Das Leben als Fussballfan ist nicht immer einfach. So manch einen hat seine Leidenschaft für den beliebten Ballsport schon in den Wahnsinn getrieben. Damit uns das auf der SENF-Redaktion nicht passiert, können wir auf die Hilfe des bekannten Fussball-Therapeuten Dr. O.W. zählen. In unregelmässigen Gastbeiträgen bietet er seine Hilfe an. Heute für die Marketing-Abteilung der Young Boys, wo man nicht mehr an Erfolge zu glauben scheint.

Man stelle sich meine Überraschung vor, als ich am Donnerstag merkte, dass ich wegen der falschen Mannschaft ans Cupspiel der Young Boys gegen den FC St.Gallen angereist war.

Da stand ich nun im Fansektor der Grün-Weissen und musste überhaupt nicht – wie zuvor erwartet – akute Symptom-Bekämpfung von Morbus Sangallensis betreiben. Im Gegenteil: Es schien mir, dass die FCSG-Fans im Schneetreiben voll und ganz in ihrem Element waren und ihre Bewältigungsstrategien schon vor Spielbeginn soweit geschleift hatten, dass meine Anwesenheit eigentlich gar nicht gebraucht wurde.

Und dann sah ich das hier:

 

«YBELIEVE». Aus meiner professionellen Warte wurde mir sofort klar, dass dies Ausdruck einer, man folge Freuds Argumentationen, unterbewussten Angst der Gelb-Schwarzen war, welche auf das grössere Krankheitsbild Morbus Semper Secundus schliessen lässt.

Es scheint, dass die Angst der Berner, auch diese Saison die Ausgangslage wieder zu «veryoungboysen», so gross ist, dass sogar die Kommunikationsabteilung unterbewusst davon beeinflusst wird; und das gleich in der Saisonabokampagne. Denn wenn man den Slogan «YBELIEVE» ganz sprachaffin in Englisch liest, liest man statt /ʌɪ/ (lese ai) believe – ich glaube (daran) – nämlich /wʌɪ/ (lese wai) believe. Weil das so verblüffend ähnlich klingt wie /hwʌɪ/ (why) believe – wieso (daran) glauben – und damit die Glaubensfähigkeit der Berner stark in Frage stellt, deutet das dann doch auf eine latent vorhandene, jedoch verdrängte Angst des «Veryoungboysens» hin: für mich eindeutig, das spricht für eine belastende und akute Phase des Zweifelns am eigenen Erfolg.

Ich habe mich für einen kurzen Moment wegen meiner eigenen Fehleinschätzung der Situation fassen müssen, möchte nun aber sagen: Verzweifelt nicht, ihr Berner. Morbus Semper Secundus kann behandelt werden – genauso wie Morbus Krösus, Morbus Relegatio, Morbus Sangallensis oder andere fussball-induzierte Krankheiten. Kontaktiert mich bitte unter dr-o-w@senf.sg (das kann man sich einfach merken, reimt sich ja; dafür hat mein Marketing-Experte gutes Geld verlangt) und wir können einen Sitzungstermin abmachen. Ich glaube, nächstes Mal gehe ich in den Heimsektor in Bern, Platz genug hat es da ja noch.

Herzlich, Ihr Dr. O.W.


Zur Person

Dr. O.W. ist in Fachkreisen bekannt als der erfahrenste und erfolgreichste Therapeut von fussball-induzierten Krankheiten. Sein Kundenstamm umfasst Fans, Spieler, Trainer und Vereinspräsidenten aus der ganzen Schweiz. Dr. O.W. hat sich unter anderem dadurch ausgezeichnet, dem SENF-Ticker-Team in einer emotional schwierigen Phase beizustehen. Nicht einfach nur wöchentlich auf der Behandlungscouch, sondern live und vor Ort bei zahlreichen Versuchen des FC St.Gallen, auf die Erfolgsspur zurückzukehren

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