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Wir hatten es im SENF #03 bereits thematisiert: Nach Salzburg und Leipzig soll der Getränkekonzern Red Bull ein Auge auf den englischen Verein Leeds United geworfen haben. Die Gerüchte wurden in diesen Tagen wieder aktuell. Bisher dementiert Red Bull.

Gerüchte gabs schon seit geraumer Zeit. Nun hat der Daily Mirror am 3. April berichtet, dass die Übernahmegelüste von Red Bull mittlerweile handfest seien. Der Deal soll bereits in zwei bis drei Wochen erfolgen, dazu sollen wichtige Vertreter des Getränkekonzerns an die Elland Road gereist sein. Im Raum stünde auch ein Verkauf von Red Bull Salzburg oder RB Leipzig, weil man Restriktionen seitens der UEFA befürchte, sollte der Konzern bei einem weiteren Verein als Haupteigner einsteigen.

Wie viel an den Gerüchten dran ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Der Konzern dementiert in den Salzburger Nachrichten jegliches Interesse. Ein weiteres Engagement im Fussball sei nicht geplant. Dem widerspricht die Fan-Initiative Leeds Fans CBS, die versucht, den Fans einen signifikanten Anteil an Leeds United zu erstehen. Sie berichtet im Gespräch mit dem BBC-Journalisten Adam Pope von insgesamt sechs potenziellen Käufern für Leeds United. Fünf davon sollen Interesse an einem Einbezug der Fans haben. Der sechste sei Red Bull. Deren Verbindungsmann wollte einen Wechsel des Namens und der Farben nicht ausschliessen.

Gesichert scheint bisher nur, dass der Verein zum Verkauf steht. Massimo Cellino, der über seine Firma Eleonora Sport derzeit Leeds United kontrolliert, soll gemäss dem italienischen Journalisten Gianluca Di Marzio einen Einstieg beim krisengeschüttelten FC Parma in Erwägung ziehen. Cellino bestätigt gegenüber der Yorkshire Evening Post denn auch die Gerüchte zu Red Bull. Nur: Er darf zurzeit sein Amt nicht ausüben. Wegen Steuervergehen wurde er bis zum 3. Mai von der englischen Liga suspendiert.

Unseren Bericht über Red Bull im SENF #03 beendeten wir so: „Unlängst machten Gerüchte die Runde, der Konzern sei auch am englischen Verein Leeds United interessiert. Auch wenn daraus (noch?) nichts geworden ist, die Fussballabteilungen von Red Bull verteilen sich über die Fussballwelt wie das klebrige Getränk über Bartheken: Einmal nicht aufgepasst und kaum mehr wegzukriegen.“ Das Fragezeichen um Leeds und Red Bull dürfte nach den jüngsten Gerüchten nicht kleiner geworden sein.

Red Bull


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Am 29. Januar erscheint die dritte Ausgabe des SENF zum Thema «Geld im Spiel». Geld hat beim FC St.Gallen immer eine grosse Rolle gespielt. Die bewegte Vergangenheit mit finanziellen Engpässen und Putschversuchen rekapitulieren wir im Artikel «Aufruhr im Osten der Stadt». Ein Ausschnitt.

Aufruhr im Osten der Stadt

Im September 1994 wurde Hans Hurni an die Spitze des Vereins gewählt. Turbulent ging es weiter, die nachfolgende Saison sollte sogar als eine der turbulentesten in die Annalen eingehen und der Ligaerhalt konnte erst am letzten Spieltag sichergestellt werden. Im vorletzten Spiel durfte der FC St.Gallen in Kriens nicht verlieren, doch der Gastgeber führte bis zur 83. Minute mit 2:0, wodurch die Chancen des FC St.Gallen auf den Ligaerhalt nur noch statistischer Natur waren. Die Wende gelang schliesslich dank Toren von Marc Zellweger und Radoslav Gilewicz. Dennoch drohte der Abstieg am grünen Tisch. Nur durch eine beispiellose öffentliche Spenden- und Lizenzkleber-Aktion – einen Kleber konnte man für 5 Franken erstehen, dafür gab es einen Gratiseintritt zum letzten Spiel gegen Solothurn – konnten die benötigten 300’000 Franken aufgebracht werden, sodass sich die Nationalliga mit einem Begnadigungsgesuch erweichen liess. Hans Hurni zog sich im Oktober 1996 zurück und überliess das FC-Präsidium Emil Kern.

Die finanziellen Probleme rissen jedoch nicht ab. Auf Geheiss der Nationalliga mussten die Anteilscheine der Stadiongenossenschaft um 50 Prozent abgeschrieben werden, wodurch ein Betrag von 350’000 Franken an Aktiven verloren ging. Die Saison 1996/97 schloss mit einem Defizit von 980’000 Franken, sodass der FC insgesamt mit über 1.5 Millionen Franken verschuldet war. Das Budget des Vereins belief sich zu jener Zeit auf knapp 4.5 Millionen Franken, was dem tiefsten Budget aller Nationalliga-Clubs entsprach. Die Nationalliga legte dazumal bei der Lizenzerteilung fest, dass die Verschuldung 500’000 Franken nicht überschreiten durfte. Die grosse Schuldenlast führte dazu, dass der Verein pro Jahr fast 100’000 Franken nur an Schuldzinsen zahlen musste. Verzweifelt wurde eine Mitgliederaktion namens «Powerplay» initiiert, deren Ziel es war, die Anzahl Clubmitglieder von 1’600 auf 5’000 zu erhöhen. Es konnten jedoch nur 700 neue Mitglieder gewonnen werden, wodurch aber immerhin 150’000 Franken in die Kassen gespült wurden. Schliesslich überliessen Mäzene dem FC St.Gallen 1.1 Millionen Franken, sofern der Verein die restlichen 400’000 Franken anderweitig aufbringen konnte, was schliesslich gelang. Emil Kern berichtete von über 200 persönlichen Meetings und Telefonaten, bis er den Betrag zusammenbekam, ein offenes Geheimnis war auch sein persönliches Engagement.

SENF #03 erscheint am 29. Januar 2015. Wir feiern den Release im Fanlokal mit einer Ostschweizer Elefantenrunde: Drei Präsidenten, drei Vereine, drei Ausgangslagen. Die Türen öffnen sich um 19.00 Uhr, los gehts um 20.00 Uhr. Weitere Angaben zum Inhalt findest du hier, das Magazin vorbestellen oder ein Abo abschliessen kannst du hier.

Plakat SENF03 Release