätte alle Zeit dafür.

Hutter war wieder auf der Strasse und griff ein Buch mit einem roten Umschlag aus dem Discount-Korb der Buchhandlung. «Tischgespräche» – Neue Wahrheiten eines Befreiungstheologen aus Brasilien? Weisheiten von Fidel Castro oder Hillary Clinton? Nein, für zwölf Franken konnte sich Hutter einfühlen in die empfindliche Verdauung der Schweizer Nationalmannschafts-Helden. Dabei entdeckte er unerwartete Gemeinsamkeiten: Marco Streller war ihm auf Anhieb hochsympathisch, denn er hatte immer genügend Raclettekäse und einige kleine Bierchen in seinem Kühlschrank. Endlich wusste Hutter auch, warum Alex Frei ein pfeilschneller Goalgetter war und Mock nur ein schwerfälliger Verteidiger. Bei Frei war bei jedem Essen Salat mit dabei. Und plötzlich konnte sich Hutter auch die eklatanten Leistungsschwankungen von Daniel Gygax erklären: Wahrscheinlich hatte Gygax kurz vor dem Match noch Dusty und Lucy, seine zwei Chihuahua-Hündchen, Gassi führen müssen.

«Perfekte Vorbereitung, Hutter, dabei ist das Frankreich-Spiel ja erst in einem Monat.» Mock hatte Hutter im dümmsten Moment erwischt. Er kostete den Moment aus. Hutter ging sofort in die Offensive. «Wenn du errätst, welcher Spieler sich mit ‘Lasagne à la Mama’ bei Laune hält, dann lade ich dich zu einem ‘Kalbskopf à la Enzo’ ein.» Mock wich aus. «Hutter, arbeitest du eigentlich noch oder stöberst du bloss den ganzen Tag in Wühlkisten und kaufst doch nie etwas? – Es ist mir übrigens wurstegal, wie sich überbezahlte Schweizer Fussballprofis ernähren. Es ist mir auch gleichgültig, wer für die Schweiz im Tor steht. Aber ich will endlich drei anständige Spiele des FC St.Gallen sehen, und zwar direkt hintereinander.» Mock faltete den Spielplan auf. «Yverdon, Zürich, Aarau, das macht sieben Punkte. Das Feld von hinten her aufrollen, unbemerkt, und Zubis rotblaue Schar endlich wieder gehörig ärgern.» Hutter schüttelte Mocks Arm. «Gratuliere zum Kalbskopf, du hast gewonnen: Lasagne à la Mama ist das Lieblingsgericht von Pascal Zuberbühler, genannt Zubi.»


Die Geschichten von Hutter & Mock waren über Jahre fixer Bestandteil der St.Galler Matchvorbereitung. Die ersten 37 Folgen bis zum Abschluss der Rückrunde der Saison 2003/04 sind in einem Sammelband im Saiten-Verlag erschienen. Der Autor Daniel Kehl hat uns freundlicherweise die nachfolgenden, bisher nicht in Buchform erschienenen Episoden überlassen. Wir veröffentlichen in jeder Ausgabe des SENF eine Hutter & Mock-Episode, die erste im SENF #02. Zusätzlich erscheint jeden zweiten Monat eine Episode hier auf diesem Blog.

Die aktuelle Episode «Kalbskopf à la Enzo» erschien anlässlich des Heimspiels in der neunten Runde der Saison 2005/06 gegen den Yverdon-Sport FC.

Hutter & Mock


Share on FacebookTweet about this on Twitter

Der Jahreswechsel bietet stets eine gute Gelegenheit, auf die vergangenen zwölf Monate zurückzublicken. An dieser Stelle präsentieren wir euch deshalb die fünf Blogbeiträge, die ihr 2016 am meisten angeklickt habt.

Platz 5: PINK IST NICHT DAS NEUE GRÜN

Zu Beginn des vergangenen Jahres präsentierte der FCSG zwei speziell für Frauen hergestellte Fanartikel in Form von «stylischen New Era Caps». So weit so gut. Wir störten uns in der Folge weniger an der neuen speziell für Frauen hergestellten Kopfbedeckung, sondern an der damit verknüpften stereotypen Darstellung der weiblichen Fussballfans, welche sich durch das pinke Design manifestiert. Dieser Ansicht waren offenbar auch unsere Leserinnen und Leser machten den Blogbeitrag zum fünftbeliebtesten des vergangenen Jahres. Den ganzen Beitrag könnt ihr hier (nochmals) lesen.

Platz 4: TOP-FLOP

Fehleinkäufe gehören (leider) genauso zum FC St.Gallen wie das Bier zur Bratwurst. Entsprechend hohe Wellen schlug beim SENF-internen Nachrichtenticker die Meldung, dass unsere Kollegen vom Zwölf einen Beitrag über die grössten Fehleinkäufe des FCSG geplant hatten. Mit grosser Spannung erwarteten wir ihre Liste, um sie mit unseren eigenen Lieblingsfehleinkäufen zu vergleichen. Ähnlich ist es anscheinend auch euch ergangen, denn der Blogbeitrag mit den grössten FCSG-Fehleinkäufen wurde am viertmeisten angeklickt. Und er wurde auf Facebook so oft kommentiert wie kaum ein anderer. Die vollständige Liste könnt ihr euch hier (noch einmal) ansehen.

Platz 3: VERFRÜHTER 1. MAI IN ZÜRICH?

Auswärtsspiele in Zürich bergen immer ein gewisses Konfliktpotential. Für einmal waren es jedoch nicht die Fans, welche sich mit Drohgesten hervortaten, sondern die Stadtpolizei Zürich, welche anlässlich des Auswärtsspiels gegen die Grasshoppers im Frühling äusserst martialisch auftrat. Das Auftreten der Stadtpolizei Zürich warf anscheinend nicht nur bei uns einige Fragen auf, sondern auch bei unseren Leserinnen und Lesern. Den ganzen Augenzeugenbericht gibt es hier zum nachlesen.

Platz 2: DIE WAHRHEIT ÜBER WIL

Unser zweitbeliebtester Beitrag stammt aus der Feder unseres Gastautoren Etrit Hasler, welcher in seinem – nicht ganz ernstgemeinten – Blogbeitrag einen Erklärungsversuch für das fragwürdige Engagement der türkischen Investoren beim FC Wil liefert. Da schlüssige Erklärungen bis dato Mangelware gewesen sind, wurde der Blogbeitrag am zweitmeisten angeklickt. Wer Etrits Erklärungsversuch verpasst hat, kann ihn hier lesen.

Platz 1: STURM DER HALBWAHRHEITEN

facepalm

Da unser Magazin bekanntlich in einem halbjährlichen Publikationsrhythmus erscheint, nutzen wir den Blog von Zeit zu Zeit, um auf tagesaktuelle Ereignisse einzugehen. So auch Mitte April, als ein Tagblatt-Artikel nach der blamablen 0:7-Niederlage des FCSG gegen den FC Basel suggerierte, dass «eine verärgerte Hundertschaft die unterirdische Zufahrt zur AFG Arena blockierte und die Spieler daran hinderte, von der Stätte des Unheils wegzukommen». Die ebenfalls in der Tiefgarage anwesenden Kollektivmitglieder erlebten das Ganze ein wenig anders und stellten ihre Sicht der Dinge im meistgelesenen Blogbeitrag des Jahres 2016 dar.

In diese Auswertung eingeflossen sind sämtliche im Jahr 2016 erschienenen Blogbeiträge des SENF-Kollektivs. Aufgrund von auswertungstechnischen Einschränkungen konnten die auf Saiten.ch publizierten Beiträge nicht vollumfänglich einbezogen werden. Sämtliche zuerst beim Saiten-Magazin publizierten Blogbeiträge können hier eingesehen werden.


Share on FacebookTweet about this on Twitter

Seit April tickern wir an den Heimspielen des FCSG das Spielgeschehen für das Ostschweizer Kulturmagazin Saiten live aus dem Stadion. Zum Jahreswechsel präsentieren wir die Highlights des Ticker-Jahres 2016.

Tickern unter erschwerten Bedingungen

Der Start im April war denkbar schlecht. Beim ersten Live-Ticker kommt der FC Basel nach St.Gallen und schiesst die Espen gleich mit 7:0 ab. Der Vorteil: Viel Material für das Ticker-Team. Und so kommts im ersten Spiel gleich zum ersten literarischen Highlight:

Minute 47 – Vielversprechender Beginn. Traoré bedient von links per Massflanke Angha, der noch nicht mitgekriegt hat, dass Seitenwechsel war. Eigentor – 0:2. Don’t look back in Angha, I heard you say.

Dass sich Martin Anghas Name gut für Wortspiele eignet, wird bei der Niederlage gegen Lugano im September gleich nochmal deutlich:

Einen Gegenspieler darfst du nicht so angha, das gibt immer Freistoss.

Öfter als humorvolle Wortspiele kommt jedoch der typisch st.gallerische Zynismus zum Vorschein. Beim Spiel gegen Sion im April erhält der FCSG bereits in der zweiten Minute den zweiten Eckball zugesprochen. Wir meinen:

Zweiter Eckball für Grün-Weiss. Ob ich mein Meister-T-Shirt noch irgendwo habe?

Auch im Oktober gegen Thun zeigt sich unser Zynismus…

Minute 1 – Das Spiel läuft. Um gleich mal Positives zu erwähnen: St.Gallen hält hier noch immer das Unentschieden.

…oder im November gegen Lausanne:

13:35 Uhr – Unsere Freude über das 0:0 währte nur kurz. Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass das Spiel erst in 10 Minuten beginnt.

Und trotzdem bleibt der Optimismus. Zum ersten Spiel der aktuellen Saison kommen die Berner Young Boys nach St.Gallen. Wir tickern kurz nach Spielstart:

Minute 1 – Die (Meister-)Saison läuft.

Wir kümmern uns aber regelmässig auch darum, was neben dem Platz passiert. Im erlösenden Spiel gegen den FCZ, in dem der FCSG am Pfingstmontag dem Abstieg endgültig davon schleicht, können wir kurz vor Spielende Folgendes vermelden:

Auf der Tribüne gegenüber des Espenblocks haben sich Ordner mit gelben Westen auf der Treppe platziert. Eine Art menschlicher Zaun. Der stand aber offenbar falsch. Also gehen alle wieder runter, gehen einen Aufgang weiter und platzieren sich auf der dortigen Treppe. Das hat fast schon was von einer Prozession. Ist ja auch Pfingsten.

Zu den auffälligen Personen abseits des Spielfelds gehörte mitunter Stadionspeaker Fischbacher. So zum Beispiel beim Spiel gegen Luzern im Mai…

Nochmals ein Nachtrag zum Lattentreffer von Luzern: Dieser wurde wegen dem Rauch im Stadion verzögert. Der Stadionspeaker verzweifelte fast: „Im Namä vom Schiedsrichter, bitte höräd uf zündä. Ihr gsehnd selber, me gseht nüt!“

…oder im letzten Spiel des Jahres gegen Sion:

Nachdem die Sion-Fans einen Böller gezündet haben, wendet sich Fischbacher auf Französisch an die Gästefans, das doch bitte sein zu lassen. Kurz darauf meldet er sich nochmal: „Und ez no uf Dütsch für d’Oberwalliser.“

Alles gut im Blick von der Pressetribüne

Natürlich sticheln wir auch immer wieder gerne gegen den gerade anwesenden Gastverein. Zum Beispiel, wenn der FCZ nach St.Gallen kommt (Mai)…

Es sind ausserordentlich viele Zürcher in der Arena präsent. Wollen auch mal eine schöne Stadt, einen geilen Verein und ein volles Stadion sehen. Sie: „Schatz, wohii gahsch?“ Er: „Ha Wiiterbildig, sorry.“

…oder am Olma-Match gegen Vaduz (Oktober):

Speaker Richard Fischbacher begrüsst die Auswärtsfahrer aus dem Fürstentum. Eine Auswärtsfahrt von Vaduz-Fans. Oder auch: Familienurlaub.

Dabei haben wir auch immer ein Auge auf das aktuelle Zeitgeschehen. Als im Juli YB zu Gast ist, sucht die ganze Welt mit dem Smartphone vor der Nase nach Pokémon. So auch der Berner Coach:

Herrlich, wie wir Adi Hütter gerade beim frustrierten Kopfschütteln beobachtet haben. Ein Taubsi zu fangen ist eben nicht immer leicht. Legt dann das Handy wieder weg und widmet sich dem Spiel.

Was Büne Huber dazu meint, wissen wir nicht. Zum Fussball hat er aber eine klare Haltung, die wir – natürlich auch im Spiel gegen YB – aufgreifen:

Scott Sutter bleibt nach einem Kopfballduell kurz liegen. Und irgendwo in Bern ruft Büne Huber: „Huere Pussy!“

Der Hauptfokus unserer stets objektiv-nüchternen Berichterstattung liegt natürlich stets auf dem FCSG. So zum Beispiel beim letzten Saisonspiel im Mai gegen Luzern:

Nächste Saison empfängt der FC St.Gallen die Gegner im Kybun Park. Die Namensgebung erfolgt zu Ehren des Captains der südkoreanischen WM-Mannschaft von 1954. Wenig bekannt in der Ostschweiz, aber Ky-Bun Park trainierte damals mit seiner Mannschaft in St.Gallen für die WM in der Schweiz.

Der Stadionname sorgt das ganze Spiel über für Gesprächsstoff:

In der Pause wurde auf den Rängen weiter über den neuen Stadionnamen diskutiert. Es bleiben Fragen. Wird die Shopping Arena jetzt zum Shopping Park? Die Arena Card zur Parkkarte? Sitzplätze zu Parkplätzen? Gibts statt Stadionverboten jetzt Parkverbote? Bei all diesen offenen Fragen wird die Sommerpause intensiv.

Nicht immer wars so schattig

Und natürlich dreht sich der Ticker dann und wann auch um das sportliche Geschehen. Wir können nämlich schon, wenn wir wollen. Zum Beispiel gegen Basel im April…

Schwächen machen wir vor allem in der grün-weissen Spieleröffnung aus. Wiss wird von den Basler clever attackiert, Angha scheint ideenlos. Angeberwissen: Gaudino soll sich zurückfallen lassen, um den ersten Ball spielen zu können, während die beiden Aussenverteidiger aufrücken, um im Mittelfeld Überzahl zu schaffen. Wer ist nochmal Pep Guardiola?

…oder beim Treffer zum 2:0 gegen GC im August:

Ein Gedicht, dieser Treffer. Erst das anmutige Massnehmen Tafers inmitten des feinen Knistern im Vorlauf einer mutmasslichen Torchance. Umrahmt wurde das Ganze vom ziellosen Geräuschpegel, der mit jedem kleinen, bedächtigen Schritt Anlauf des Schützen abnahm. Und, als der Ball in der Luft für einen Moment verharrte, schien das Stadion plötzlich für einen Moment mit unausgesprochener Übereinkunft zu schweigen. In freudiger Erwartung auf die Explosion, die Sekundenbruchteile später folgen sollte. Nach liebevollem Kuss am Pfosten, hüpfte der Ball ins Netz. Jetzt verliebt: der SENF-Liveticker.

Manchmal müssen wir uns sogar um andere Sportarten kümmern, wie gegen YB im Juli:

Ein Berner rutscht in Lopar, als dieser den Ball schon in den Händen hatte. Danach wechseln 20 der 22 Spieler auf dem Feld die Sportart. Schiri Jaccottet verstreut Sägemehl und verteilt anschliessend wegen fehlendem Abklopfen der gegnerischen Schulter zweimal Gelb. SENF – Din Schwingsport-Liveticker.

Schön anzusehen war vor allem das Rencontre vom Angha, Martin, der seinen Berner Kontrahenten per Hoselupf zu bodigen versuchte. Wär ja schon was, so ein Munni. Da bist du der Star an jeder OLMA.

Standard-Ausrüstung

Alle diese Nachrichten verfasst ein kleines Team, das wir beim Hitze-Spiel gegen Luzern im August gleich selber beschreiben:

Der SENF ist mittlerweile fester Bestandteil des Journalismus-Establishment der Schweiz. Was der SENF schreibt, das glaubt die Schweiz. Wir gehen ein und aus in den nebulösen Hinterzimmern der Lobbyisten, treffen ranghohe Unternehmer und Politiker. Und das stets adrett gekleidet. Der sündhaft teure Anzug ist unsere zweite Haut. Aber heute, in dieser verdammten Hitze, müssen wir auf kurze Hosen und T-Shirt zurückgreifen. Wir fühlen uns nackt, emotional verwundbar.

Auch im September ists fürs Ticker-Team nicht einfach, als sich die Espen gegen Lugano schwertun:

Pause. Runterfahren, sich sammeln. Vielleicht mal weinen, es rauslassen, um dann neu starten zu können. Nobody said it was easy. Und dann Tränen. Mitten auf der Pressetribüne. Obwohl mit Hemd. Und Bier. Aber doch schmerzt es. Verdammter Rückstand.

Zwischendurch wird es so schlimm, dass wir uns Hilfe holten:

Heute tickern für euch R.S. und R.S. Aber, wir gebens zu, wir sind beide angeschlagen. Die sportlichen Rückschläge der letzten Wochen und Monate haben uns stark zugesetzt. Wir haben emotionale Achterbahnfahrten erlebt. Die Gefühle, die uns beim Tickern regelmässig übermannen, sind kaum noch zu ertragen. Als Vorsichtsmassnahme sitzt heute Dr. O.W. neben uns. Er wird sich ab und an einschalten, wenn die Gefühle das Ruder zu übernehmen drohen.

Und dann, zum letzten Spiel der Saison gegen Sion, fällt das Team auch noch auseinander. Temporär und ferienbedingt. Der einzig verbleibende R.S. weiss sich zu helfen:

Das grösste Problem, wenn man alleine tickert: Was tun, wenn man gerne ein neues Bier hätte? Die Kollegen vom Adrenalin-Team helfen aus. Ich bedanke mich herzlichst!

Die letzte Meldung hatte ich übrigens zuhause schon vorgeschrieben, damit ich dem Adreanlin-Team gleich zu Beginn sagen konnte, dass sie da jetzt nicht mehr drumrum kommen. Gnihihi, schlau wie ein Fuchs.


In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern einen guten Rutsch ins 2017. Auf den SENF #07 und #08, auf viele Live-Ticker und auf viele Punkte für den FC St.Gallen!


Share on FacebookTweet about this on Twitter

Auch wenn man als Fans die gegnerische Mannschaft oft sogar nicht mag, ist sie doch unerlässlicher Bestandteil eines Fussballmatchs. Ohne die «Anderen» kein Spiel. Diesem vermeintlichen Widerspruch widmen wir uns in der siebten Ausgabe des SENF. Wir beschäftigen uns unter anderem mit dem „Lieblingsfeind“ GC, mit dem wir eine lange Geschichte teilen und trotzdem nur wenig gemein haben. Mit Michael Lang lassen wir einen Spieler zu Wort kommen, der nicht nur bei ebendiesem GC, sondern auch beim FC St.Gallen gespielt hat und dies mittlerweile beim FC Basel tut. Ebenso wenig fehlen darf natürlich der zurückgekehrte Tranquillo Barnetta, der im Interview von seinen Erfahrungen bei den „Anderen“ im Ausland erzählt und auch gleich berichtet, wie es mit ihm nach dem Karriereende weitergehen wird. Und natürlich wird auch abseits des Titelthemas wieder Spannendes geboten: Mit Roman Buess analysieren wir die Hinrunde, unser Maskottchen Gallus erzählt aus seinem Alltag als Berufsenthusiast und die Thurgauer Journalistin Mona Vetsch erklärt, warum sie ab und zu auch Kinder foult.


HIER: SENF #07 BESTELLEN