Die Spiele des FC St.Gallen live zu begleiten ist nicht immer eine freudige Aufgabe. Deshalb driften R.S. und R.S. und R.S. immer mal wieder ab. Eine subjektive Auswahl der besten Einträge im SENF-Ticker auf saiten.ch.

Ganz, ganz selten schaffen wir es schon vor Anpfiff einen Eintrag zu verfassen.

13 Uhr 38 – Neues Jahr, neues Glück. Doch der Liveticker bleibt. Sich treu. Pessimistisch und schlecht gelaunt führen wir durchs erste St.Galler Heimspiel der Rückrunde gegen Lausanne. (Lausanne, 12.02.17)

19.59 Uhr – So, bis zur Pause sind wir erst mal versorgt. Professionell und so… (Vaduz, 13.05.17)

18.46 Uhr – Unbändige Motivation beim Ticker-Team. 15 Minuten vor Anpfiff sind R.S. und R.S. schon auf der Medientribüne zugegen. Aber, wir möchten ehrlich sein: Es gab keine Brötchen mehr im Medienraum. (Sion, 16.12.17)

Wenn man sich mies fühlt, soll man ja darüber schreiben. Wenn die Akteure auf dem Platz wenig zustande bringen, nutzen wir den Liveticker auch, um persönlichen Ballast loszuwerden.

Minute 4 – Die Lausanner Mannschaft scheint übrigens einen Sponsoring-Vertrag mit Stabilo eingegangen zu sein. Der Goalie ist neon-gelb, die Spieler neon-orange. Das kenn ich noch aus dem Studium: Alles anstreichen, könnte ja wichtig werden. Wurde es selten. (Lausanne, 12.02.17)

Minute 10 – Ich frage mich ja immer, warum Kollege R.S. in jedem Ticker mindestens einmal einen Frauennamen erwähnen muss? Hilfeschrei? Prahlerei? (Luzern, 11.03.17)

Der Liveticker umsorgt den Leser mit einem breiten sportlichen Angebot. Nicht nur Fussball gibt es bei uns.

14 Uhr 45 – Bevors hier weitergeht, erneute frohe Kunde aus St. Moritz. Feuz ist nach wie vor in Führung. Ob Russi den „Mischt“ schon für „garettlet“ erklärt hat? (Lausanne, 12.02.17)

Minute 33 – Glarner Stefan will Ajeti Albian zu Boden werfen. Da hat sich der Thuner kurz mit seinem Bruder verwechselt. SENF – Din Schwingsport-Liveticker. (Thun, 23.04.17)

Einträge, bei welchen wir auch im Nachhinein noch nicht wissen, was genau das sollte. Vielleicht muss man zwischen den Zeilen lesen. Vielleich ist es auch einfach dem Bier zuzuschreiben.

Minute 1 – Anpfiff. Grün-Weiss beginnt von rechts nach links, der Ausgang ist offen. Wobei: Gewisse Präferenzen hätten wir da schon. Raus aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. (Lugano, 26.02.17)

Minute 91 – sWizZ_plAyah94@hotmail.com: cha leider nöd, mue no husi mache. wdnv, hdmmmmmmmmfg… sWizZ_plAyah94@hotmail.com hat den Chat verlassen. Sechzig Sekunden noch. Zweite Liga, nie mehr, nie mehr, nie mehr, zweite Liga… (Lugano, 26.02.17)

Minute 54 – St.Gallen startet relativ engagiert. Aber engagiert ist relativ. (Luzern, 09.08.17)

Beinahe steter Begleiter bei den Heimspielen ist Dr. O.W., der uns mit weisen Ratschlägen vor Selbstmitleid und Verzweiflung bewahrt.

Minute 48 – Wechsel sind keine auszumachen. Wobei: Es gab Saitenwechsel und die Menschen sind nun 15 Minuten älter, haben gelernt aus Fehlern und sind gewachsen. Wir sehen da andere Protagonisten. Personen, die weiser scheinen, Summe ihrer Erfahrungen sind. Die Sitzungen mit Dr. O.W. scheinen zu fruchten. (Lugano, 26.02.17)

Minute 8 – Dr. O.W. ist heute übrigens selbstverständlich auf der Medientribüne. Wir wollen ja keine unnötigen Risiken eingehen. Das Spruchband des Espenblocks kommentiert er positiv: „Rauslassen, alles rauslassen. Wer sowas in sich hineinfrisst, wird später darunter leiden.“ (Bern, 30.04.17)

Minute 40 – Kollege R.S. im Gespräch mit seinem Nachbarn, der sich ob der heute fehlenden weiten Bälle freut: „Ich vermisse das fast ein wenig.“ Gelächter, gefolgt von ungläubigen Blicken der Journalistenkollegen. Dr. O.W. schreitet ein: „Es ist ganz normal, dass man nach einem Verlust die Vergangenheit durch die rosa Brille sieht und Geschehenes verklärt.“ (Bern, 30.04.17)

Ebenfalls eine Konstante ist das Bier. Wenn Grün-Weiss schlecht spielt, verleiht es dem Ereignis dennoch Daseinsberechtigung.

Minute 21 – R.S. opfert einen Schluck Bier und bastelt daraus einen lässigen Aschenbecher für die schreibende Zunft. Opfer bringen in schweren Zeiten, Leben am Limit. Sie merken, das Spiel gibt derzeit nicht allzu viel her. (Lugano, 26.02.17)

Minute 41 – Die Sinnkrise ist übrigens abgewendet. Nicht etwa des FCSG wegen, sondern weil R.S. die Medientribüne mit Bier versorgt hat. Der Sinn des Lebens? Das heimische Brauereiwesen unterstützen – in guten wie in schlechten Zeiten. (Thun, 23.04.17)

Minute 61 – Nachdem wir die toxic.fm-Aushilfe mit den hiesigen Gepflogenheiten bekannt gemacht haben, hat er uns doch noch Bier geholt. Danke! (Sion, 06.08.17)

Minute 88 – „I glaub, sogar dä Alkohol hät s’Stadion verloh. S’Bier löst nüt i mir us.“ (Lausanne, 22.10.17)

Minute 62 – Der Wind hat hier gedreht. Jetzt ist es nochmals gefühlte 10 Grad kälter. Die Schaumkrone des Biers beginnt ihren Aggregatszustand zu ändern und schmeckt nun knusprig. (FCZ, 03.12.17)

Minute 69 – 12’577 Zuschauer sollen angeblich hier sein. Wir vermuten ein betrunkenes Drehkreuz, alle 6’288.5 Zuschauer wurden doppelt gezählt. (FCZ, 03.12.17)

Der SENF-Liveticker bedient auch die Kulturinteressierten.

Minute 54 – Noch immer sind bei den St.Gallern ähnliche Defizite auszumachen. Vor allem die Ballbesitzphasen scheinen zu kurz, sodass ein brauchbares Kurzpassspiel jeweils nur kurz zustande kommt. Eine Art Kurzkurzpassspiel. Haben den Begriff eben beim Duden angemeldet. Zusammen mit dem Wort „Guggenmusik“. Man muss die Probleme beim Namen nennen können. Gerade gestern hat eine Guggenmusik Leonard Cohens wunderbares „Hallelujah“ interpretiert. Schlimm. (Lugano, 26.02.17)

Das Tickerteam besteht aus R.S., R.S. und R.S. Aus dem Leben der Tickerer.

Minute 11 – Apropos R.S.: Beim letzten Heimspiel tickerten R.S. und R.S., während R.S. einen freien Tag genoss. Das Resultat ist bekannt, der FCSG verlor gegen Lugano. Wir ziehen die Konsequenzen. R.S. kommt zurück ins Team, während R.S. eine Denkpause auf der Tribüne absitzen muss. R.S. erhält indes eine Gnadenfrist und darf sich heute nochmal beweisen. (Luzern, 11.03.17)

Minute 9 – Liebe Leser, Sie haben es eventuell bemerkt, wir sind heute äusserst produktiv. Zwei Einträge in Minute 5. Die besonders aufmerksamen unter Ihnen dürften bereits vermutet haben, dass heute R.S. fehlt. Richtig, es tickern R.S. und R.S. (Bern, 30.04.17)

Minute 55 – Das Spiel plätschert gerade etwas vor sich hin. Wir schweifen gedanklich ab. Erinnerungen an den letzten Abend kommen hoch. Unsere Facebook-Fans wissen: R.S. hatte Geburtstag, R.S. und R.S. feierten mit. Die trinkfreudige Runde hat dabei festgestellt: R.S. sieht aus wie Constantins Sohn. Ob das Ramona auch schon aufgefallen ist? (GC, 21.05.17)

15 Uhr 55 – Um Missverständnisse vor Beginn schon auszuräumen: R.S. ist heute abwesend. Liebesurlaub, liess er ausrichten. Nicht mit Ramona allerdings. Wir wissen auch nicht mehr, aber unser People-Journalist sucht gerade den geeigneten Paparazzo um kompromittierende Bilder zu knipsen. Wir vermuten aber eh, dass er Steuerflucht begangen hat. Als Tickerer verdient man so viel, da muss man sich Gedanken zur Steueroptimierung machen… Item, R.S. und R.S. übernehmen. (Sion, 06.08.17)

Minute 56 – Wir machen diesen Eintrag nur, um wenigstens einmal fünf Minuten lang jede Minute etwas getickert zu haben. #lifegoals (Basel, 20.09.17)

Minute 66 – Nun, das Spiel gibt derzeit nicht viel her, was natürlich für Grün-Weiss spricht. Wer aber davon ausgeht, dass wir Tickerer hier einen Gaudi haben, der irrt. Das Ganze verläuft pragmatisch. Ein Transkript der letzten Minuten:

R.S: „I mue goh schiffe.“
R.S: „Ok.“
R.S: „Bier?“
R.S: „Gern, jo.“
R.S: „Hani was verpasst?“
R.S: „Nei.“
R.S: „Söll i schriebe oder machsch du?“
R.S: „Mach du.“

Falls wir einst verfilmt werden: George Clooney als R.S. und Ryan Gosling als R.S. (Basel, 20.09.17)

Minute 63 – „Tschernegg uf Buess – Goal.“, umschreibt Mentor R.S. den Sachverhalt mit faszinierendem Pragmatismus. Manchmal wünschte ich mir, er hätte einen Vollbart. Leicht ungepflegt, aber nicht schäbig. Gerade so, dass man ihm künstlerische Gleichgültigkeit unterstellen könnte. Er würde dann verträumt in die Ferne blicken und Kalenderweisheiten zum Besten geben, dessen Wert sich erst durch seinen grossväterlichen Bart ergeben würde. (Sion, 16.12.17)

Als FCSG-Fan kennt man das Gefühl der Sehnsucht nur allzu gut. Dr. O.W. kann meist Abhilfe schaffen, doch dann und wann ist sie dennoch präsent, diese Sehnsucht.

Minute 13 – Luzerns Ricardo Costa hat eben zur Ecke geklärt. Der Portugiese ist eine wohlige Reminiszenz an frühere Bundesliga-Tage. Tage, an denen Leipzig noch Lok war und Wolfsburg Deutscher Medizinballmeister. Ja Tage, an denen „Jodel“ einzig an ur-schweizerische Gesangskünste erinnerte und die Türkei auf bestem demokratischen Wege schien. Früher war alles besser. Jetzt melancholisch – der Liveticker. (Luzern, 11.03.17)

Minute 30 – Mario „Silberfuchs“ Mutsch beackert die Linie wie ein 20-jähriger Landwirt aus „Bauer ledig sucht“. Der gutmütige Tierliebhaber sehnt sich nach einem Partner fürs Leben, der mit ihm Zeit verbringt und seine Flanken ins Niemandsland als romantische Geste wahrnimmt.

Minute 25 – Das Spiel hat etwas an Intensität verloren. Wir erinnern uns an diesem geschichtsträchtigen Tag deshalb zurück. Vor genau 17 Jahren, am 21. Mai 2000, trennten sich Servette und Basel unentschieden, St.Gallen war Meister. (GC, 21.05.17)

Dann und wann schaffen wir es auch Fachwissen zu übermitteln – oder eben nicht.

Minute 5 – Ein Journalist neben uns fragt: „Hät dä Peyretti gschossä?“ Kollege R.S. ganz empört: „Frog üs nöd so Sache!“ (Thun, 23.04.17)

Minute 52 – Dass es hier unentschieden steht, ist eigentlich keine Überraschung, betrachtet man die Ausgangslage. Vor diesem Spiel hatten die beiden Teams gleich viele Punkte. Auch die Bilanz der letzten fünf Direktduelle ist ausgeglichen. Und sogar gelbe Karten haben die beiden Teams in dieser Saison bisher gleich viele geholt. (GC, 21.05.17)

Für einen Heimspielbesuch beim FC St.Gallen braucht es vor allem eines: gesunden Pessimismus. Verringert die emotionale Fallhöhe.

Minute 86 – Positiv zu erwähnen ist jedoch Salihovic. Dieser scheint sich in St.Gallen innert kürzester Zeit eingelebt zu haben. Sein Eckball geht an Freund und Feind vorbei ins Aus. (Thun, 23.04.17)

15 Uhr 43 – Wir haben unsere Plätze bereits schon eingenommen. Wir haben das hier irgendwie vermisst. Und diese Saison haben wir noch nie verloren. Wir können noch aus eigener Kraft Meister werden! „Das wird unser Jahr“, schreit der Optimist in uns. Der Realist liegt geknebelt und gefesselt unter dem Sitz. (Sion, 06.08.17)

Minute 90 – Wir träumen von Europa. Liverpool, Amsterdam, irgendwas Spanisches oder doch wieder Russland? Uns zur Zeit egal. Wir nehmen alles und verlängern schon mal vorsorglich unsere Reisepässe. (Sion, 06.08.17)

Minute 49 – Und dann hat der FCSG gleich noch mal eine grosse Chance. Wir sind etwas verwirrt. (Bern, 22.08.17)

Minute 27 – Beachtet man nur die letzten 14 Minuten, steht es hier noch 0:0. Darauf lässt sich aufbauen. (FCZ, 03.12.17)

Sprachlich wissen wir meist zu brillieren.

Minute 27 – Wir haben nicht nur einEN Ombudsmann, sondern auch ein Korrektorat. Dieses entschuldigt sich für den fehlenden Akkusativ in Minute 23. Den haben wir gestern Abend in der Beiz liegengelassen. (Bern, 30.04.17)

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