Der FC St.Gallen hat mit Peter Zeidler einen neuen Trainer und setzt damit alles auf eine Karte. Die Reise führt vorerst ins Ungewisse, dafür beginnt sie harmonisch.

An der Pressekonferenz gab es diesen einen Augenblick. Hüppi erzählte in gewohnt optimistischem Fernseh-Sprech, wie überzeugt er von den neuen Rahmenbedingungen beim FC St.Gallen sei. Sportchef Alain Sutter und der neue Chefcoach Peter Zeidler sahen sich flüchtig an und konnten nicht anders als lächeln. Eine wunderbar unkontrollierte Gesichtsregung.

Sutter sagte später, er freue sich «unglaublich», endlich mit Zeidler zusammenarbeiten zu dürfen. Die Ungeduld der Verliebten. Ein Tatendrang, der sich besser heute als morgen entladen sollte. Und so bemerkte Sutter wiederum einige Minuten später, sie – er und Zeidler – hätten schon mit der Arbeit begonnen. Als hätten sie sich ihrer Ungeduld beugen müssen.

Neulinge im Business

Die Crew, die den FCSG wieder in ruhigere Gewässer führen soll, steht nun. Harmonischer könnte sie kaum sein. Sämtliche Protagonisten in federführenden Rollen ziehen am selben Strick. Der Dreijahresvertrag protokolliert diese Stimmung exemplarisch. Doch er ist auch ein Wagnis, weil die Laufzeit dieses Kontrakts ohne Not 36 Monate beträgt. Und vielleicht unterstellt man Hüppi und Sutter denn auch ein wenig Naivität, wenn sie ihren neuen Trainer mit einem solchen Vertrag ausstatten, zum Schluss der Vorstellung Zeidlers aber einräumen, dass sie Neulinge sind in diesem Business. Es sind diese Momente, in denen sich der Verdacht einschleicht, dass die üblich pathetischen Worte Hüppis die Machbarkeit des Fussballs übersteigen.

Der Verwaltungsrat, dem Hüppi vorsteht, und Sutter setzen auf diese eine Vision. Hüppi nennt sie die «grün-weisse Bewegung». Ein Journalist platzierte halb scherzend, halb ernst in einem Nebensatz, Hüppi sage manchmal das Eine, meine aber das Andere. Womöglich sagt Hüppi in Wahrheit jedoch das XXL-Eine, meint aber das XS-Eine. Er gewährt seinen eigenen Worten viel Platz, wählt sie gross in ihrer Bedeutung.

Die Vision: eine Bewegung. Ein Begriff, der eher dem Sprachduktus von Aktivisten, Politikern oder Sekten entspringt. Und diese Bewegung ist alternativlos. Sie kennt nur eine Richtung. Peter Zeidler scheint für diese Richtung wie geschaffen. Früher war er als Pädagoge im Schwabenland tätig – ein Punkt im Lebenslauf Zeidlers, den Sutter besonders beeindruckend gefunden haben dürfte. Zeidler selbst schätzt diesen Faktor realistisch ein, sagte einmal: «Alle Trainer müssen auch Pädagogen sein.»

Lehrjahre in Rangnicks Fussballabor

Erfolgreiche Fussballtrainer müssen die Menschen führen können. Französisch- und Sportlehrer hin oder her. José Mourinho, Carlo Ancelotti oder Josef Heynckes haben nicht Lehramt studiert, standen nie täglich vor einer Schulklasse. Und doch wird diesen herausragenden Trainern eine hohe Empathiefähigkeit nachgesagt.

Allerdings verspricht der Lebenslauf Peter Zeidlers auch fachlich einiges. In den Hoffenheimer Jahren wirkte er an der Seite Ralf Rangnicks mit, als die TSG in die Bundesliga aufstieg und als Neuling die inoffizielle Herbstmeisterschaft feierte. Rangnick wird nicht erst seit damals taktische Weitsicht attestiert. Es gibt Fachkundige, die Rangnick zuschreiben, als erster deutscher Fussballlehrer die Viererkette eingesetzt zu haben. Auch das bedingungslose Pressing soll in Rangnicks Fussballlabor entstanden sein. Peter Zeidler tüftelte mit. Damals noch im Hintergrund. Später emanzipierte sich der frankophile 55-Jährige von Rangnick und ging nach Österreich.

Langfristiger Erfolg blieb sowohl Rangnick als auch Zeidler meist verwehrt. Die oft spektakuläre Spielweise nutzte sich irgendwann ab. Hohes und schnelles Anlaufen wird gerade in qualitativ hochstehenden Ligen irgendwann durchschaut, ist berechenbar. Equipen, die kombinationssicher sind, schaffen es, die Pressingwellen zu umspielen.

Das Kader der St.Galler ist ohnehin nur bedingt auf diese Revolten-gierige Spielweise ausgerichtet ist. Es bräuchte neue Spieler, was jedoch einiges kosten würde. Tafer oder Aleksic sind sensible Feingeister, deren Arbeitsethos nicht immer mit 90-minütigem Pressing in Einklang zu bringen sein dürfte. Barnetta gehen nach und nach Geschwindigkeit und Ausdauer ab.

Prädestiniert für den zeidlerschen Fussball scheinen dafür Toko und Sigurjonsson: eifrige Balljäger, die den schnellen vertikalen Pass durchaus in ihrem Repertoire haben. Doch ist ungewiss, ob die beiden in der kommenden Spielzeit noch in der Ostschweiz unter Vertrag stehen werden.

Destination: Luftschloss

Hüppi und Sutter fahren mit der Luftbahn durch die Nacht. Destination: Luftschloss. Attraktiver Fussball, der erfolgreich ist: Das ist keine innovative Ambition. Womöglich ist es sogar das Idealbild dieser Sportart. Fussball, wie ihn sich Reynolds, später Michels und Cruyff ausgedacht haben und Guardiola in Perfektion praktizieren liess. Vielleicht genügten auch einige Partien an der Anfield Road in dieser Saison diesen Ansprüchen. Vorerst reicht der neuen Führung aber, sich in den Top Fünf des hiesigen Championats zu etablieren. Das ist kein Luftschloss.

Der spektakuläre Weg dahin dann schon eher. Der FCSG will Weg und Ziel gleichermassen zelebrieren. Hüppi und Sutter wollen den Fünfer und das Weggli. Und sie wollen dies mit harmonischer Eintracht. Harmonisch vom Weg abkommen und grandios das Ziel verfehlen. Oder eben gemeinschaftlich schön brillieren und Erfolge einfahren. Wir präferieren Zweiteres, natürlich. Und fahren mal mit.

Es wird sich zeigen, ob diese Richtung stimmt. Ein lauerndes Unbehagen ist da schon. Es kann sein, dass man als St.Galler Fan etwas befangen ist, wegen der Geschichte. Durch die hart erarbeitete Akzeptanz, sich selbst genügen zu können – gerade bei den vielen Enttäuschungen. Nun der neue Kurs, mit neuer Steuerrichtung. Wir sind gespannt. Und ungeduldig. Die Ungeduld der Verliebten.


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Ganz St.Gallen hoffte darauf, dass sich die Aufbruchstimmung im Verein auf den Platz übertragen würde. Das geschah nicht. Vor allem, weil Trainer Giorgio Contini offenbar kein Interesse daran hatte, dass seine Mannschaft ein Tor schiesst.

Wankdorf

Dem ersten Spiel nach der Winterpause wohnt immer ein gewisser Zauber inne. Erstmals zeigt sich, woran die Teams über die spielfreien Wochen gearbeitet haben und wie die Neuverpflichtungen sich ins Kollektiv einfügen.

In St.Gallen wurde dieses Jahr das erste Spiel nach der Pause noch etwas gespannter erwartet. Die Aufbruchsstimmung im Club nach dem Wechsel an der Spitze liess die Fans von einem Fussball träumen, der vielleicht nicht immer erfolgreich, aber immer engagiert ist. Die neue Führung um Matthias Hüppi und auch Sportchef Alain Sutter haben wiederholt betont, dass sie den Zuschauerinnen und Zuschauern einen Fussball präsentieren wollen, der sie unabhängig vom Resultat begeistert. Ein kämpfendes Kollektiv sollte die grün-weisse Euphorie endgültig entfachen.

Dass das für Chefcoach Giorgio Contini schwierig werden könnte, hat «Tagblatt»-Journalist Christian Brägger schon im Vorfeld der Auftaktpartie in Bern beschrieben: «Und dennoch muss der Coach plötzlich beginnen, auf andere zu hören, auf Sutter, Hüppi oder den Verwaltungsrat Stefan Wolf. Auf Leute also, denen der Sinn mehr nach Leidenschaft, Kampf und Unterhaltung steht und Resultate sekundär sind, solange der Auftritt stimmt, der die Leute anlockt. ‹Ich will mit dem FC St. Gallen Erfolg haben›, sagt Contini. Da zählen eben auch Resultate und Tabellenplatz, pragmatischer Fussball ist also nicht unbedingt der falsche Ansatz.» Am Samstag in Bern konnte man zum ersten Mal beobachten, wie Contini die Vorstellungen der neuen Führung umzusetzen gedenkt. Die Antwort war eindeutig: Gar nicht.

Contini liess in Bern ein System spielen, das mit viel gutem Willen als 3-5-2 durchgegangen wäre. Faktisch zeigte es sich aber als 5-3-2. Rechts musste Marco Aratore den Aussenverteidigerposten einnehmen. Eine Rolle, die ihm sichtlich nicht behagte. Und vor allem eine Rolle, auf der seine Talente schlicht verloren sind. Auf links war Silvan Gönitzer, der sich immer mehr zur Entdeckung der Saison mausert, zwar nicht ganz so verloren, aber konnte auch keine Wirkung gegen vorne entwickeln. Zumal er immer mit einem Aussetzer von Yrondo Musavu-King rechnen musste. In der ersten Halbzeit hätte ein solcher – ein schwacher Rückpass zu Dejan Stojanovic – beinahe zu einem Tor geführt. Die angebliche Leistungssteigerung, die King über den Winter gezeigt haben soll, war zumindest in Bern nicht festzustellen.

Contini zog es also vor, mit einer geballten Defensive in Bern zu starten. Die Möglichkeit, ein Tor zu schiessen, hat der Chefcoach offenbar nie in Betracht gezogen. Alles war auf ein 0:0 ausgerichtet. Dabei hätte der FC St.Gallen nichts zu verlieren gehabt. Mit einem Sieg rechnet im Wankdorf niemand, warum also nicht einfach alles auf eine Karte setzen? Kein Wunder ging unter den im Berner Gästesektor anwesenden Fan vor allem ein Wort um: Angsthasenfussball. Kaum jemand dürfte glauben, was Nzuzi Toko nach dem Spiel in der Mixed Zone gesagt haben soll: «Wir sind nicht hierhergekommen, um nur einen Punkt mitzunehmen, wir wollten gewinnen.»

Es bleibt die Hoffnung, dass der FC St.Gallen im ersten Heimspiel des neuen Jahres ein anderes Gesicht zeigt. Die Veränderungen der letzten Wochen haben das Potenzial, eine Euphorie zu entfachen. Dafür brauchts aber auch die entsprechenden Leistungen auf dem Platz.


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Der FC St.Gallen ist derzeit eine Wundertüte und steht damit beispielhaft für den Fussball. Es ist das Unvorhersehbare, das diesen Sport so reizvoll macht.

Zur grün-weissen Fan-DNA gehört ein wenig Zynismus. «Und wenns mol gar nöd lauft, hämmer s’Chlosterbräu.» In der Ostschweiz ist der sportliche Wettkampf keine Notwendigkeit, um ein Spiel zu besuchen. Die Ära Zinnbauer hat den St.Galler Anhang weiter diszipliniert, sich selber zu genügen. Nur elf der 30 Heimspiele unter dem deutschen Fussballlehrer gewann der FC St.Gallen. Die Erinnerungen an grün-weisse Partien 2015 und 2016 vor eigenem Publikum werden schon zeitnah verblassen. Wenn sie es denn nicht schon sind. Es waren meist uninspirierte, schwerfällige Auftritte.

Unter Giorgio Contini hat sich das verändert. Sechs der zehn Heimspiele seit seinem Amtsantritt gestalteten die Espen siegreich. Man kann wieder des Fussballs wegen zum Fussball gehen. Man kann bei den Spielen des FCSG wieder die Kernkompetenzen des Fussballs ausmachen: das Unvorhersehbare, die Hoffnung auf Erinnerung. Und es scheint beinahe so, als müsse man in St.Gallen erst wieder realisieren, dass im Westen der Stadt nicht nur ein als Sportevent verkleidetes Freundestreffen stattfindet, denn die Zuschauerzahlen sinken weiterhin. Offenbar muss man erstmal verinnerlichen, dass neuerdings auch wieder ein Kribbeln beim Matchbesuch da ist, eine Sehnsucht nach einem Erlebnis, das bleibt.

Zeichen einer Annäherung zwischen Mannschaft und Publikum sind dennoch zu beobachten. Dem letzten Treffer gegen die Grasshoppers – Barnettas Schlenzer zum drei zu eins – wohnte eine kollektive Übereinkunft inne. Eine Art stillschweigendes Nicken, dass man bei etwas dabei war, das bleibt.

Die leeren Sitzschalen dürften aber nicht zuletzt auch ihre Gründe im spätsommerlichen Machtkampf der Teppichetage haben. Zum sterilen Beton der Arena mischte sich ein bitterer Nachgeschmack. Es lag die Frage in der Luft, ob die St.Galler Fussballfunktionäre wirklich ausschliesslich das Wohl des Vereins im Sinn haben. Das alles rückt erstmal in den Hintergrund. Vorläufig zumindest. Denn im Stadion verdrängt das ausgeschüttete Bier nach eigenem Torerfolg den bitteren Nachgeschmack der Vereinsführung. Es ist ein trügerischer Duft. Parfüm verblasst irgendwann.

Statistiken geben wenig Aufschluss

Es gibt aber weiterhin einige Baustellen. St.Gallen erzielt die wenigsten Tore nach Eckbällen – kein einziges bisher – und sie kassieren die meisten Tore der Liga im zweiten Durchgang einer Begegnung, deren 17 (von 26). Das sind denn aber auch schon die bemerkenswertesten Zahlen zum FC St.Gallen. Wer die hiesige höchste Spielklasse statistisch studiert, stolpert kaum über die Espen. Sie führen keine wesentliche Statistik an, haben in ihrem Spiel kaum eine statistisch belegbare Prägung.

Wer diese Equipe verstehen will, muss sich ihr Spiel für Spiel widmen, denn sie folgt keinen verlässlichen Gesetzmässigkeiten. Man schlägt den Meister und drängt den Tabellenführer an den Rand einer Niederlage, geht aber gegen Lausanne mit einer beispiellosen Naivität unter. Unvorhersehbarer Fussball, unvorhersehbarer FC St.Gallen. Mit einem Lauf wären europäische Berufsreisen im nächsten Herbst möglich. Die Mannschaft befindet sich derzeit in einer spannenden Findungsphase.

Wer finden will, muss suchen. Und Suchende gibt es beim FCSG. Zu diesen zählt auch Tranquillo Barnetta, der seinen Platz im St.Galler Ensemble noch nicht gefunden hat. Es gehört zum Aufgabenbereich eines Trainers, Rollen zu definieren. Aber Contini ein Versäumnis vorzuwerfen, greift zu kurz. Denn ein allgemeingültiger Plan, einen Instinktspieler wie Barnetta sinnvoll in einem System zu integrieren, existiert nicht. Ihre Laufwege haben etwas Unbegreifliches an sich. Dass sie kaum in ein Schema passen, ist Teil ihrer Wirkung. Sie bewegen sich intuitiv in taktischen Grauzonen, Halbräumen.

Contini dürfte vor allem im mentalen Bereich gefragt sein. Dass er jenes Coaching beherrscht, hat er bereits bewiesen. Exemplarisch ist die Entwicklung von Danijel Aleksic, der in zwölf Meisterschaftspartien schon sieben Skorerpunkte totalisiert. In der vergangenen Spielzeit verbuchte er nur fünf.

Fussballer wie Aleksic, Yannis Tafer oder Nassim Ben Khalifa sind aussichtsreich veranlagt. Doch sind es eben auch Fussballer, die empfindlich sind für Stimmungen. Ihr Einfluss auf das Spiel ist allzu sehr abhängig von Formkurve und dem Gelingen ihrer Mitspieler.

Taktisch flexibles St.Gallen

Zur Wundertüte St.Gallen passt eben auch Continis taktische Flexibilität. Während Zinnbauer meist stur auf Viererkette und eine Sturmspitze setzte, passt sein Vorgänger das taktische Konstrukt dem Widersacher an. Der FCSG verteidigte in dieser Spielzeit schon mit drei und vier Mann, liess alleine oder doppelt stürmen. Bei der naiven null-zu-vier-Niederlage gegen Lausanne wählte der St.Galler Coach die falsche Mischung.

Umso besser traf er sie gegen GC: Der Grasshopperclub unterlag den vorzüglich eingestellten St.Gallern auch auf der Taktiktafel. Murat Yakin umgibt eine seltsame Aura, die Zweifelnde in Selbstbewusste verwandelt. Taktisch aber entlarvte ihn sein ehemaliger Weggefährte Contini – zumindest für einen Nachmittag.

Womöglich gründet die Faszination dieses Sports auch auf seiner Flüchtigkeit. Woche für Woche fragt man sich, wie gut diese Mannschaft nun ist. Der Blätterwald versucht mit Fazits, Bilanzen und zu Charaktertests stilisierten Spielen das Verlangen nach abschliessenden Antworten zu stillen. Doch im Fussball ist das ein aussichtsloses Unterfangen. Dafür unterliegt er zu vielen Unwägbarkeiten. Formkrisen, Verletzungen oder unglückliche Schiedsrichterentscheide verhindern eine finale Gegenüberstellung.

Der Fussball folgt keinem allgemeingültigen Plan. Gerade dieses Unvorhersehbare macht den Reiz aus. Der Diskurs über Fussball ist im Grunde eine Sisyphusarbeit. Weil er nie zu einer Lösung gelangt. Wer sich den FC St.Gallen in dieser Saison bisher betrachtet, der sieht das exemplarisch.


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Wäre Fussball Musik, wären die ersten Klänge des neuen FCSG-Albums noch etwas unsauber. Aber mit Potenzial. SENF analysiert den Saisonstart und die Musiker.

Jedes Fussballspiel hat einen gewissen Sound. Die spannenden Begegnungen sind laut. Latenter Olma-Geräuschpegel, Szenenapplaus, überraschter Aufschrei, nervöses Knistern in Strafraumnähe, lautes Zurückweichen der Sitzschalen bei plötzlichem Aufstehen, kollektives Schreien. Auch am Fernseher singt das Spiel ein Lied. Durch die Lautsprecher hallt das hoffnungsvolle Anfeuern bei vielversprechendem Ballgewinn, der Kommentator hebt die Stimme und beschleunigt die Wortkadenz, die Gespräche vor dem Bildschirm weichen dem ungeduldigen Fingernägelkauen.

Die rockigen Spiele – vorbei?

Viele Partien jedoch klingen mittlerweile ähnlich. Ähnlich leise. Die Mutation vom Fussballverein zum globalen Unternehmen hat vor allem im internationalen Kräftemessen einen äusserst vorhersehbaren Klangteppich erzeugt. Das Ergebnis: Mit einigen wenigen Ausnahmen – blaue Füchse und zweikampfbrünstige spanische Hauptstädter – geben die Immergleichen den Ton an. Aber es gibt sie noch, diese rockigen Spiele. Auch in St.Gallen. Als man Sitten am zweiten Spieltag überzeugend 2:0 bezwang, war es laut. Der Konter kurz vor Schluss zur Entscheidung hörte sich wunderbar an. Die Instrumente harmonierten. Barnetta sah den freien Raum, in welchen Aratore stiess, der wiederum Ajeti im Fünfmeterraum bediente.

Doch seit diesem Sieg über die Walliser sind die Spiele des FCSG nicht mehr laut. Besonders die Schlussphasen gegen Luzern und GC waren enttäuschend, wobei natürlich nicht der einmal mehr lächerlich leere und entsprechend stimmungslose Letzigrund gemeint ist, sondern die Abstinenz dieser überraschten Aufschreie. Es gab schlicht keinen Anlass dazu. Dafür waren die letzten Auftritte des St.Galler Ensembles zu uninspiriert, zu mutlos, zu leise.

Klar sind fünf gespielte Runden nur überschaubar aussagekräftig. Das fachmännische Auge versucht, Tendenzen zu erkennen, mindestens aber am Stammtisch bereits Erwähntes auf Papier zu bringen. Und wenn ein Spiel Musik macht, dann wäre eine Saison ein Album. Den Opener hätten wir uns entsprechend schon angehört. Klar, da warten noch viele andere Songs, doch lässt uns das Anfangsstück erahnen, wie der Rest aussehen könnte.

Ouvertüre: die Identifikationsfigur

Dem FC St.Gallen ist der Opener – trotz einiger Durchhänger – insgesamt nicht allzu schlecht geglückt. Kein glorioses Politik von Coldplays damaligem Meisterwerk A Rush of Blood to the Head, aber immerhin. Betrachten wir uns den Start etwas genauer.

Daniel Lopar im Tor ist eine Identifikationsfigur, und die sucht man vielerorts händeringend. Am Rheinknie stattete man einen verspielten Argentinier mit jenem Emblem aus, da es wohl auf dem Platz an Optionen mangelte. Die Identifikationsfigur Lopar ist gut auf der Linie, nach wie vor aber etwas unbeholfen mit dem Ball am Fuss. Umsichtige Verantwortliche dürften sich allmählich nach einem technisch versierteren Nachfolger umsehen. Die wahre Identifikationsfigur Lopar verabschieden wir dann dereinst im letzten Heimspiel der Saison gegen den FC Basel mittels Platzsturm. Dangge, Dani!

Mit Ersatzkeeper Stojanovic steht bereits ein durchaus fähiger Mann mit langfristigem Vertrag bereit. Ein Modell, wie man es in Luzern oder Bern praktiziert, scheint nicht allzu abwegig.

Verteidigung: Dissonanzen ums System

Lopars Defizite im Umgang mit dem Plastik werden mitunter durch eine der augenscheinlichsten spielerischen Änderungen seit dem Amtsantritt Giorgio Continis offenbart: dem Spielaufbau. Selbst bei hochstehenden gegnerischen Angriffs- und Mittelfeldreihen verlangt Contini, den weiten, oftmals ziellosen Ball zu unterlassen und stattdessen über die Verteidiger flach aufzubauen.

Der Match im Letzigrund förderte auch die Erkenntnis zutage, dass Alain Wiss für jenen spielerisch ambitionierten Aufbau wesentlich ist. Der Widersacher hat einzig den Passweg zum derzeitigen Sechser Peter Tschernegg zu blockieren, um die Spieleröffnung in den Aufgabenbereich der St.Galler Verteidigungsreihe zu befördern. Doch dort tun sich die meisten grün-weissen Defensivprotagonisten schwer, einen sinnvollen ersten Ball zu spielen. Ausser eben der unter Joe Zinnbauer kaum mehr berücksichtigte Wiss.

Will man die Defensive beurteilen, muss man immer auch die Frage nach dem System beantworten. Die Dreierkette wartet mit anderen Aufgaben auf als die Viererkette. Contini startete die Spielzeit mit Viererkette, wo der solide Neuzugang Philippe Koch rechts begann. Für die Dreierkette, auf die Contini mittlerweile umgestellt hat, ist Koch nicht prädestiniert, da es ihm an Offensivdrang fehlt. Über jenen verfügt der fleissige und ungleich flexiblere Andreas Wittwer, der in beiden Systemen Platz findet.

Karim Haggui mimt wie gewohnt den erfahrenen Leitwolf mit Stärken im Zweikampf hoch wie tief, mit Schwächen aber im Stellungsspiel und bezüglich Geschwindigkeit. Bei Silvan Hefti erhofft man sich den nächsten Schritt, wenn auch damit zu rechnen ist, dass der 19-Jährige bei Erfüllung dieser Hoffnung kaum zu halten ist. Der jüngste Neuzugang Yrondu Musavu-King ist erst einmal für Grün-Weiss aufgelaufen. Eine kräftige Erscheinung, dessen fehlende Spielpraxis beim 0 : 2 erbarmungslos aufgedeckt wurde. Mal sehen, ob sich der Gabuner steigern kann.

Gedämpfter Optimismus im Talentschuppen

Im Mittelfeld zählt Tschernegg zu den Gewinnern der Startwochen. Der Österreicher ist ein umsichtiger Ballverteiler, der glücklicherweise nicht unter der im Fussball weitverbreiteten Krankheit der Selbstüberschätzung leidet. Tschernegg macht das, was er kann: einfache Bälle spielen. Der unsägliche Berlin-Mitte-Pferdeschwanz ist sein einziges Zugeständnis an den Übermut. Ansonsten meist angenehm unaufgeregt, wenn er den Ball hat. Spannend zu beobachten dürfte sein, was Contini macht, wenn Captain Nzuzi Toko zurückkehrt. Toko ist ein anderer Spielertyp. Eher Abräumer als ruhiger Ballverteiler. Man kann dies auch als Chance begreifen.

Tscherneggs Mittelfeldgenosse Stjepan Kukuruzovic ist ebenfalls neu beim FC St.Gallen, zeigt sich aber unauffälliger. Obwohl der Neuzugang aus Vaduz immer beginnen durfte, ist er noch kein federführender Akteur im St.Galler Mittelfeld. Es scheint, als suche der 28-Jährige noch nach einer sinnvollen Balance zwischen defensiver Kontrolle und offensivem Kreieren.

Bei Yannis Tafer oder Danijel Aleksic bemühen wir uns nun schon länger, Optimismus walten zu lassen. Kein naives Vorhaben, sind die beiden doch überdurchschnittlich talentierte Fussballer.

Das bekannte Dogma, dass Talent alleine eben nicht alles sei, greift zu kurz und gehört zurück in den Sprüche-Baukasten von Trainern. Eine solche Aussage steht externen Beobachtern nicht zu, da sie zwischen den Zeilen fehlenden Fleiss unterstellt. Gleichwohl gehört es zu den Aufgaben eines hoch veranlagten Spielers, diese Fertigkeiten auch in Wettkampfmomenten abrufen zu können. Sowohl bei Tafer als auch bei Aleksic sind solche Augenblicke äusserst rar. Ob Contini den beiden zur ersehnten Konstanz verhelfen kann? Bei Aleksic zumindest sind Fortschritte sichtbar.

Fortissimo – manchmal – im Sturm

Bei Nassim Ben Khalifa scheint man ähnliche Symptome auszumachen. Zweifelsfrei ist der weitgereiste Romand ein Spieler, der Intelligenz, technische Raffinesse und einen guten Abschluss mitbringt. Dass er trotz U17-Weltmeistertitel und Bundesliga-Verträgen mit 25 beim FC St.Gallen spielt, spricht allerdings nicht für die erfolgreiche Umsetzung der genannten Attribute. Auch hier ist Contini gefordert. Ben Khalifa wirkte in seinen bisherigen Einsätzen teilweise etwas isoliert.
Roman Buess ist ebenfalls eine Alternative im Sturm. Er ist ein anderer Stürmertyp als Ben Khalifa. Nicht so kombinationssicher, dafür aber physisch robuster. Einer, der sich aufreiben kann im Zweikampf mit gegnerischen Verteidigern, um Räume zu schaffen. Dass man auf der Stürmerposition verschiedene Spielertypen hat, spricht auch für den ehemaligen Sportchef Christian Stübi, der den Kader nachvollziehbar verstärkt hat.

Anders als Tafer und Aleksic präsentieren sich da die nicht minder talentierten Marco Aratore und Albian Ajeti. Den beiden gelingt Bemerkenswertes: Selbst an schwachen Tagen gibt es diese einzelnen Augenblicke, in denen sie offensiv Vielversprechendes kreieren. Insbesondere Ajeti schafft es stets, sich in ein Spiel zu kämpfen. Notfalls lässt er sich fallen und sichert sich im Mittelfeld Berührungen mit dem Spielgerät, um initiierend auf das Spiel einwirken zu können. Es ist wohl die seltene Melange zwischen kraftvoller Kampfeslust und beachtlichen technischen Fähigkeiten, die den Stürmer so begehrt machen. Beide sind derzeit Fixstarter. Aratore stand sogar trotz vorhandener Alternativen auf den Flügelpositionen in sämtlichen fünf Partien in der Startelf. Wie im übrigen auch naturgemäss Lopar, Haggui, Tschernegg und Kukuruzovic.

Der zündende Refrain fehlt

Ein richtiges Gerüst, einen verlässlich guten Refrain, hat Contini bislang aber noch nicht gefunden. Im FC St. Gallen hatte man eines in der Meistersaison. Man hatte im Herbst 2007 eines, als man mit Philippe Montandon, Marcos Gelabert und Francisco Aguirre zwischenzeitlich vom Leaderthron grüsste. Und man hatte mit dem zurückgekehrten Montandon, Stéphane Nater und Oscar Scarione eines, als man furios kontinentales Berufsreisen erreichte.

Das mag daran liegen, dass mit Anführer Toko ein Baustein dieses Gerüsts noch einige Wochen fehlt. Das liegt mutmasslich aber auch daran, dass es Tranquillo Barnetta (noch) nicht schafft, unverzichtbar für diese Mannschaft zu sein.

Dies gründet womöglich darauf, dass Contini rotierte. Im Falle des GC-Spiels tat er dies auf vier Positionen. Für Wohlwollende erscheint dies sinnvoll, da eine englische Woche mit zwei Auswärtspartien an die Substanz geht. Andere werden anmerken, dass sich so kaum Automatismen erarbeiten lassen. Nur: Contini liess die Startelf einzig vor dem Luzern-Spiel unberührt. Und prompt verlor der FCSG nach seltsam lethargischer Vorstellung 0:2. Rotation muss also nicht schlecht sein.


Dieser Beitrag erschien am 24. August 2017 beim Ostschweizer Kulturmagazin Saiten. Das SENF-Kollektiv kommentiert dort in der Rubrik «Am Ball» das Geschehen auf und neben dem Platz.


Immer wieder bringt der FC St.Gallen seine Fans zum Verzweifeln. Und trotzdem haben alle zu Saisonbeginn die leise Hoffnung, dass es dieses Jahr besser wird. SENF wirft zum Saisonstart einen Blick auf die Mannschaft und kommt zum Schluss: Optimisten dürfen sich bestätigt fühlen.

Dem Saisonstart wohnt nicht nur die Neugier über nie Dagewesenes oder leider erneut Auftauchendes – Hallo FCZ – inne, sondern auch der obligate innerliche Kampf zwischen klammheimlichen Optimismus und gegen aussen präsentiertem Pessimismus. Um auch weiter seine Daseinsberechtigung am Stammtisch zu rechtfertigen, gibt man sich immer betont pessimistisch, das verringert die fachliche Fallhöhe. Wenn sich die Prognose als zu schlecht herausstellt, bleibt das weniger haften.

Sowieso: Wer nur schon verhaltene Hoffnung preisgibt, macht sich verdächtig. Ist das ein richtiger Grün-Weisser, eine richtige Grün-Weisse? Schliesslich hat uns der FC St.Gallen über die Jahre vor allem eins gelehrt: Es kann und wird schlimmer kommen. Trotzdem können wirs so ganz nicht lassen, etwas Hoffnung zu verbreiten. Denn: Es gibt durchaus Anhaltspunkte, die auf eine überraschend angenehme Spielzeit schliessen lassen.

Wiss: unaufgeregt und erstaunlich unangenehm

Die Nummer Eins ist auch diese Saison Daniel Lopar, der sich gegen Dejan Stojanovic durchsetzte. Nicht wenige sehen im Herausforderer den besseren Fussballer, was besonders für das bei Giorgio Contini konsequent praktizierte Hintenrausspielen ein wesentlicher Faktor sein dürfte. Zweifelsohne hat Lopar fussballerische Defizite, doch macht der Dienstälteste das mit seinem Standing in der Mannschaft und seiner Erfahrung wett. Und auf der Linie ist Lopar meist ein exzellenter Vertreter seines Fachs.

Die Innenverteidigung dürften vorerst Karim Haggui und Alain Wiss bilden, da der mutmassliche Anwärter Silvan Hefti verletzt fehlt. Wiss dürfte sowieso einer der Gewinner des Trainerwechsels sein. Von Joe Zinnbauer kaum beachtet, sieht Contini im Innerschweizer viel Qualität. Vollkommen zu Recht.

Wiss kann gerade im vom Kurzpassspiel geprägten Aufbau durch seine ehemalige Position als Sechser glänzen. Er ist unaufgeregt und im Zweikampf erstaunlich unangenehm. Sein Compagnon im Abwehrzentrum, Haggui, ist vor allem im Kopfballspiel gefragt, was auch offensiv eine Waffe sein kann. Gut vorbereitete Trainer dürften ihre Angreifer auf Wiss ansetzen, womit der Aufbau in die Verantwortlichkeit Hagguis oder eines zurückfallenden Mittelfeldspielers fällt.

Auf der rechten Verteidigerposition ist Neuzugang Philipp Koch vorgesehen. Der Zürcher ist ein durchschnittlicher Super League-Spieler und somit keine signifikante Verstärkung. Weil aber Probleme auf den Aussenverteidigerpositionen global verbreitet sind, ist ein durchschnittlicher Akteur schon ziemlich brauchbar. Sein Pendant links ist Andreas Wittwer, der Fortschritte gemacht hat in der vergangenen Saison. Als Assistgeber schafft er es dann und wann auch offensive Akzente zu setzen.

Überdurchschnittliches Mittelfeld

Im Mittelfeld wiegt vor allem das monatelange Fehlen von Toko schwer. Fussballerisch als auch menschlich, ist der Kongolese doch Spielführer und Bestandteil der Achse der St.Galler. Neuverpflichtung Peter Tschernegg fügte sich beim finalen Test gegen Southampton aber bereits bemerkenswert gut ein. Zumindest in den 90 Minuten in der Goldacher Kellen konnte man ihm ein gutes Gespür für die Variationen des Passspiels unterstellen. Kein überzogener Aktionismus, sich profilieren zu wollen. Er scheint den einfachen Pass als ebenso notwendiges Mittel begriffen zu haben.

Etwas vor ihm agiert Tranquillo Barnetta. Der Rückkehrer litt unter der fast steten Baisse des Teams in der Rückrunde. Als Instinktfussballer ist mangelndes Selbstvertrauen Gift. Umgekehrt ist Barnetta bei gutem Befinden noch immer kreative Brillanz zuzutrauen. Er improvisiert, kann mittels technischem Geschick oder Schnittstellenpass aus aussichtslosem Mittelfeldgeschiebe eine entscheidende Torchance erschaffen. Instrumente Barnettas in solchen Situationen sind etwa Marco Aratore – der in den letzten eineinhalb Jahren wohl konstanteste St.Galler neben Lopar – oder Yannis Tafer, dessen Potenzial unbestritten ist.

Das alles zeigt: Das Mittelfeld der Espen ist überdurchschnittlich besetzt. Dazu kommt ja auch noch Danijel Aleksic, der ebenfalls vom Trainerwechsel profitiert hat. Und mit Gjelbrim Taipi und Stjepan Kukuruzovic kommen gar noch zwei neue Spieler dazu, die sich aufdrängen wollen.

Zinnbauer hat es nicht geschafft, die Protagonisten so hinzukriegen, dass sie ihr Können effektiv abrufen. Wie gut Contini den FC St.Gallen prägen kann, wird deshalb auch am Gelingen des Mittelfelds festzumachen sein.

Grosses Fragezeichen

Vorne hingegen fehlt mindestens bis zum ersten Heimspiel der heftigst umworbene Albian Ajeti. Vergessen geht dabei oft Roman Buess, der allgemeinhin etwas unterschätzt wird. Er litt unter Zinnbauer auch an der Ideenlosigkeit des Mittelfeldes. Zudem ist er keiner, dessen Tun nur an den Toren gemessen werden darf. Man würde seine Fähigkeit, Räume aufzureissen und Verteidiger zu beschäftigen, damit verschweigen.

Ein Zwei-Mann-Sturm mit Ajeti klingt verheissungsvoll. Und auch Nassim Ben Khalifa ist, sollte er dort anknüpfen, wo er bei Lausanne aufgehört hat, eine durchaus hoffnungsvolle Option. Vor allem, so lange Ajeti noch nicht einsatzfähig ist.

Trotzdem bleibt der Sturm das grosse Fragezeichen. Auch, weil in der Vorbereitung das Toreschiessen schwer fiel. Warum vor diesem Hintergrund – und mit dem drohenden Abgang Ajetis im Hinterkopf – die neuen Verantwortlichen des FC St.Gallen nicht darauf ihr Augenmerk gerichtet haben, bleibt deshalb fraglich. Auf die Veränderungen in der Organisation gehen wir in Teil 2 unserer Saisonvorschau ein.


Dieser Beitrag erschien am 21. Juli 2017 beim Ostschweizer Kulturmagazin Saiten. Das SENF-Kollektiv kommentiert dort in der Rubrik «Am Ball» das Geschehen auf und neben dem Platz.