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Als Pascal Claude seine wöchentlichen Kolumnen in der Schweizer Wochenzeitung (WOZ) einstellte und später auch seinen Blog knappdaneben.net auf Eis legte, fehlte dem Schweizer Fussball eine der kompetentesten Stimmen. Nun hat Pascal Claude seinen Blog reaktiviert und in einem Buch mehrere Geschichten «aus den Randgebieten des Fussballs» zusammengefasst. Endlich!

Den Autor des Buches «Viele Grüsse aus dem Stadion – Neues aus den Randgebieten des Fussballs» zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Pascal Claude ist Fussballfan, ohne sich wirklich nur einem einzigen Verein verschrieben zu haben. Und das obwohl er vor dem Umbau des Letzigrund in der Stadionbar Flachpass gearbeitet hat. Pascal Claude sammelt Fussballschallplatten, die er unter 45football.com archiviert und unter dem Titel «Singende Beine» auch immer mal wieder in informativer und sehr amüsanter Art und Weise live präsentiert, dies auch schon mehrere Male in St.Gallen. Mit Knapp daneben gab er schon 1997 ein Fanzine heraus, das mittlerweile im gleichnamigen Blog eine digitale Fortsetzung findet. Schreibend betätigte er sich lange Zeit auch mit einer Kolumne bei der WOZ. Mit dem Buch «Viele Grüsse aus dem Stadion» erscheinen seine kurzweiligen Kurzgeschichten nun zum zweiten Mal in Buchform. Egal in welcher Rolle Pascal Claude gerade unterwegs ist, er zeichnet sich immer durch eine pointierte Meinung aus. Er schafft es, aktuelle Fehlentwicklungen im Umgang mit Fussballfans zu kritisieren, ohne dabei als blinder Verfechter der Fanszenen zu wirken. Ganz im Gegenteil: Wenn er es für angebracht hält, kritisiert Claude auch die Fans selbst.

Man könnte erwarten, dass die zu einem Buch zusammengefassten Geschichten allesamt nur Fussball zum Inhalt haben. Das haben sie auch, aber oft beginnen die Geschichten mit persönlichen Erlebnissen, die so gar nichts mit Fussball zu tun haben scheinen. Der Fussballbezug ergibt sich dann erst zum Ende einer Geschichte. Ob Claude die Medien für ihre Berichterstattung kritisiert, die Leiden eines Sammlers beschreibt, latenten Rassismus offenlegt oder die manchmal schwer zu verstehenden Denkmuster einer Fanszene hinterfragt, die Geschichten sind trotz – oder gerade wegen – ihrer Kürze immer auf den Punkt gebracht. Mehr über den Inhalt des Buches zu verraten, möchten wir uns nicht anmassen. Die Geschichten muss man selber lesen, um von ihnen eingenommen zu werden. Sogar 11Freunde-Chefredakteur Philipp Köster hat in einem Tweet nur lobende Worte übrig und trifft den Nagel auf den Kopf: «Einer der klügsten Köpfe des Fussballjournalismus und sein neues grossartiges Buch.»

Das Buch ist für 25 Franken unter www.woz.ch erhältlich. Pascal Claude stellt Passagen aus seinem Buch am 20. November im Fanlokal vor.

Stadiongruesse_Pascal_Claude


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Ein wenig mehr als ein halbes Jahr nach dem von vielen Spekulationen begleiteten Erscheinen der Erstausgabe des SENF war es vergangenen Freitagabend wieder soweit: Das rund 15-köpfige Kollektiv lud die fussballinteressierte Ostschweizer Bevölkerung abermals ins Fanlokal ein. Aus dem Zweck der Veranstaltung wurde – im Gegensatz zum Januar – kein Hehl gemacht: Die Zweitausgabe des St.Galler Fussballmagazins sollte der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Zugegeben: Nicht ganz so viele Leute konnten ins Fanlokal gelockt werden wie noch im Januar nach der aufsehenerregenden Flyer-Aktion im Rahmen des Europacup-Heimspiels gegen Swansea. Vielleicht lag es auch ein wenig daran, dass die Überraschung der durch das SENF-Kollektiv initiierten Aufnahme unseres allseits geliebten Fussballclubs in den «Club of Pioneers» bereits im Laufe des Freitags die Runde gemacht hatte. An dieser Stelle möchten wir dem FCSG ein Kränzchen für den Entscheid winden, sich dem «Club of Pioneers» anzuschliessen. Die Vorlage von SENF hat der FCSG angenommen und mustergültig verwertet. Dieser Entscheid zeugt davon, dass es dem FCSG nicht reicht, sich bloss ein lange zurückliegendes Gründungsdatum auf die Fahnen zu schreiben, ohne auch die dahinterstehende Tradition hochzuhalten. Der Verein scheint sich der Verantwortung bewusst zu sein, die eine solch lange Geschichte mit sich bringt – es kann also tatsächlich von lebendiger Tradition gesprochen werden. Wir gratulieren!

Zu einer gelebten Tradition gehört selbstverständlich auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Das 135-Jährige Jubiläum des FCSG hat das SENF-Kollektiv zum Anlass genommen, sich intensiver mit der Geschichte unseres Clubs auseinanderzusetzen. Nach unzähligen Stunden in den Archiven der Stadt ist dabei ein 90-seitiges Heft entstanden, von dessen Inhalt sich die zahlreichen Besucher des Release-Anlasses gleich selber überzeugen konnten. Sie kamen aber auch in den Genuss einer Gesprächsrunde mit den beiden ehemaligen FCSG-Spielern Kurt Brander und Beat Rietmann sowie dem legendären Trikotsammler Markus Deininger. Passend zu den eingeladenen Gästen sowie dem Titelthema der zweiten Ausgabe drehte sich das Gespräch natürlich um (längst) vergangene Tage des FC St.Gallen. So wurde beispielsweise die mittlerweile abgeflaute Rivalität zwischen dem FCSG und dem SC Brühl thematisiert, das legendäre Helikopterspiel im Espenmoos kam selbstredend auch zur Sprache und zu guter Letzt erhielt Markus Deininger von Beat Rietmann ein Fido-Shirt, das tatsächlich noch nicht in der nun 1’851 Shirts umfassenden Sammlung vorhanden war. Wer sich die ganze Gesprächsrunde in fast voller Länge (noch einmal) anhören respektive ansehen möchte, kann dies hier tun.

Wer es vergangenen Freitag verpasst hat sich ein Exemplar zu sichern, hat kommenden Sonntag anlässlich des Heimspiels gegen den FCZ in allen Sektoren die Möglichkeit, ein Exemplar von unseren Verkäufern zu erwerben. Es besteht selbstverständlich auch nach wie vor die Möglichkeit das Heft online zu bestellen und sich direkt nach Hause liefern zu lassen – neu sogar auch im Abonnement.

SENF02_Release


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Die WM steht vor der Türe und macht auch vor dem St.Galler Palace nicht Halt. Wer anlässlich der WM2010 das Public Viewing im ehemaligen Kino besucht hat, wird sich sicher auch in diesem Jahr darauf freuen. Das Adrenalin-Team von toxic.fm mit Gästen und ein Grill laden zum etwas anderen WM-Genuss!

WM im Palace

Bereits davor widmet sich das Palace schon dem runden Leder. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Erfreuliche Universität» informiert der Journalist Carlos Hanimann am Dienstag, 3. Juni, ab 20.15 Uhr über «Blatters Brasilien – Fussball, Samba, Tränengas».

Als die Fifa im Oktober 2007 die Fussball-Weltmeisterschaft 2014 nach Brasilien vergab, ging für viele BrasilianerInnen ein Traum in Erfüllung. Korrupte Funktionäre, chaotische Bauarbeiten und ein herrischer Fifa-Präsident sorgten für Ernüchterung. Und dann wäre im Juni 2013 wegen der grössten Proteste seit Jahrzehnten beinahe die Hauptprobe geplatzt. Der Journalist Carlos Hanimann, der ein NZZ-Folio zu Brasilien verfasst hat und regelmässig zur Fifa recherchiert, spricht über Blatters Brasilien.

Nur eine Woche später wird Pascal Claude das Palace mit einer WM-Sonderausgabe seines Programms «Singende Beine» beehren. Claude ist regelmässiger Gast in St.Gallen. Auf Einladung des DV1879 liess er vor einiger Zeit in die Grabenhalle dutzende Interessierte in seine Sammlung von Fussball-Schallplatten eintauchen. Etwas weniger lang zurück liegt sein Auftritt im Fanlokal. Wer an einem der beiden Abende dabei war, weiss: Es lohnt sich!

«Buenos Dias, Argentina», sang die Deutsche Nationalmannschaft 1978, «Buenas noches», konterte der Liedermacher und Kritker der Militärjunta, Peter Jakobi. Die Geschichte der Weltmeisterschaften ist auch eine Geschichte ihrer Begleitmusik: Schrill, dumm, laut oder schief werden Team und Turnier besungen, mit dem immergleichen Ziel: «This time, we’ll get it right!» Pascal Claude führt anhand seiner Fussballplattensammlung im Vierjahresrhythmus durch die vergangenen Jahrzehnte und gibt dabei Udo Jürgens ebenso das Wort wie Gianna Nannini.


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In der Ostschweiz gibt es nur wenige Tabubrüche, die man begehen kann. Das bewusste Verzehren einer St. Galler Bratwurst mit Senf gehört mitunter sicherlich dazu. Dementsprechend hohe Wellen schlugen die anlässlich des letzten Europa League-Gruppenspiels gegen Swansea im ganzen Stadion verteilten Flyer mit dem Aufdruck: «Im neue Johr isst mer au z’Sangallä d’Brodwurscht mit Senf». Im Vorfeld der Enthüllung wurden einige Spekulationen herumgereicht, worum es sich denn nun konkret handeln könnte: Die 20 Minuten sprach von der «Senf-Bombe», beim St.Galler Tagblatt war von einer allfälligen Verbrüderung mit den ungeliebten Gästen aus Zürich die Rede und das Magazin Saiten sprach gar von SENF als Abkürzung des neugegründeten «Sondereinsatzkommando Einheimischer und Naturverbundener Fussballveganer».

Vergangenen Donnerstagabend war es dann endlich soweit: Eine beachtliche Masse an Neugierigen war der Aufforderung des Flyers ins Fanlokal gefolgt und liess es sich nicht nehmen, dem Platzen der «Senf-Bombe» beizuwohnen. Die gute Nachricht zuerst: Es handelt sich dabei keinesfalls um den vielfach befürchteten kulinarischen Paradigmenwechsel oder gar eine Verbrüderung mit Zürcher Fussballfans. Cheftrainer Jeff Saibene höchstpersönlich gebührte die Ehre den weiteren anwesenden Gästen das erste Cover des neuen Fussballmagazins SENF zu präsentieren. Passend zum Titelthema Europa fand danach eine Gesprächsrunde mit dem Trainergespann Jeff Saibene und Daniel Tarone über das vergangene Europa League-Abenteuer statt. Bei Bier und Wurst sowie musikalischer Unterhaltung wechselten die ersten Exemplare des neuen Magazins die Seiten. Weitere Möglichkeiten das Magazin zu erwerben bestehen an den Heimspielen des FC St. Gallen, im Fanlokal sowie hier auf unserer Homepage.

Ach, und übrigens: So absurd manch eine Spekulation auch gewirkt haben mag, das Magazin Saiten lag mit der Vermutung richtig, dass SENF eine Abkürzung sei. Korrekterweise steht SENF dieses Mal jedoch nicht für ein militantes Sondereinsatzkommando sondern für «St. Gallen Erkundet Neue Feriendestinationen» – wofür es in der nächsten Ausgabe steht, sei an dieser Stelle noch nicht verraten.

Impressionen vom Launch des Magazins