Gestern fand an der Lämmlisbrunnenstrasse im Linsebühl der zweite Teil der 1. Fussballlichtspiele St.Gallen statt. Erneut lockten spannende Produktionen ins ehemalige Kino Tiffany und ins Figurentheater.

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Nach dem Start am Freitagabend mit dem Film Cass bot der gestrige Samstag bereits ab dem frühen Nachmittag ein voll bepacktes Programm: Spannende Kurzfilme, Dokumentationen und der Spielfilm «Looking for Eric» zum Abschluss. Vor allem die Dokumentation «Offside Istanbul» zeigte den Zuschauern im Saal auf, dass im Fussballgeschäft nicht nur Sonnenseiten existieren. Etliche afrikanische Fussballer mit dem Ziel, Fussballprofi zu werden, stranden auf ihrem vermeintlichen Weg in Europas Topligen in der türkischen Metropole Istanbul. Im Anschluss an die Filmvorführung widmete sich Kaspar Surber mit seinen Gästen der Bedeutung von Migrationsthemen im modernen Fussball. Mit ihm diskutierten der Regisseur Jonas Schaffter, Migrationsfachmann Martin Müller von der Fachhochschule St.Gallen und Sawwas Exouzidis, ehemaliger Fussballprofi. Exouzidis wusste durch seine Erfahrungen in Zypern und Griechenland einiges zu erzählen; auch von Klubpräsidenten, welche den Spieler nach Niederlagenserien den Lohn verweigern, bis wieder ein Spiel gewonnen wird. Jonas Schaffter wusste Interessantes über die Afrikaner in Istanbul zu berichten, da er die Spieler lange begleitet und auch Freundschaften geschlossen hat. Viele der Spieler haben keine Perspektive. Für eine Profikarriere fehlt das Talent, eine Heimkehr ist aus mehreren Gründen nicht möglich. Zum einen wegen der Selbstüberschätzung und der standhaften Weigerung das fehlende Talent für eine Profikarriere anzuerkennen, zum anderen die Angst in der Heimat als Versager dazustehen.

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Der Film «Looking for Eric», der am Abend gezeigt wurde, handelt vom Briefträger Eric Bishop aus Manchester, dessen Leben eine reine Katastrophe ist. Schlussendlich findet er jedoch mit Hilfe von Eric Cantona aus der Krise. Dieser Film war eigentlich als Open Air-Vorführung geplant, man musste sich jedoch den unsicheren Wetterprognosen für den Abend beugen und die Durchführung nach drinnen verlegen. Zumindest am Nachmittag konnte man das schöne Wetter dennoch geniessen. Die Festwirtschaft unter freiem Himmel lockte mit Grill, Bier und feinen Focaccias zahlreiche Gäste an. Dank aufgestelltem Töggelikasten und Tipp-Kick war für beste Unterhaltung gesorgt. Manche Frage, wer nun das nächste Getränk bezahlen muss, wurde spielerisch geklärt.  Für den krönenden Abschluss des Abends war schliesslich Pascal Claude mit seiner schier unglaublichen Sammlung an Fussball-Schallplatten besorgt.

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SENF freut sich, als Medienpartner zum Erfolg der ersten Fussballlichtspiele St.Gallen beigetragen zu haben. Wir freuen uns auf weitere Durchführungen.

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