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Seit der Saison 2003/04 treten in der obersten Schweizer Liga zehn Teams gegeneinander an. Mittlerweile hat sich aber einiges getan: Meister wird nur noch Basel, die halbe Liga spielt international und fast überall stehen neue Stadien. Selbst in der Challenge League drücken einige Teams mit ansprechender Infrastruktur nach oben. In der aktuellen Ausgabe haben wir exklusiv die damals noch im Rennen befindlichen Formate vorgestellt. Die Liga hat sich nun entschieden, bei einer Zehnerliga zu bleiben. Wir zeigen, was den Fussballfans dadurch entgeht. Und was wir davon halten.

 

Finalrunde und Auf-/Abstiegsrunde

12er-Liga – die ersten acht Mannschaften qualifizieren sich für die Finalrunde und spielen um die Meisterschaft, die letzten vier duellieren sich mit den ersten vier Teams der Nationalliga B um vier Plätze in der Nationalliga A. Kann etwas, was jahrelang funktionierte und dann doch nicht als tauglich befunden wurde, heute wieder für Spannung sorgen? Wir bezweifeln das. Je nach Tabellenrang war die Saison schon im Winter gelaufen oder brach bereits im Herbst Panik aus. Der sportlichen Führung des FCSG käme dieser Modus hingegen bestimmt gelegen. Das Saisonziel «Finalrunde» tönt halt einfach besser als «Ligaerhalt».

Punkte zur Saisonhälfte halbieren

Wer kann sich noch an die Punktehalbierung erinnern? Wohl jeder. Und wer an eine erfolgreiche Rückrunde des FCSG? Wohl niemand. Aufgrund dieser eklatanten Rückrundenschwäche unseres geliebten Teams fliegt dieser Vorschlag im SENF-Kollektiv ohne Gegenstimme raus.

Punkte zur Saisonhälfte halbieren und multiplizieren

Die Punktehalbierung funktioniert also nicht. Die international angesehenen Wissenschaftler des SENF-Büros für angewandte Wissenschaften (SBfaW) haben die Lösung: Punkteteilungs-Multiplizierungs-Kombination. Die Punkte aus der Vorrunde werden geteilt und jeweils mit dem Tabellenrang multipliziert. Halbe Punkte werden danach aufgerundet. Die Meisterschaft der abgelaufenen Saison wäre mit diesem Modus ganz anders verlaufen. Die Meisterschaft wird im Winter somit neu gestartet, die Saison bleibt über die gesamte Länge spannend. Wann hatten wir das bisher zum letzten Mal? Unser SENF dazu: endlich mal ein vernünftiger, ernsthaft zu prüfender Vorschlag. Vor allem, da wir uns mit diesem Modus für den Europacup qualifiziert hätten.

Modus mit Zuschauerberücksichtigung

Fragt man nach Gründen, warum eine Mannschaft nicht in die Super League gehört, ist der Zuschaueraufmarsch ein vielfach hervorgebrachtes Argument. Teams wie Vaduz, Lugano, Lausanne, Thun und GC, welche pro Heimspiel im Schnitt weniger als 5’500 Zuschauer anlocken, hätten in der höchsten Schweizer Liga nichts verloren – wenn schon das lokale Interesse nur zweitklassig ist, ist es das Team offenbar auch. Dass man diese Mannschaften nicht zwangsrelegieren kann, liegt auf der Hand. Denn: Durch wen soll man sie ersetzen? Erhielt doch letzte Saison in der Challenge League einzig der FC Zürich das Gütesiegel «Publikumsmagnet», mit einem durchschnittlichen Zuschaueraufmarsch von 9’702. Mit 3’506 Zuschauern folgt Winterthur in dieser Statistik weit abgeschlagen auf Rang zwei.

Da nun Zürich aufgestiegen ist und mit Vaduz das Zuschauer-schwächste Team der abgelaufenen Saison nur noch zweitklassig spielt, sind diese Saison in der Super League sowieso schon zehn Teams mit vielen Zuschauern vertreten. Die Unterschiede der Besucherzahlen pro Team sind jedoch auch innerhalb der Super League enorm. Im Schnitt besuchten in Basel über 22’000 Zuschauer mehr die Heimspiele als in Lugano. Obwohl die Tessiner eine tolle Rückrunde gespielt haben, scheint das Interesse eher gering zu sein. Als positives Beispiel muss man hier die Ostschweiz erwähnen: Obwohl St.Gallen wie gewohnt nur äusserst bescheidene Saisonleistungen zeigte, liegt der Club in der Zuschauerstatistik nach wie vor auf Rang drei.

Die Liga spielt nun mit der Idee, im neuen Modus auch die Zuschauerzahlen zu berücksichtigen. Unentschieden sollen wie bisher einen Punkt geben, Niederlagen null und Auswärtssiege drei. Bei Heimsiegen wird jedoch neu eine Unterteilung eingeführt. So sollen Heimsiege nur noch mit drei Punkten belohnt werden, wenn das Zuschauerinteresse einen gewissen Wert übersteigt. Erste Berechnungen von Experten gehen hier von 8’000 Zuschauern oder einer Stadionauslastung von mindestens 60 Prozent aus. Wird keiner dieser beiden Werte erreicht, gibt es nur zwei Punkte für den Sieg. Mit dieser Massnahme soll sichergestellt werden, dass die Zuschauer die Partien wieder vermehrt im Stadion statt zuhause vor dem Fernseher verfolgen. «Ich gehe nicht mehr zum Spiel, ich kann ja doch nichts beeinflussen» würde nicht länger als Argument zählen, läge es doch zukünftig an jedem einzelnen Fan, ob sein Team drei oder nur zwei Punkte beim nächsten Heimspiel holt.

Geschlossene Liga

Was in Amerika funktioniert, kann eigentlich gar nicht so schlecht sein. Entgegen dem Credo des «Landes der unbegrenzten Möglichkeiten» sind die Möglichkeiten, in einer der amerikanischen Profiligen mitzuspielen, doch ziemlich begrenzt – unabhängig der Sportart. Dein Team liegt nach der Saison auf dem letzten Platz? Kein Problem, absteigen kann nämlich niemand, was vor allem den Teams auf den hinteren Tabellenplätzen Planungssicherheit verschafft. Teure Nottransfers in der Winterpause würden der Vergangenheit angehören. Will jedoch ein anderes Team auch in der obersten Spielklasse mitmischen, muss es entweder hoffen, dass die Liga aufgestockt wird. Oder man kauft einem anderen Team die Lizenz ab und die ganze Franchise zieht in eine andere Stadt um.

Um die Liga spannender zu machen taugt dieser Modus nur bedingt, war doch der Abstiegskampf in vielen vergangenen Spielzeiten vielfach das Einzige, was bis zum Schluss spannend geblieben ist. Zudem bleibt offen, nach welchen Kriterien die neue MLS (Major League Switzerland) entscheidet, wer dabei sein darf und wer nicht. Würde man Basel nicht mitspielen lassen, wäre dieser Modus natürlich ein einfaches Mittel, die Meisterschaft wieder ausgeglichen zu gestalten. Doch wer will Jahr für Jahr gegen die genau gleichen Gegner spielen? Und wer garantiert, dass die Liga nicht auf die Idee kommt, das Ganze ohne St.Gallen durchzuziehen? Diese Idee gefällt SENF gar nicht, der Vorschlag fällt durch.

Saisonstart mit Handicap

Ein Vorschlag, welcher von den kleinen Teams und YB eingebracht und forciert wird, ist das sogenannte «Anfangshandicap». Es wird vorgeschlagen, dass die Teams der Super League nicht wie bisher mit null Punkten in die Saison starten, sondern je nach Tabellenrang der vergangenen Saison mit einem bis maximal zehn. Die Höhe des Handicaps berechnet sich aufgrund der Platzierung in der abgelaufenen Saison – Basel würde so diese Saison zum Beispiel mit einem Punkt starten, St.Gallen mit sieben, der Aufsteiger mit zehn. So soll das Leistungsgefälle der Liga minimiert werden, erhoffen sich einige Vereine. Wir hingegen sind skeptisch. Neun Punkte gegenüber dem Aufsteiger holt der FC Basel dummerweise locker auf.

Kombination mit eSports

eSports ist in aller Munde. Nachdem der FC St.Gallen als erstes Team der Schweiz eine solche Abteilung eingeführt hat, haben mittlerweile diverse andere Vereine nachgezogen. eSports ist definitiv die Zukunft des Sports. Um diesem Fakt Rechnung zu tragen, will die Liga die eSports-Teams stärker im Ligabetrieb integrieren. Ein Vorschlag sieht vor, dass für die Lizenzerteilung für die beiden höchsten Spielklassen ein eSports-Team obligatorisch sein soll. Diese Teams spielen eine eigene Meisterschaft, parallel zum Spielbetrieb in der Super League. Am Ende der Saison werden die Punkte auf dem Rasen und die digitalen Punkte addiert und es wird eine Tabelle erstellt. Wer am meisten Punkte hat, darf sich Schweizer Meister nennen. eSports und richtiger Fussball sollen somit zukünftig je zu 50 Prozent gewichtet werden. Als Pionier in diesem Bereich könnte der FCSG dank dieser Änderung endlich wieder mal Erfolge feiern. Das gefällt uns, weil wir so endlich mal oben mitmischen.


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Als Medium mit vielschichtigen Interessen und einer grossen Verantwortung gegenüber der ganzen Region ist die SENF-Redaktion mehrere Stunden am Tag damit beschäftigt, sich darüber zu informieren, was in der Ostschweiz passiert. Was bewegt die Leute, welche Ängste und Sorgen haben sie und inwiefern stehen diese Sorgen im Zusammenhang mit dem FC St.Gallen?

Während der Lektüre des Toggenburger Tagblatts haben wir heute folgendes erfahren: «Im Rahmen der Aktion ‘Leuchtende Kirchen’ sollen die reformierten Kirchen in Wattwil, Lichtensteig und Krinau in grüne Farbe getaucht werden. Mit der Lichtaktion macht die Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg darauf aufmerksam, dass Kirchen das Ortsbild mitprägen. Die Kirchgemeinde stehe damit zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.» Zumindest in Wattwil scheint diese Verantwortung nicht mehr möglich zu sein. Wie die findigen Journalisten des Toggenburger Tagblatts herausgefunden haben, leuchteten die Scheinwerfer in Wattwil nur bis Montag – in der Nacht auf Dienstag wurden sie bereits gestohlen.

 

Ob dieser Dreistigkeit der Diebe haben wir natürlich zuerst einen neuen Kaffee geholt und uns während dem Gang zur Kaffemaschine gehörig aufgeregt. Bereits auf dem Rückweg zum Sitzungszimmer waren wir bereits wieder im gewohnt professionellen Kreativmodus. Was nach einer solchen Nachricht durch die Köpfe unserer Redaktoren geht zeigen wir hier gerne auf.

– Mögliche Schlagzeile: «Gestohlene Scheinwerfer, Polizei tappt im Dunkeln»

– Präsident S.H., das Geständnis: «Ich klaute einen Fluter, meine Loge war nicht die hellste.»

– Im Rahmen der Aktion ‘Leuchtende Logen’ soll die Loge von Edgar Oehler in grüne Farbe getaucht werden. Mit der Lichtaktion macht der Investor darauf aufmerksam, dass Logen das Ortsbild mitprägen. Die AFG stehe damit zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.

– Wären wir beim Blick: «LED-Trottel – 18jähriger St.Galler Ultra beleuchtet Kinderzimmer mit gestohlenem LED-Fluter. Bei einer Hausdurchsuchung wurden unter anderem 300 Glühbirnen, 50 Kilo Energiesparlampen, diverse Batterien und ein Schrank voller Kerzen sichergestellt. Zudem sind Fahnder der Dorfpolizei Toggenburg an seinem Arbeitsplatz auf mehrere Schreibtischlampen gestossen.»

– Ob in naher Zukunft das Kloster St.Gallen grün beleuchtet wird?

– Lösungsansatz für die Polizei: Am Sonntag hat St.Gallen gegen GC gewonnen. Die Polizei soll alle Wattwiler GC-Fans kontrollieren. Bestimmt hat einer von denen die grüne Kirche entdeckt und bei so viel Grün Rot gesehen.

– Leserbrief von morgen: «Die Schweiz am Abgrund: Sogar unsere Kirchen werden bestohlen.»

– Mögliche Medienmitteilung der IG Stiller: «Im Toggenburg wurde in der Nacht auf Montag die IG Dunkler gegründet. Unser Ziel: Im Stadion soll nach 17 Uhr kein Flutlicht mehr brennen dürfen.»

– Mögliche Medienmitteilung des FCSG: «Dank des grosszügigen Engagements eines Sponsors, wird es uns in Zukunft möglich sein, das gesamte Stadion grün zu beleuchten und nicht nur den kybunpark-Schriftzug. Wir bedanken uns herzlich.»

Ob der Scheinwerfer tatsächlich wieder zum Vorschein kommt, erfahren Sie wohl am ehesten, wenn sie regelmässig Zeitung lesen. Die SENF-Redaktion hat bis dann bereits andere wichtige Themen in Arbeit und kann hier deshalb nicht am Ball bleiben. Es sei denn, der FCSG wäre tatsächlich in diesen Vorfall involviert. Dann werden wir die SENF-Detektei auf den Fall ansetzen.

Bei dieser Gelegenheit eine Ankündigung in eigener Sache: Beim alljährlichen Adventskalender der Stadt St.Gallen wird SENF dieses Jahr auch mitmachen. Am 22. Dezember beleuchten wir zu diesem Zweck unser Bürohochhaus im Finanzviertel leuchtend grün. Unsere Leser sind herzlich dazu eingeladen, Teil dieses Spektakels zu sein. Den Glühwein bringen Sie bitte selber mit.


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Die Fussball-Europameisterschaft in Frankreich beginnt heute. Mit der steigenden Vorfreude hat auch die Berichterstattung über Sportliches und über das Drumherum zugenommen. So konnte man in den vergangenen Tagen in der NZZ unter anderem lesen, dass neue Regeln gelten: Bei Penaltys darf der Schütze nicht mehr verzögern, die Dreifachbestrafung – rote Karte, Elfmeter und Spielsperre – gibts nicht mehr und die Unterwäsche muss die gleiche Farbe wie die Hose haben. Am Wichtigsten aber: Der Schiri kann schon vor Anpfiff rote Karten austeilen.

rote Karte

Das muss man uns nicht zweimal sagen! Wir haben eine Liste zusammengestellt, wer bereits vor Anpfiff von uns die rote Karte kassiert – immer für essentielle Vergehen gegen die Sportlichkeit.

Unbestrittene Nummer 1: Cristiano Ronaldo. Selbst ihm selber geht der endlos andauernde Hype um seine Person langsam auf die Nerven.

Nummer 2: Ricardo Cabanas. Sorry, Ricci, das isch Europameischterschaft. Biz Reschpekt!

Nummer 3: Granit Xhaka oder Taulant Xhaka. Weil sie jede Frage nach der komischen Situation, gegeneinander zu spielen, so geduldig beantwortet haben. Mit der direkten roten Karte vor Spielbeginn ist die Lage von vornherein entschärft.

Nummer 4: Renato Steffen. Olémine, tätowierte Unterarme. #Pussy, wusste schon Büne Huber, mfall!

Nummer 5: Burim Kukeli. Absteigen und EM spielen: Disqualifiziert!

Nummer 6: Hakan Yakin. Nein, das war vor ein paar Jahren. Dieses Jahr sind Sie, Herr Yakin, nicht mehr aufgeboten, jetzt lassen wir die Jungen einmal ran.

Nummer 7: Davide C. Brauchts hier eine Begründung? Davide C. kriegt von uns immer die rote Karte.

Nummer 8: Batuhan Karadeniz. Weil sonst die Einlaufkinder Angst kriegen würden.

Nummer 9: Alex Frei. Seine Eskapaden vor Spielbeginn sind unerträglich. „Das isch emol e Schueh“ – „Das isch emol ä Triggo“ – „Das isch emol ä Düre“

Nummer 10: Gianni Infantino. Aus Sepp Blatters Vermächtnis lernen heisst auch, besser von Beginn an Rot zu zeigen.

Wir erheben mit dieser Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Welchen Spieler (oder Funktionär) haben wir vergessen? Teilt uns eure Vorschläge in den Kommentaren oder via soziale Medien mit #Platzverweis mit.

Foto: Ian Burt, CC BY 2.0 (Quelle)


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Zugegeben, Jeff Saibene war in St.Gallen nicht mehr bei allen beliebt. Die zahlreichen verschlafenen Rückrunden und der doch etwas verhaltene diesjährige Saisonstart liessen einige Fans daran zweifeln, ob Saibene noch der richtige Mann für diesen Job sei. Mit dem überraschenden Rücktritt hat der Trainer des FC St.Gallen seinem Club einen Bärendienst  erwiesen: Nun muss sich der FCSG auf die Suche nach einem neuen Coach machen, eine Aufgabe, an die man sich in St.Gallen schlicht nicht mehr gewöhnt ist. Um den Verantwortlichen die Arbeit zu erleichtern, hat SENF fünf  Vorschläge zusammengestellt. Die möglichen Kandidaten sind dabei so sorgfältig ausgewählt und passen so gut zum FCSG, dass man fast das Los entscheiden lassen muss.

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Andy Egli

Keine Trainersuche sollte vonstattengehen, ohne den 57-jährigen Egli zumindest in der engeren Auswahl zu haben. Egli, der als Spieler insgesamt fünfmal Meister und viermal Cupsieger wurde, gilt zu Recht als einer der versiertesten Kenner des Schweizer Fussballs. Seine langjährige Erfahrung als Trainer von verschiedensten Topteams wie Luzern, Aarau oder zuletzt dem SC Cham machen ihn zu einem der heissesten Anwärter auf den Job in St.Gallen. Da der FC St.Gallen zukünftig bekannterweise wieder vermehrt auf die eigene Jugend setzen will, hat Egli dank seinem Job als Nachwuchschef in Luzern ein echtes Ass im Ärmel. Auch die Tatsache, dass er in St.Gallen bereits einmal als Sportchef tätig war, spricht für ihn. Ein Grossteil der St.Galler Fans kommt heute noch ins Schwärmen, wenn sie auf die ruhmreichen Zeiten mit Egli zu sprechen kommen. Das Problem mit Kandidat Egli: Immer wenn im Schweizer Fernsehen ein versierter Fussball-Kenner gesucht wird, ist Andy Egli nicht weit. Es dürfte also nicht einfach sein, den Scheinwerfer-gebräunten Fachmann aus den SRF-Studios zu locken und anschliessend ohne Billag-Gebühren zu bezahlen.

Urs «Longo» Schönenberger

Wovon andere Trainer das ganze Leben träumen, das hat Schönenberger geschafft: Er hat im Jahr 2005 mit dem FC Thun ein Team in die Champions League geführt. Was damals als absolutes Fussballmärchen galt, wird dem 56-jährigen Zürcher auch heute noch hoch angerechnet. Dass er auf die Saison 2005/06 von der sportlichen Führung der Thuner freigestellt wurde, lag einzig und allein an der mangelnden Kompetenz ebendieser und keinesfalls am Zürcher Erfolgstrainer. Longo hat danach erneut bewiesen, dass er keine Eintagsfliege ist und wirklich zu den Top-Trainern dieses Landes gehört. Dies als er den FC Aarau trotz aussichtsloser Situation in der Saison 2005/06 vor dem Abstieg gerettet hat. Auch seine internationale Erfahrung als Coach des SCR Altach könnte für den FCSG Gold wert sein – schliesslich kann, nach der erfolgreichen Etablierung des FCSG in der obersten Liga, in zehn Jahren das Saisonziel nur Europacup heissen. Schönenbergers Nachteile: Die Erwartungshaltung in der Ostschweiz dürfte für ihn wohl zu hoch sein. Longo hat zwar den Ruf eines ausgezeichneten Trainers, doch seine Erfolge mit dem FC Thun eilen ihm voraus: Die Fans in St.Gallen würden von einem Mann wie ihm nichts anderes als die Qualifikation für die Champions League erwarten.

Gilbert Gress

Kaum ein Trainer mit einem Schweizer Pass (Gress besitzt auch den französischen) verfügt über so viel Erfahrung im Fussballbusiness wie Gress. Der äusserst erfolgreiche Gress wäre für den FC St.Gallen eine Bereicherung. Ein Trainer mit einem solchen Leistungsausweis – unter anderem französischer Meister mit Olympique Marseille als Spieler und Trainer sowie mehrfacher Schweizer Meister als Trainer – würde ein Signal an die nationale Konkurrenz aussenden, das die anderen Teams erzittern liesse: Wer einen Trainer holt, der in Frankreich als Trainer des Jahres 1978 ausgezeichnet wurde, tut dies nur, um ganz oben mitzumischen. Auch für die zahlreichen Franzosen im Team des FCSG wäre eine Verpflichtung von Gress ein starkes Zeichen – sie würden endlich verstehen, was der Trainer denn nun genau von ihnen verlangt. Gress’ Nachteile: Sowohl bei Aarau, als auch bei der Schweizer Nationalmannschaft scheiterte eine Vertragsverlängerung an den Lohnforderungen von Gress. Andererseits darf ein Mann wie Gilbert Gress, der wie kein zweiter den modernen Fussball verkörpert, auch etwas kosten.

Diego Armando Maradona

Der bald 55-jährige Argentinier würde das Image des FC St.Gallen mächtig aufpolieren und den Verein weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt machen. Nicht nur sportlich, sondern auch finanziell würden sich bei einer Verpflichtung Maradonas ganz neue Türen öffnen. St.Gallen könnte mit ihm als Trainer auch die Massen aus dem nahen Ausland (wie dem Vorarlberg, Baden-Württemberg oder gar aus Zürich) anlocken. Die Hand Gottes würde zweifellos auch bei der Mannschaftsaufstellung ein goldiges, von Gott geführtes Händchen beweisen. Zusätzlich könnten mit Maradonas Beziehungen viele junge argentinische Talente den Durchbruch in Europa schaffen und von der Ostschweiz aus für viel Geld in die anderen europäischen Top-Ligen transferiert werden. Maradonas Nachteil: Er kennt den Schweizer Fussball nicht. Es müsste zusätzlich ein Assistenztrainer mit Erfahrung angestellt werden. Hier böte sich zum Beispiel Rolf Fringer an. Zur Zeit zwar (wenig) erfolgreich in Luzern als Sportchef tätig, jedoch zweifellos ein Mann für diesen Job. Die für die Verpflichtung von Barnetta gedachten Mittel könnten hier sinnvoll investiert werden.

Lothar Matthäus

Wenn einer der erfolgreichsten deutschen Trainer der Neuzeit auf dem Trainermarkt zu haben ist, muss er auch in St.Gallen ein Thema sein. Doch nicht nur sportlich, sondern auch menschlich würde Matthäus hervorragend zu St.Gallen passen. Der ruhige Arbeiter würde sich mit Präsident Dölf Früh sicherlich bestens verstehen, halten doch beide nicht viel von grossen Tönen und arbeiten lieber im Hintergrund. Trotzdem würde Matthäus einen gewissen Promifaktor in die Ostschweiz bringen, was den St.Gallern nach einigen Jahren mit dem Luxemburger Jeff Saibene ganz gut tun würde. In seiner extrem erfolgreichen Zeit als Nationaltrainer von Bulgarien hat Matthäus klar gezeigt, dass er trotz der knapp verpassten Qualifikation für die EM 2012 durchaus für höhere Aufgaben geeignet ist. Mit ihm an der Seitenlinie könnte der Traum von einer weiteren Europacup-Saison wieder in Erfüllung gehen. Matthäus hat seiner Konkurrenz auf dem Trainerposten noch etwas voraus: Keiner versteht es so gut wie er, die manchmal wacklige St.Galler Abwehr zu stabilisieren. Mit der Wiedereinführung des Liberos würde er Daniel Lopar im restlichen Saisonverlauf ungemein entlasten. Matthäus’ Nachteile: Wie lange würde St.Gallen einen Trainer mit solch internationalem Ruf halten können? Der FC St.Gallen müsste damit rechnen, dass Matthäus bei einem entsprechenden Angebot eines Bundesligisten um Freigabe bitten würde. Für deutsche Trainer ist die Schweiz – nicht zuletzt aufgrund der beinahe unüberwindbaren Sprachbarriere – nicht das höchste aller Gefühle, der Traum ist und bleibt die Bundesliga.

An dieser Stelle möchten wir unsere Leserinnen und Leser sowie Christian Stübi darauf hinweisen, dass diese Vorschläge keinesfalls ernst gemeint sind. Sollte tatsächlich einer unserer Kandidaten den Trainerjob erhalten – wir wären schockiert! SENF lehnt jegliche Haftung für Schäden ab, welche dem FC St.Gallen entstehen, wenn trotz obiger Warnung einer der genannten Kandidaten das Rennen macht.


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Es ist wieder so weit: In St.Gallen wurde am Donnerstag die 72. OLMA eröffnet. Ein Volksfest für Jung und Alt, dieses Jahr mit den Ehrengästen Alex Frei und Walter Stierli unter dem Motto «Rüüdig guet wenn d’Tabelle ofe Chopf stellsch! FC Lozärn». Doch die OLMA hat auch üble Nebenwirkungen, die von der lokalen Presse gerne in den Hintergrund gedrängt werden: Alkoholexzesse, Wildpinkler und sogenannte OLMA-Gänger! Wie bei der Stadtpolizei St.Gallen in Erfahrung gebracht werden konnte, ist sie auf gutem Weg, alle diese Probleme aus der Welt zu schaffen – einzig ein Konzept fehle noch.

Diese Konzeptlosigkeit hätte gestern beinahe in einer Tragödie geendet. Wohl aufgrund des zu hohen Alkoholpegels kam bei einer illegalen Rennveranstaltung eine Chaoten-Sau von der Strecke ab und raste quer durch die St.Galler Arena. Gemäss neusten Informationen wurde dabei wie durch ein Wunder niemand verletzt. «Ich habe richtig Schwein gehabt, ich hätte tot sein können!», meinte eine sichtlich geschockte Augenzeugin. «Aber von der hiesigen Kuscheljustiz ist ja auch keine Hilfe zu erwarten. Jede Wette, dass diese Sau bereits morgen wieder auf freiem Fuss ist.»

Raser-Schwein

Quelle: Leserreporter

Am meisten betroffen von diesem Vorfall ist jedoch der FC St.Gallen. Auf den ältesten Fussballverein der Schweiz kommen nun nämlich einige Probleme zu. Durch die Abkürzung quer durch die Arena wird der Platz wohl eine ganze Zeit unbenutzbar sein. «Eine solche Schweinerei habe ich nun wirklich noch nie gesehen», meinte jedenfalls der Platzwart, der bereits heute Morgen mit den ersten Arbeiten beschäftigt war. Was dem FCSG ebenfalls Sorgen bereiten dürfte ist die Tatsache, dass die Täterschaft wohl aus dem Umfeld des FC St.Gallen stammt. Gemäss Informationen unseres Leserreporters, trug der Täter eindeutig Kleidung mit einem FCSG-Logo. Beim FC St.Gallen ist man jedoch der Meinung, dass hier jemand dem FCSG bewusst schaden will. Der Pressesprecher des Vereins gab den Medien folgende Auskunft: «Gestern wurde durch Unbekannte unsere Facebook-Seite gehackt. Ein Bekennerschreiben ist bis jetzt aber noch nicht eingegangen.» Tatsächlich wurde auf der Facebook-Seite des FCSG folgendes Statement abgegeben: «Wie erwähnt sind auch wir an der OLMA anwesend – und zwar mit einem Rennsäuli. Leider hat unsere Topteilnehmerin heute den Weg abgekürzt und ist darum ausgeschieden.» Vor allem der letzte Abschnitt lässt Anwohner und OLMA-Gäste erzittern: «Aber es stehen uns noch viele Renntage bevor!». Dieser Aufruf zur Gewalt ist übrigens noch immer online – wie SENF exklusiv in Erfahrung bringen konnte, kann der Eintrag derzeit auch nicht gelöscht werden. Der Webmaster ist noch an der OLMA.