Mit dem Sieg über die Grasshoppers hat sich der FC St.Gallen den Schweizer Fussballmeistertitel zurückgeholt, den er am 29. Mai 2015 gegen den FC Basel verloren hatte. Und keiner merkts…

Die Feierlichkeiten über die Rückkehr des Meistertitels in die Ostschweiz fallen wohl vor allem deshalb eher gering aus, weil kaum einer weiss, was der FC St.Gallen mit seinem Sieg gegen die Grasshoppers erreicht hat. Der errungene Meistertitel ist nämlich kein offizieller, es handelt sich dabei um eine Adaption des Nasazzi-Stabs auf die Schweizer Liga.

Der Nasazzi-Stab ist eigentlich eine inoffizielle Wertung der Nationalteams. Benannt ist der Titel nach José Nasazzi, dem ehemaligen Captain des Nationalteams von Uruguay. Der Titelgewinn Uruguays bei der ersten Weltmeisterschaft im Jahre 1930 – dank einem 4:2-Sieg gegen Argentinien im Finale – gilt als Ausgangspunkt der Wertung. Seither wechselte der Titel, oder eben der Stab, bei jeder Niederlage des aktuellen Meisters an die überlegene Mannschaft. Wie beim Boxen. Aktueller Titelträger ist Finnland, das sich den Titel am 2. September mit einem 1:0-Sieg gegen Island sicherte. Dreimal hat das Team den Titel bereits verteidigt, beim 1:0 gegen den Kosovo, beim 1:1 gegen Kroatien und beim 2:2 gegen die Türkei. Die beste und aktuellste Übersicht findet sich auf der französischen Wikipedia-Seite zum Nasazzi-Stab.

Wir haben den Nasazzi-Stab auf die Schweiz angewendet. Allerdings mit zwei Anpassungen: Bei den Nationalteams zählt das Resultat nach 90 Minuten, in unserer Version immer das Resultat nach Verlängerung oder Elfmeterschiessen. Und während bei den Länderauswahlen sämtliche Spiele in die Wertung fallen, sind es hier nur Pflichtspiele Schweizer Teams gegen andere Schweizer Teams. Ausnahmsweise dazu gezählt wird auch der FC Vaduz. Wie beim Vorbild mussten aber auch wir einen Startpunkt wählen. Dort war es der erste Weltmeister, bei uns ist es der erste Meister in den 2000ern. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass der FC St.Gallen als Meister startet.

Der Startvorteil hat dem FCSG aber wenig genützt. Im Zeitraum seit dem Meistertitel 2000 waren die St.Galler nur gerade 36mal zuoberst, der aktuellste Triumph ist der 37. Meistertitel. Damit steht er auf dem siebten Platz. Wenig überraschend schwingt auch in dieser Wertung der FC Basel oben aus: Satte 202mal stand er zuoberst. Danach kommt lange nichts. Die Berner Young Boys auf dem zweiten Platz haben nur noch 86 Meistertitel vorzuweisen. Danach folgt der FC Zürich mit 73, die Grasshoppers mit 60 und der FC Luzern mit 45. Eher überraschend: Auch Neuchâtel Xamax liegt noch vor dem FCSG, mit 38 Meistertiteln sind die Westschweizer aber in Griffnähe. Die Grundlage für diese 38 Meistertitel schufen die Neuenburger vor allem mit einer Serie von 12 Spielen ohne Niederlage im Frühjahr 2001.

Zugegeben, diese Wertung mag nicht die grösste Relevanz besitzen. Aber trotzdem: Mit mindestens einem Unentschieden im nächsten Spiel könnte der FC St.Gallen zu Xamax aufschliessen und mit einem weiteren Spiel ohne Niederlage die Neuenburger gar überholen. Und bald wäre vielleicht sogar Luzern und damit die Top 5 in Reichweite. Das wäre doch zumindest ein gutes Omen für den Rest der Saison.

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