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Marc Zellweger gilt nicht zuletzt aufgrund seiner langjährigen Vereinstreue als eine der Clublegenden des FCSG. Wir trafen den vielbesungenen Fussballgott für unsere fünfte Ausgabe zum Interview und präsentieren an dieser Stelle einen kleinen Auszug des Interviews als Leseprobe.SENF 05 Cover Web

SENF: Marc Zellweger, vor wenigen Jahren warst du einer der bekanntesten Fussballer in St.Gallen. Jetzt hast du dich fast komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Vermisst du die Zeit als Fussballspieler?

Zellweger: Das ganze «Drumherum» fehlt mir nicht. Es war sicher schön, wenn man ins Stadion einlief und die Leute Freude hatten. Aber im Mittelpunkt zu stehen und immer Interviews zu geben vermisse ich nicht. Fussball ist nicht unbedingt ein angenehmes Geschäft. Es geht hart zu und her. Nichtsdestotrotz habe ich mir den Abschied schwerer vorgestellt. Ich habe ihn ja step by step gemacht. Mit dem SC Brühl habe ich noch zwei Jahre den langsamen Entzug gemacht.

SENF: Du hast erwähnt, dass du immer noch relativ viel Fussball schaust. Wie hast du das Europacup-Abenteuer des FCSG im Jahr 2013 erlebt? Warst du auch mal im Stadion?

Zellweger: Im Stadion war ich nicht, aber ich habe mir die Spiele natürlich zuhause angeschaut. Endlich wieder einmal europäisch zu spielen, war sicher insbesondere auch für die Fans etwas Spezielles. St.Gallen hat gute Gegner erwischt und sich alles in allem sehr gut verkauft. Es war wirklich eine super Kampagne. Es wäre schön, wenn es bald wieder einmal so weit kommen würde.

SENF: Als Fussballer hat man ja doch einige Einschränkungen. Gibt es Sachen, die du als Fussballer nicht machen konntest und die du jetzt nachholen willst?

Zellweger: Als Fussballer ist man eigentlich ein Sklave. Die eigene Zeitplanung wird vom Verein bestimmt. Man kann nicht einfach einen Städtetrip für ein Wochenende planen. Einerseits sind die Wochenenden zumeist mit Spielen besetzt, andererseits hat der Trainer immer die Möglichkeit, kurzfristig Freitage zu streichen. Wenn er merkt, dass es noch nicht so klappt wie gewünscht, wird der nächste freie Tag wohl auch für Trainings genutzt. Dann ist das so. Nichtsdestotrotz würde ich wieder Fussballer werden.


Das gesamte Interview kann im SENF #05 nachgelesen werden. Unsere fünfte Ausgabe mit dem Titel «Olémine» kann jetzt noch bis Ende Monat exklusiv hier für nur 10.- inkl. Portokosten (statt 14.-) bestellt werden. Alle Infos zur aktuellen Ausgabe gibts hier.


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Das heutige Spiel des FCSG gegen GC ist bekanntlich abgesagt worden. Für einmal waren es nicht renitente Senioren mit Spazierstöcken oder «sogenannte» Fans mit pyrotechnischem Spielzeug, welche das Spiel gegen den stadionlosen Rekordmeister («Meh Respeckt!») gefährdet hatten. Wie schon gegen Sion – damals unter gütiger Mithilfe von fehlender Motivation und voller Bäuche aufgrund einer Sauerkrautparty in Martigny – ist es heute wegen des andauernden Schneefalls wieder nicht möglich, Fussball zu spielen.

FCSG_Saison 33-34_Espenmoos_Schnee

Eigentlich ist es schon traurig: Da erbarmt sich die Liga ausnahmsweise einmal und ermöglicht dem FC St.Gallen eines der beliebten Samstagabendspiele und dann wird dieses doch an einem Montagabend angepfiffen. Dies aufgrund des starken Schneefalls in der Ostschweiz. Dafür kann die Liga ausnahmsweise einmal nichts. Für das Wetter sind bekanntlich andere Instanzen zuständig. Frau Holle zum Beispiel. Dabei würde es wohl niemanden stören, wenn sie ihre Bettwäsche für einmal nicht ausschütteln würde. Oder dies zumindest an einem anderen Tag tun würde. Aber es ist von Frau Holle wahrscheinlich zu viel verlangt, ihre Gewohnheiten den fussballhungrigen Ostschweizern zuliebe über Bord zu werfen oder ihre Bettwäsche während der Winterpause so kräftig auszuschütteln, dass sie bei Wiederaufnahme des Ligabetriebs wie der Platzwart des FCSG mit einer Schulterverletzung das Bett hüten muss. Doch damit ist das Schneeproblem noch lange nicht gelöst. Zum Streiten braucht es bekanntlich immer zwei – zum Schnee machen auch.

Frau Holle und Petrus teilen sich dieses Business und wenn einer der beiden ausfällt, springt der andere gerne ein. Schliesslich ist auch Petrus mit seiner selbstgefälligen Art nicht ganz unschuldig an der aktuellen Misere: Zuerst lässt er die schneehungrigen Touristen in den Skigebieten den halben Winter die braunen Berghänge runterrutschen und wenn niemand mehr Schnee will, holt er das Verpasste nach, um auch noch den Fussballvereinen das Geschäft zu vermiesen. Petrus wird heute Abend wohl grinsend auf das unbeleuchtete Spielfeld hinunterblicken und sich diebisch darüber freuen, am Montag ein wenig Challenge League-Feeling in die Ostschweiz zu bringen. Schliesslich ist kaum zu erwarten, dass der Rekordmeister aus Zürich auch an einem Montagabend seine Fans aus dem Aargau und der Innerschweiz dazu mobilisieren kann, den weiten Weg nach St.Gallen auf sich zu nehmen. Dies insbesondere wenn man bedenkt, dass es auch noch keinesfalls sicher ist, ob die Bedingungen in drei Tagen besser sein werden.

Eines ist jedoch sicher: Unsere Stürmer werden auch am Montag alles dafür geben, den Ball im gegnerischen Tor und nicht im St.Galler Nachthimmel zu versenken. Auch wenn die Versuchung gross wäre, Petrus den ruhigen Abend zu versauen.

Bild: Schneebedecktes Espenmoos in der Saison 1933/34 (Quelle: Stadtarchiv SG)


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Der FC St.Gallen hat letzte Woche einen neuen Fanartikel lanciert. Man hat sich in der Merchandising-Abteilung ein Herz gefasst und auch bei den Kopfbedeckungen eine Zielgruppe anvisiert, bei der noch Potential besteht: die Frauen unter den FCSG-Fans. Deswegen hat man «stylische», grün-weisse «New Era Caps» entworfen, die dezent den Schriftzug «SG» tragen und den modebewussten weiblichen Fan des 21. Jahrhunderts ansprechen sollen.

Wir finden das grossartig, widerspiegeln doch die wachsenden Frauen-Fanartikel-Angebote eine Entwicklung im Fussball, die sich nicht leugnen lässt. Frauen gehen ins Stadion, schauen Fussball, ja, sind Fussball verrückt und interessieren sich für den Sport. Wer heute noch ein «Was? Du als Frau interessierst dich für Fussball? Hat dich dein Freund mitgenommen?» fallen lässt, outet sich damit im besten Falle als wenig bewusst nachdenkender Fan, der ziemlich realitätsfremd durch die Welt geht. Und im schlimmsten Falle als zurückgebliebener Chauvinist. Dass sich diese Entwicklung auch im Merchandising niederschlägt, ist ein Zeichen, dass man beim FC St.Gallen mit der Zeit geht.

Zurückspulen. «Stylische New Era Caps» vom FC St.Gallen für Frauen? Die müssen grün-weiss sein. Leider nein: Sie sind pink.

FB-FCSG

Auch im 21. Jahrhundert sind die Kopfbedeckungen, die der FC St.Gallen also seinen weiblichen Fans – den «Ladies» – verkaufen will, pink. Während einige Frauen dies sicherlich als Kaufgrund sehen, weil sie sich schon immer ein zu ihren Farb-Vorlieben passendes Cap kaufen wollten und pink einfach schön finden – daran ist auch überhaupt nichts auszusetzen –, denkt sich wohl jeder andere weibliche FCSG-Fan: Halt mal, die sind ja pink. Wohlwollend kann man dies vielleicht mit Marketing-Studien begründen. Wenn das so viele Fussballclubs machen, wirds sich wohl auch rechnen. Weniger wohlwollend, dafür aber vermutlich realistischer, ist dies – zumindest unterbewusstes – stereotypen-gerechtes Design, das Vorurteile bestätigt und Frauen als pink-liebende, kreischende Girlies zeichnet. Ein Zeichen, dass man beim FC St.Gallen nicht mit der Zeit geht.

Dabei hatten wir den FCSG im SENF #05 noch gelobt, dass die Marketing-Abteilung sich von der Lethargie früherer Jahre zum Glück gelöst hat. Jetzt verfällt man vom einen Extrem ins Andere. Gewisse mögen sagen: Ach, das sei doch nicht so schlimm, das sei eben zielgruppen-orientiertes Marketing. Wir sagen: Ein Mehrangebot für Frauen ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber Stereotypen verschwinden nicht, wenn sie ständig reproduziert werden.

(Bild: Screenshot Facebook-Seite FCSG)


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SENF 05 Cover Vorbestellung

«Au mol gwünnä isch schö» singen die FCSG-Fans gerne, wenn nach einer langen Serie an sieglosen Spielen endlich mal wieder ein Vollerfolg resultiert. Schlechte Phasen erlebt man als Anhänger der Espen wirklich oft genug. Vielleicht auch deshalb sind die grossen Erfolge umso intensiver. Im SENF #05 zeichnen wir unter dem Titel «Olémine» die grössten Siege und die schmerzlichsten Niederlagen nach: Cupfinal-Niederlage und Meistertitel, Übergangssaisons und Rückkehr nach Europa, Abstiege und Aufstiege. Und wir sprechen mit den Protagonisten: Marco Zwyssig, Marc Zellweger, Kristian Nushi.


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