Am 29. Januar erscheint die dritte Ausgabe des SENF zum Thema «Geld im Spiel». Geld hat beim FC St.Gallen immer eine grosse Rolle gespielt. Die bewegte Vergangenheit mit finanziellen Engpässen und Putschversuchen rekapitulieren wir im Artikel «Aufruhr im Osten der Stadt». Ein Ausschnitt.

Aufruhr im Osten der Stadt

Im September 1994 wurde Hans Hurni an die Spitze des Vereins gewählt. Turbulent ging es weiter, die nachfolgende Saison sollte sogar als eine der turbulentesten in die Annalen eingehen und der Ligaerhalt konnte erst am letzten Spieltag sichergestellt werden. Im vorletzten Spiel durfte der FC St.Gallen in Kriens nicht verlieren, doch der Gastgeber führte bis zur 83. Minute mit 2:0, wodurch die Chancen des FC St.Gallen auf den Ligaerhalt nur noch statistischer Natur waren. Die Wende gelang schliesslich dank Toren von Marc Zellweger und Radoslav Gilewicz. Dennoch drohte der Abstieg am grünen Tisch. Nur durch eine beispiellose öffentliche Spenden- und Lizenzkleber-Aktion – einen Kleber konnte man für 5 Franken erstehen, dafür gab es einen Gratiseintritt zum letzten Spiel gegen Solothurn – konnten die benötigten 300’000 Franken aufgebracht werden, sodass sich die Nationalliga mit einem Begnadigungsgesuch erweichen liess. Hans Hurni zog sich im Oktober 1996 zurück und überliess das FC-Präsidium Emil Kern.

Die finanziellen Probleme rissen jedoch nicht ab. Auf Geheiss der Nationalliga mussten die Anteilscheine der Stadiongenossenschaft um 50 Prozent abgeschrieben werden, wodurch ein Betrag von 350’000 Franken an Aktiven verloren ging. Die Saison 1996/97 schloss mit einem Defizit von 980’000 Franken, sodass der FC insgesamt mit über 1.5 Millionen Franken verschuldet war. Das Budget des Vereins belief sich zu jener Zeit auf knapp 4.5 Millionen Franken, was dem tiefsten Budget aller Nationalliga-Clubs entsprach. Die Nationalliga legte dazumal bei der Lizenzerteilung fest, dass die Verschuldung 500’000 Franken nicht überschreiten durfte. Die grosse Schuldenlast führte dazu, dass der Verein pro Jahr fast 100’000 Franken nur an Schuldzinsen zahlen musste. Verzweifelt wurde eine Mitgliederaktion namens «Powerplay» initiiert, deren Ziel es war, die Anzahl Clubmitglieder von 1’600 auf 5’000 zu erhöhen. Es konnten jedoch nur 700 neue Mitglieder gewonnen werden, wodurch aber immerhin 150’000 Franken in die Kassen gespült wurden. Schliesslich überliessen Mäzene dem FC St.Gallen 1.1 Millionen Franken, sofern der Verein die restlichen 400’000 Franken anderweitig aufbringen konnte, was schliesslich gelang. Emil Kern berichtete von über 200 persönlichen Meetings und Telefonaten, bis er den Betrag zusammenbekam, ein offenes Geheimnis war auch sein persönliches Engagement.

SENF #03 erscheint am 29. Januar 2015. Wir feiern den Release im Fanlokal mit einer Ostschweizer Elefantenrunde: Drei Präsidenten, drei Vereine, drei Ausgangslagen. Die Türen öffnen sich um 19.00 Uhr, los gehts um 20.00 Uhr. Weitere Angaben zum Inhalt findest du hier, das Magazin vorbestellen oder ein Abo abschliessen kannst du hier.

Plakat SENF03 Release

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