In diesem Sommer wird bereits die zehnte Ausgabe des St.Galler Fussballmagazins SENF erscheinen. Wir nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, uns der Verbindung von Fussball und Musik zu widmen. Zusätzlich zum Jubiläumsheft erscheint deshalb gleichzeitig ein Tonträger. Und du kannst mit deiner Musik darauf vertreten sein.

Fussball ist primär eine optisch geprägte Betätigung: Im Stadion oder vor dem Fernseher sitzen Zuschauerinnen und Zuschauer, die Fussball schauen. Aber Fussball hat eine mindestens so starke akustische Komponente. Das kollektive Seufzen nach einer vergebenen Torchance, der ohrenbetäubende Jubel nach einem Treffer oder auch das in St.Gallen verbreitete, langgezogene «Schüüüüss!», sobald ein Spieler in mehr oder weniger verheissungsvoller Position auftaucht, sind nur einige wenige Beispiele für die Bedeutung der akustischen Komponente des Sports.

Noch deutlicher wird die Verbindung von Akustik und Fussball, wenn man die Rhythmen betrachtet, die von den Fans in den Stehkurven der Stadien gesungen werden. Anlehnungen an Evergreens der Musikgeschichte sind keine Seltenheit. Und auch neue Melodien werden komponiert, teils sogar extra als Musikstück produziert wie unlängst für «Üses Lied», die Stadion-Hymne des FC St.Gallen.

Im Sommer 2018 erscheint die zehnte Ausgabe des St.Galler Fussballmagazins SENF. Dieses Jubiläum möchten wir mit einer besonderen Ausgabe feiern und diese deshalb der Verbindung von Fussball und Akustik im Allgemeinen, aber insbesondere jener von Fussball und Musik widmen. Bereits Mani Matter besang mit «Mir hei e Verein» seine Liebe zum lokalen Fussballclub. Und wer gesehen und gehört hat, wie die YB-Fans nach dem gewonnenen Meistertitel auf dem Platz «Scharlachrot» gesungen haben, wird die Verbindung von Musik und Fussball ganz sicher nicht abstreiten.

Auch Ostschweizer Musiker lassen sich vom Volkssport Fussball inspirieren. Die bereits erwähnte neue Hymne des FC St.Gallen, an der neben verschiedenen Musikern auch ein Fanchor mitgewirkt hat, ist dabei nur ein Beispiel. Die Palette ist weit und ist auch gerne einmal etwas zynischer, wie Jack Stoiker beweist, dessen Band Knöppel unlängst die Auszeichnung für den besten Schweizer Rocksong – gewählt in einem Publikumsvoting von Radio SRF – entgegennehmen durfte.

In unserer Jubiläumsausgabe möchten wir diese Beziehung zwischen Fussball und Musik nicht nur thematisieren, sondern auch über das gedruckte Magazin hinausgehen. Unsere Jubiläumsausgabe wird ergänzt durch eine Musikbeilage in Form einer CD. Wir möchten an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber wir möchten möglichst vielen Musikern die Chance geben, einen Teil zum Gelingen des Musikprojekts beizutragen. Deshalb rufen wir alle Musikerinnen und Musiker, die sich mit dem FC St.Gallen verbunden fühlen, dazu auf, uns ihren Song einzusenden. Thematisch sollte sich dieser im Bereich Fussball, FC St.Gallen oder Stadt und Region St.Gallen bewegen. Genauere Infos sind unter info@senf.sg erhältlich. Natürlich können wir nicht garantieren, dass es jeder eingesandte Song auf den Tonträger schafft. Wir können aber garantieren, dass wir jeder Einsendung die gleichen Chancen geben.


Tierischer Fussball

Für die Verantwortlichen der meisten Fussballklubs dieser Welt ist es mittlerweile ein unumstösslicher Fakt: Ein Spieltag muss zum Event werden und Fussball alleine genügt dafür nicht. So auch in Russland. Wie der lesenswerte Blog «Who ate all the pies» berichtet, kamen die Zuschauer der Partie zwischen Mashuk-KMV und dem FC Angusht Nazran (dritthöchste Liga) in den Genuss einer besonderen Attraktion vor Spielbeginn. Ein Braunbär heizte ihnen ein und forderte sie zum Mitklatschen auf. Doch damit nicht genug: Der Schiedsrichter nahm den Matchball von ebendiesem Braunbären entgegen.

Doch auch die Fans bedienen sich tierischer Unterstützung, um ihren Standpunkt klar zu machen. So beispielsweise bei Luch-Energiya Vladivostok (zweithöchste Liga). Dort protestierte ein Fan gegen den seiner Ansicht nach ungenügenden Trainer, in dem er einen lebenden Hahn in den Stadioninnenraum beförderte. Ob der Hahn in der russischen Kultur eine besondere Rolle einnimmt und deshalb verwendet wurde, ist uns leider nicht klar.

Dass tierische Beteiligung bei Fussballspielen auch schiefgehen kann, zeigte sich vor einigen Jahren im alten Letzigrund. Vor dem Spiel zwischen dem FCZ und dem FCSG entwischte ein Muni, der als Maskottchen fungieren sollte. Er schaffte es bis auf die Tribüne, wo er schliesslich eingefangen werden konnte.


(Foto: Video-Screenshot)


Der legendäre Werner Zünd sagte am Release der neuen SENF-Ausgabe, sein Herz sei gleich doppelt grün-weiss. Die liebsten beiden Vereine des Rheintalers, der FC St.Gallen und sein Stammverein FC Rebstein, tragen diese Farben.

Die gemeinsamen Farben sind aber nicht allen eine Hilfe, wie ein Blick in die Rebsteiner Fasnachtszeitung zeigt. A.C., ein Junior des FC Rebstein, spielte mit seiner Mannschaft unlängst in Uzwil. Den Heimweg wollte er mit der Bahn antreten. Am gleichen Tag fand auch ein Spiel des FCSG statt. Er dachte sich, dass die Fans ja ungefähr in die gleiche Richtung fahren müssen. Also heftete er sich am Bahnhof einfach an die Fans in grün-weiss und glaubte, sich in die richtige Richtung zu bewegen.

Dumm war nur: Die Fans reisten nicht etwa nach St.Gallen, wo er auf den Zug ins Rheintal hätte umsteigen können, sondern nach Bern. Der Junior wunderte sich nicht schlecht über die lange Fahrt bis ans vermeintliche Ziel – und bemerkte erst dann, die halbe Schweiz durchquert zu haben.

Der FC Rebstein dürfte über den Ausflug des Juniors nach Bern gelacht haben. Der Verein hat mit dem FCSG neben den Farben nämlich noch eines gemeinsam, wie uns ein Kollektivmitglied versichert: Es ist ein geselliger Verein, bei dem viel gelacht wird. Sicher auch über diese Episode. Und wer weiss, vielleicht wird aus diesem Junioren ja der nächste doppelt grün-weisse.

Bild: Fasnachtszeitung Rebstein


In der Saison 2005/06 bewegte sich der FC St.Gallen schon Runden vor Schluss im relativ gesicherten Mittelfeld der Liga. Im Cup war er in blamabler Weise gegen Küssnacht am Rigi ausgeschieden. Kein Wunder, begaben sich Hutter & Mock zum Cupfinal des FCW gegen den FC Sion nach Winterthur.

Hutter staunte über die vielen Frauen in der Schlange. Er studierte ihre Gesichter. Mock nervte sich. Hinter ihm drückte ein Kerl mit schwarzer Lederjacke und Ohr-Piercings nach vorn. Mock machte sich breit. Winterthur feierte das Fussballfest des Jahres. Winterthur – Sion! Das war ein Abend der Versprechen und der Hoffnung. Zwei zweitklassige Mannschaften, die in den Cupfinal wollten und endlich wieder zurück zu vergangenem Erfolg. Die Winterthurer Bierkurve, die Eulach-Ultras und die Libero-Bar empfingen die eigenen Helden mit einer eindrücklichen rotweissen Choreografie – «Gschicht schriebe!» – und den Gast aus dem Wallis mit einer grossen Fendantflasche und einem witzigen «Flasche leer». Hutter und Mock fanden Platz auf der ungedeckten Gegentribüne und Mock heimelte das richtig an. «Das ist ja fast wie früher im Espenmoos, da konnten wir noch von hinten her auf die Tribüne hochklettern.» Hier konnten die hintersten Zuschauer nicht sehen, was sich unten an der Seitenlinie abspielte, denn der Tribünen-Architekt hatte sich beim Bau verrechnet. Das passte zum Spiel. Das neureiche Sion versuchte es wie einst der Erzfeind Servette mit Spielkultur und individueller Klasse. Und das einfache «Winti» wehrte sich so wie früher der gute alte FC Sion: mit viel Herzblut und Kampf.

Mock kümmerte sich rührend um eine 85-jährige Dame, die von ihrem 29-jährigen Enkelkind begleitet wurde. 1975 war sie mit dem verstorbenen Mann an den letzten grossen FCW-Cupfinal nach Bern gefahren – «mit dem Extrazug für die gewöhnlichen Leute». Der Enkel war damals noch nicht einmal auf der Welt. Winterthur tauchte ab bis in die erste Liga und der Enkel ging fremd, nach Zürich zu den «Grass-Smokers», einem Grasshopper-Fanclub. Hutter zählte die Stockwerke des leeren Sulzer-Hochhauses und stellte sich vor, wie der Hauswart in den goldenen Siebzigerjahren das Licht in einigen Büros brennen liess und so ein grosses «FCW» über die Schützenwiese zauberte. «Winti»-Stürmer Renfer traft die Latte und der gefährliche Vogt narrte Hüter Hürzeler ums Haar mit einem Absatztrick. Das Spiel wogte hin und her und wurde ein richtig spannender Cup-Fight.

Dann schnappte auf der Schützenwiese die Abseitsfalle nicht zu. 0:1 für Sion. «Winti» bäumte sich auf, mit einem generösen Publikum im Rücken, das jede Sekunde dieses Cup-Traums auskostete. Aber der auffällige Patrick Bengondo vergab die letzte Chance für den FCW. Die Walliser Fans stürmten den Rasen und warfen Schneebälle gegen die einheimische Bierkurve, die gelassen auf die die Provokation reagierte. Mock erinnerte sich an früher, als noch zwanzig Fans mit rotweissen Fahnen ihren FCW auf dem Espenmoos anfeuerten – mitten unter den St.Galler Zuschauern. Kein Zaun, keine Polizei, kein Fanbetreuer weit und breit. Winterthur feierte trotz Cup-Out. Ein Fan kletterte auf die alte Totomat-Wand und wechselte die Resultattafeln aus: FCW 2, Gast 1.


Die Geschichten von Hutter & Mock waren über Jahre fixer Bestandteil der St.Galler Matchvorbereitung. Die ersten 37 Folgen bis zum Abschluss der Rückrunde der Saison 2003/04 sind in einem Sammelband im Saiten-Verlag erschienen. Der Autor Daniel Kehl hat uns freundlicherweise die nachfolgenden, bisher nicht in Buchform erschienenen Episoden überlassen. Wir veröffentlichen in jeder Ausgabe des SENF eine Hutter & Mock-Episode, die erste im SENF #02. Zusätzlich erscheint jeden zweiten Monat eine Episode hier auf diesem Blog.

Die aktuelle Episode «Flasche leer» erschien anlässlich des Heimspiels in der 26. Runde der Saison 2005/06 gegen den FC Thun.

Hutter & Mock

 


Die Spiele des FC St.Gallen live zu begleiten ist nicht immer eine freudige Aufgabe. Deshalb driften R.S. und R.S. und R.S. immer mal wieder ab. Eine subjektive Auswahl der besten Einträge im SENF-Ticker auf saiten.ch.

Ganz, ganz selten schaffen wir es schon vor Anpfiff einen Eintrag zu verfassen.

13 Uhr 38 – Neues Jahr, neues Glück. Doch der Liveticker bleibt. Sich treu. Pessimistisch und schlecht gelaunt führen wir durchs erste St.Galler Heimspiel der Rückrunde gegen Lausanne. (Lausanne, 12.02.17)

19.59 Uhr – So, bis zur Pause sind wir erst mal versorgt. Professionell und so… (Vaduz, 13.05.17)

18.46 Uhr – Unbändige Motivation beim Ticker-Team. 15 Minuten vor Anpfiff sind R.S. und R.S. schon auf der Medientribüne zugegen. Aber, wir möchten ehrlich sein: Es gab keine Brötchen mehr im Medienraum. (Sion, 16.12.17)

Wenn man sich mies fühlt, soll man ja darüber schreiben. Wenn die Akteure auf dem Platz wenig zustande bringen, nutzen wir den Liveticker auch, um persönlichen Ballast loszuwerden.

Minute 4 – Die Lausanner Mannschaft scheint übrigens einen Sponsoring-Vertrag mit Stabilo eingegangen zu sein. Der Goalie ist neon-gelb, die Spieler neon-orange. Das kenn ich noch aus dem Studium: Alles anstreichen, könnte ja wichtig werden. Wurde es selten. (Lausanne, 12.02.17)

Minute 10 – Ich frage mich ja immer, warum Kollege R.S. in jedem Ticker mindestens einmal einen Frauennamen erwähnen muss? Hilfeschrei? Prahlerei? (Luzern, 11.03.17)

Der Liveticker umsorgt den Leser mit einem breiten sportlichen Angebot. Nicht nur Fussball gibt es bei uns.

14 Uhr 45 – Bevors hier weitergeht, erneute frohe Kunde aus St. Moritz. Feuz ist nach wie vor in Führung. Ob Russi den „Mischt“ schon für „garettlet“ erklärt hat? (Lausanne, 12.02.17)

Minute 33 – Glarner Stefan will Ajeti Albian zu Boden werfen. Da hat sich der Thuner kurz mit seinem Bruder verwechselt. SENF – Din Schwingsport-Liveticker. (Thun, 23.04.17)

Einträge, bei welchen wir auch im Nachhinein noch nicht wissen, was genau das sollte. Vielleicht muss man zwischen den Zeilen lesen. Vielleich ist es auch einfach dem Bier zuzuschreiben.

Minute 1 – Anpfiff. Grün-Weiss beginnt von rechts nach links, der Ausgang ist offen. Wobei: Gewisse Präferenzen hätten wir da schon. Raus aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. (Lugano, 26.02.17)

Minute 91 – sWizZ_plAyah94@hotmail.com: cha leider nöd, mue no husi mache. wdnv, hdmmmmmmmmfg… sWizZ_plAyah94@hotmail.com hat den Chat verlassen. Sechzig Sekunden noch. Zweite Liga, nie mehr, nie mehr, nie mehr, zweite Liga… (Lugano, 26.02.17)

Minute 54 – St.Gallen startet relativ engagiert. Aber engagiert ist relativ. (Luzern, 09.08.17)

Beinahe steter Begleiter bei den Heimspielen ist Dr. O.W., der uns mit weisen Ratschlägen vor Selbstmitleid und Verzweiflung bewahrt.

Minute 48 – Wechsel sind keine auszumachen. Wobei: Es gab Saitenwechsel und die Menschen sind nun 15 Minuten älter, haben gelernt aus Fehlern und sind gewachsen. Wir sehen da andere Protagonisten. Personen, die weiser scheinen, Summe ihrer Erfahrungen sind. Die Sitzungen mit Dr. O.W. scheinen zu fruchten. (Lugano, 26.02.17)

Minute 8 – Dr. O.W. ist heute übrigens selbstverständlich auf der Medientribüne. Wir wollen ja keine unnötigen Risiken eingehen. Das Spruchband des Espenblocks kommentiert er positiv: „Rauslassen, alles rauslassen. Wer sowas in sich hineinfrisst, wird später darunter leiden.“ (Bern, 30.04.17)

Minute 40 – Kollege R.S. im Gespräch mit seinem Nachbarn, der sich ob der heute fehlenden weiten Bälle freut: „Ich vermisse das fast ein wenig.“ Gelächter, gefolgt von ungläubigen Blicken der Journalistenkollegen. Dr. O.W. schreitet ein: „Es ist ganz normal, dass man nach einem Verlust die Vergangenheit durch die rosa Brille sieht und Geschehenes verklärt.“ (Bern, 30.04.17)

Ebenfalls eine Konstante ist das Bier. Wenn Grün-Weiss schlecht spielt, verleiht es dem Ereignis dennoch Daseinsberechtigung.

Minute 21 – R.S. opfert einen Schluck Bier und bastelt daraus einen lässigen Aschenbecher für die schreibende Zunft. Opfer bringen in schweren Zeiten, Leben am Limit. Sie merken, das Spiel gibt derzeit nicht allzu viel her. (Lugano, 26.02.17)

Minute 41 – Die Sinnkrise ist übrigens abgewendet. Nicht etwa des FCSG wegen, sondern weil R.S. die Medientribüne mit Bier versorgt hat. Der Sinn des Lebens? Das heimische Brauereiwesen unterstützen – in guten wie in schlechten Zeiten. (Thun, 23.04.17)

Minute 61 – Nachdem wir die toxic.fm-Aushilfe mit den hiesigen Gepflogenheiten bekannt gemacht haben, hat er uns doch noch Bier geholt. Danke! (Sion, 06.08.17)

Minute 88 – „I glaub, sogar dä Alkohol hät s’Stadion verloh. S’Bier löst nüt i mir us.“ (Lausanne, 22.10.17)

Minute 62 – Der Wind hat hier gedreht. Jetzt ist es nochmals gefühlte 10 Grad kälter. Die Schaumkrone des Biers beginnt ihren Aggregatszustand zu ändern und schmeckt nun knusprig. (FCZ, 03.12.17)

Minute 69 – 12’577 Zuschauer sollen angeblich hier sein. Wir vermuten ein betrunkenes Drehkreuz, alle 6’288.5 Zuschauer wurden doppelt gezählt. (FCZ, 03.12.17)

Der SENF-Liveticker bedient auch die Kulturinteressierten.

Minute 54 – Noch immer sind bei den St.Gallern ähnliche Defizite auszumachen. Vor allem die Ballbesitzphasen scheinen zu kurz, sodass ein brauchbares Kurzpassspiel jeweils nur kurz zustande kommt. Eine Art Kurzkurzpassspiel. Haben den Begriff eben beim Duden angemeldet. Zusammen mit dem Wort „Guggenmusik“. Man muss die Probleme beim Namen nennen können. Gerade gestern hat eine Guggenmusik Leonard Cohens wunderbares „Hallelujah“ interpretiert. Schlimm. (Lugano, 26.02.17)

Das Tickerteam besteht aus R.S., R.S. und R.S. Aus dem Leben der Tickerer.

Minute 11 – Apropos R.S.: Beim letzten Heimspiel tickerten R.S. und R.S., während R.S. einen freien Tag genoss. Das Resultat ist bekannt, der FCSG verlor gegen Lugano. Wir ziehen die Konsequenzen. R.S. kommt zurück ins Team, während R.S. eine Denkpause auf der Tribüne absitzen muss. R.S. erhält indes eine Gnadenfrist und darf sich heute nochmal beweisen. (Luzern, 11.03.17)

Minute 9 – Liebe Leser, Sie haben es eventuell bemerkt, wir sind heute äusserst produktiv. Zwei Einträge in Minute 5. Die besonders aufmerksamen unter Ihnen dürften bereits vermutet haben, dass heute R.S. fehlt. Richtig, es tickern R.S. und R.S. (Bern, 30.04.17)

Minute 55 – Das Spiel plätschert gerade etwas vor sich hin. Wir schweifen gedanklich ab. Erinnerungen an den letzten Abend kommen hoch. Unsere Facebook-Fans wissen: R.S. hatte Geburtstag, R.S. und R.S. feierten mit. Die trinkfreudige Runde hat dabei festgestellt: R.S. sieht aus wie Constantins Sohn. Ob das Ramona auch schon aufgefallen ist? (GC, 21.05.17)

15 Uhr 55 – Um Missverständnisse vor Beginn schon auszuräumen: R.S. ist heute abwesend. Liebesurlaub, liess er ausrichten. Nicht mit Ramona allerdings. Wir wissen auch nicht mehr, aber unser People-Journalist sucht gerade den geeigneten Paparazzo um kompromittierende Bilder zu knipsen. Wir vermuten aber eh, dass er Steuerflucht begangen hat. Als Tickerer verdient man so viel, da muss man sich Gedanken zur Steueroptimierung machen… Item, R.S. und R.S. übernehmen. (Sion, 06.08.17)

Minute 56 – Wir machen diesen Eintrag nur, um wenigstens einmal fünf Minuten lang jede Minute etwas getickert zu haben. #lifegoals (Basel, 20.09.17)

Minute 66 – Nun, das Spiel gibt derzeit nicht viel her, was natürlich für Grün-Weiss spricht. Wer aber davon ausgeht, dass wir Tickerer hier einen Gaudi haben, der irrt. Das Ganze verläuft pragmatisch. Ein Transkript der letzten Minuten:

R.S: „I mue goh schiffe.“
R.S: „Ok.“
R.S: „Bier?“
R.S: „Gern, jo.“
R.S: „Hani was verpasst?“
R.S: „Nei.“
R.S: „Söll i schriebe oder machsch du?“
R.S: „Mach du.“

Falls wir einst verfilmt werden: George Clooney als R.S. und Ryan Gosling als R.S. (Basel, 20.09.17)

Minute 63 – „Tschernegg uf Buess – Goal.“, umschreibt Mentor R.S. den Sachverhalt mit faszinierendem Pragmatismus. Manchmal wünschte ich mir, er hätte einen Vollbart. Leicht ungepflegt, aber nicht schäbig. Gerade so, dass man ihm künstlerische Gleichgültigkeit unterstellen könnte. Er würde dann verträumt in die Ferne blicken und Kalenderweisheiten zum Besten geben, dessen Wert sich erst durch seinen grossväterlichen Bart ergeben würde. (Sion, 16.12.17)

Als FCSG-Fan kennt man das Gefühl der Sehnsucht nur allzu gut. Dr. O.W. kann meist Abhilfe schaffen, doch dann und wann ist sie dennoch präsent, diese Sehnsucht.

Minute 13 – Luzerns Ricardo Costa hat eben zur Ecke geklärt. Der Portugiese ist eine wohlige Reminiszenz an frühere Bundesliga-Tage. Tage, an denen Leipzig noch Lok war und Wolfsburg Deutscher Medizinballmeister. Ja Tage, an denen „Jodel“ einzig an ur-schweizerische Gesangskünste erinnerte und die Türkei auf bestem demokratischen Wege schien. Früher war alles besser. Jetzt melancholisch – der Liveticker. (Luzern, 11.03.17)

Minute 30 – Mario „Silberfuchs“ Mutsch beackert die Linie wie ein 20-jähriger Landwirt aus „Bauer ledig sucht“. Der gutmütige Tierliebhaber sehnt sich nach einem Partner fürs Leben, der mit ihm Zeit verbringt und seine Flanken ins Niemandsland als romantische Geste wahrnimmt.

Minute 25 – Das Spiel hat etwas an Intensität verloren. Wir erinnern uns an diesem geschichtsträchtigen Tag deshalb zurück. Vor genau 17 Jahren, am 21. Mai 2000, trennten sich Servette und Basel unentschieden, St.Gallen war Meister. (GC, 21.05.17)

Dann und wann schaffen wir es auch Fachwissen zu übermitteln – oder eben nicht.

Minute 5 – Ein Journalist neben uns fragt: „Hät dä Peyretti gschossä?“ Kollege R.S. ganz empört: „Frog üs nöd so Sache!“ (Thun, 23.04.17)

Minute 52 – Dass es hier unentschieden steht, ist eigentlich keine Überraschung, betrachtet man die Ausgangslage. Vor diesem Spiel hatten die beiden Teams gleich viele Punkte. Auch die Bilanz der letzten fünf Direktduelle ist ausgeglichen. Und sogar gelbe Karten haben die beiden Teams in dieser Saison bisher gleich viele geholt. (GC, 21.05.17)

Für einen Heimspielbesuch beim FC St.Gallen braucht es vor allem eines: gesunden Pessimismus. Verringert die emotionale Fallhöhe.

Minute 86 – Positiv zu erwähnen ist jedoch Salihovic. Dieser scheint sich in St.Gallen innert kürzester Zeit eingelebt zu haben. Sein Eckball geht an Freund und Feind vorbei ins Aus. (Thun, 23.04.17)

15 Uhr 43 – Wir haben unsere Plätze bereits schon eingenommen. Wir haben das hier irgendwie vermisst. Und diese Saison haben wir noch nie verloren. Wir können noch aus eigener Kraft Meister werden! „Das wird unser Jahr“, schreit der Optimist in uns. Der Realist liegt geknebelt und gefesselt unter dem Sitz. (Sion, 06.08.17)

Minute 90 – Wir träumen von Europa. Liverpool, Amsterdam, irgendwas Spanisches oder doch wieder Russland? Uns zur Zeit egal. Wir nehmen alles und verlängern schon mal vorsorglich unsere Reisepässe. (Sion, 06.08.17)

Minute 49 – Und dann hat der FCSG gleich noch mal eine grosse Chance. Wir sind etwas verwirrt. (Bern, 22.08.17)

Minute 27 – Beachtet man nur die letzten 14 Minuten, steht es hier noch 0:0. Darauf lässt sich aufbauen. (FCZ, 03.12.17)

Sprachlich wissen wir meist zu brillieren.

Minute 27 – Wir haben nicht nur einEN Ombudsmann, sondern auch ein Korrektorat. Dieses entschuldigt sich für den fehlenden Akkusativ in Minute 23. Den haben wir gestern Abend in der Beiz liegengelassen. (Bern, 30.04.17)