Das Gastspiel in Sion stellt für die Fans des FC St.Gallen traditionellerweise die längste Auswärtsfahrt der Saison dar. Dementsprechend muss der Proviant für eine solch lange Reise gut geplant werden.

Das Cateringangebot im Gastsektor der Sittener ist bekanntlich nicht das Gelbe vom Ei. Trockene Sandwiches oder eine Wurst, welche aus mehr Fett als Fleisch besteht, können einen richtigen Gourmet nicht überzeugen. Da auch aus polizeilichen Gründen ein Besuch in Constantins Raclettezelt nicht möglich ist, müssen sich die St.Galler selber helfen. Bei einer Abfahrtszeit des Extrazuges um 6.25 Uhr in St.Gallen und der Rückkehr am Abend um 21.30 Uhr bleibt jedenfalls genügend Zeit, um sich entsprechend zu verpflegen.

Raclette auf der Fahrt ins Wallis

Was beim Gang durch den Zug sofort auffällt: Die Fans sind kreativ. Besonders beliebt sind mobile Racletteöfeli, welche mit Teelichtern betrieben und daher vom Bahnpersonal toleriert werden. Darauf lässt sich so ziemlich alles zubereiten. Nebst der klassischen Variante mit Raclette, wie es sich auf einer Fahrt ins Wallis fast schon gehört, wurden auch Cipollata und Speck gesichtet. Zudem lässt sich mit diesen Öfeli auch ein Spiegelei zum Frühstück machen. Die Dinger sind ausserdem ziemlich praktisch. Mit einer Grösse von etwa 20 x 10 x 10 Zentimeter passen sie in jeden Rucksack.

Der Klassiker der schnellen Verpflegung ist das Sandwich. Unsere Meinung: Wenn Sandwich, dann selbstgemacht. Die Zutaten im Migros oder Coop sind schnell eingekauft. Dabei können die Sandwiches nach eigenem Gusto zusammengestellt werden: Salami, Schinken, Fleischkäse oder Käse? Salat, Gurken, Tomaten und Zwiebeln? Butter, Cocktailsauce oder Frischkäse? Silserbrot oder Semmeli? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Zudem ist diese Variante ziemlich kostengünstig.

Ein nicht zu verachtender Vorteil, sind doch Auswärtsfahrten mit Zug- und Eintrittsticket gerade für Lehrlinge und Studenten eine kostspielige Angelegenheit. Wer über ein grösseres Budget verfügt, kann die Sandwiches natürlich auch bei einer Bäckerei bestellen – wie eine grössere Gruppe, die am Sonntag kurzerhand einige Meterbrote mit auf die Reise nahm.

Bier zum Buurezmorge

Die frühe Abfahrtszeit erfordert auch das Verspeisen eines Frühstückes im Zug. Unser Favorit dabei: Der Buurezmorge. Zopf, Butter, Konfitüre, Fleisch, Käse und Eier bilden die Grundlage für ein reichhaltiges Frühstück. Der grosse Vorteil des Buurezmorge besteht darin, dass eigentlich nichts zubereitet werden muss, da man einfach die Zutaten mitnehmen kann, die einem belieben. Natürlich kann das Ganze mit Kaffee und Orangensaft ergänzt werden. Unsere Beobachtungen haben aber gezeigt, dass viele Zugfahrer schon zur frühen Stunde lieber zum Bier greifen.

Zur Verpflegung im Extrazug stehen also diverse Möglichkeiten zur Verfügung. Wer ein bisschen kreativ ist, kann im Zug durchaus zu kulinarischen Höhenflügen ansetzen. Und wer dann noch Lust auf ein Dessert hat, kann mit ein wenig Glück möglicherweise sogar noch ein Glacé aus der Kühlbox einer mitgereisten Gruppe abstauben.


Dieser Beitrag erschien am 28. Juli 2015 beim Ostschweizer Kulturmagazin Saiten. Das SENF-Kollektiv veröffentlicht dort in der Rubrik «Am Ball» nach jedem Auswärtsspiel einen Beitrag zum Geschehen auf und neben dem Fussballplatz.

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