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Das letzte Auswärtsspiel im Letzigrund brachte dem FC St.Gallen nichts ein. Zürich gewann – Torschütze war ein gewisser Keita – und marschierte weiter auf den denkwürdigen 13. Mai 2006 zu.

Hutter sass zu Hause in seinem Fussballarchiv. Er hängte Bilder und Wimpel des FCZ ab und versorgte sie in einer Schachtel mit Zürcher Adresse. Er hatte sich mit Tanja verkracht – wieder einmal wegen nichts. Hutter wollte nicht länger daran erinnert werden. Bald würden die Bagger auffahren und den ganzen alten Letzigrund plattwalzen und seine ehemalige Zürcher Mietwohnung für immer zerstören. Hutter hatte viel freie Zeit. Er hörte sich das Spiel im Radio an und hoffte wie der redselige und unverschämte Reporter auf ein 7:1 für St.Gallen. Er stellte sich vor, wie Tanja fror in der Südkurve und sich laut nervte über den enttäuschenden FCZ, der noch Meister werden wollte, aber an diesem garstigen Abend nicht einmal das langweilige und gewöhnliche St.Gallen beherrschen konnte.

Hutter kraulte Amoah und Rubio und suchte nach dem schönsten Moment in seinem Leben als Fussballfan. Er war mit Tanja nach Liverpool gefahren, sie hatten sich bei der Anfield Road herumgetrieben und waren begeistert gewesen. Die Leute in den einfachen Läden und Imbissstuben freuten sich über die Schweizer Fussballtouristen. Das Quartier sammelte Unterschriften dafür, dass das neue Liverpooler Stadion auch in Anfield gebaut werde. Die Kirche neben dem Stadion brachte völlig selbstverständlich Glauben und Fussball zusammen: «With Jesus you’ll never walk alone.» Schliesslich bezauberte Tanja mit ihrem Charme sogar den Kassier des FC Liverpool, der das Unmögliche schaffte und zwei Tickets für das Liebespaar aus der Schweiz besorgte. Es war wunderbar und auch ganz leicht. So wie guter Fussball halt.

Gut spielten die St.Galler im Letzigrund – «im letzten Grund von ganz Zürich», wie der Reporter sagte. Jetzt müssten sie es doch einfach wieder einmal packen und drei Punkte aus Zürich nach Hause bringen. Hutter hoffte. Wo stand denn geschrieben, dass St.Gallen die Saison zwingend auf Platz 5 oder 6 und hinter den beiden Zürcher Klubs beenden musste? Goalie Razzetti liess einen Freistoss abprallen und Keita verwertete zum 1:0 für den FCZ. Hutter holte Schnur und Schere und klebte das Paket für Tanja zu. Am Montagmorgen würde er es als Erstes auf die Post bringen. «Abfahre, Zöri föffzg», sagte er leise vor sich hin. So wie seine Grossmutter früher, wenn ihr die Kinder bei der Arbeit im Weg waren.

Die Katzen rasten an die Wohnungstür. Mock hielt eine Flasche ein und ein Couvert in der Hand. «Hutter, rate, was ich dir mitgebracht habe!» – «Mock, ein falsches Wort und du wirst für immer aus dieser Wohnung weggewiesen werden, wegen Belästigung eines Fussballfans während eines unerfreulichen und schwierigen Auswärtsspiels!» Mock wartete eine Weile, legte drei Tickets vor Hutter auf den Tisch und sagte ganz ruhig: «Schweiz – Frankreich in Stuttgart. Für dich, für Tanja und für mich. Nicht schlecht, oder?»


Die Geschichten von Hutter & Mock waren über Jahre fixer Bestandteil der St.Galler Matchvorbereitung. Die ersten 37 Folgen bis zum Abschluss der Rückrunde der Saison 2003/04 sind in einem Sammelband im Saiten-Verlag erschienen. Der Autor Daniel Kehl hat uns freundlicherweise die nachfolgenden, bisher nicht in Buchform erschienenen Episoden überlassen. Wir veröffentlichen in jeder Ausgabe des SENF eine Hutter & Mock-Episode, die erste im SENF #02. Zusätzlich erscheint jeden zweiten Monat eine Episode hier auf diesem Blog.

Die aktuelle Episode «Zürich, Liverpool, Stuttgart» erschien anlässlich des Heimspiels in der 24. Runde der Saison 2005/06 gegen den FC Basel.

Hutter & Mock

Bild: stades.ch


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Seit der Saison 2003/04 treten in der obersten Schweizer Liga zehn Teams gegeneinander an. Mittlerweile hat sich aber einiges getan: Meister wird nur noch Basel, die halbe Liga spielt international und fast überall stehen neue Stadien. Selbst in der Challenge League drücken einige Teams mit ansprechender Infrastruktur nach oben. In der aktuellen Ausgabe haben wir exklusiv die damals noch im Rennen befindlichen Formate vorgestellt. Die Liga hat sich nun entschieden, bei einer Zehnerliga zu bleiben. Wir zeigen, was den Fussballfans dadurch entgeht. Und was wir davon halten.

 

Finalrunde und Auf-/Abstiegsrunde

12er-Liga – die ersten acht Mannschaften qualifizieren sich für die Finalrunde und spielen um die Meisterschaft, die letzten vier duellieren sich mit den ersten vier Teams der Nationalliga B um vier Plätze in der Nationalliga A. Kann etwas, was jahrelang funktionierte und dann doch nicht als tauglich befunden wurde, heute wieder für Spannung sorgen? Wir bezweifeln das. Je nach Tabellenrang war die Saison schon im Winter gelaufen oder brach bereits im Herbst Panik aus. Der sportlichen Führung des FCSG käme dieser Modus hingegen bestimmt gelegen. Das Saisonziel «Finalrunde» tönt halt einfach besser als «Ligaerhalt».

Punkte zur Saisonhälfte halbieren

Wer kann sich noch an die Punktehalbierung erinnern? Wohl jeder. Und wer an eine erfolgreiche Rückrunde des FCSG? Wohl niemand. Aufgrund dieser eklatanten Rückrundenschwäche unseres geliebten Teams fliegt dieser Vorschlag im SENF-Kollektiv ohne Gegenstimme raus.

Punkte zur Saisonhälfte halbieren und multiplizieren

Die Punktehalbierung funktioniert also nicht. Die international angesehenen Wissenschaftler des SENF-Büros für angewandte Wissenschaften (SBfaW) haben die Lösung: Punkteteilungs-Multiplizierungs-Kombination. Die Punkte aus der Vorrunde werden geteilt und jeweils mit dem Tabellenrang multipliziert. Halbe Punkte werden danach aufgerundet. Die Meisterschaft der abgelaufenen Saison wäre mit diesem Modus ganz anders verlaufen. Die Meisterschaft wird im Winter somit neu gestartet, die Saison bleibt über die gesamte Länge spannend. Wann hatten wir das bisher zum letzten Mal? Unser SENF dazu: endlich mal ein vernünftiger, ernsthaft zu prüfender Vorschlag. Vor allem, da wir uns mit diesem Modus für den Europacup qualifiziert hätten.

Modus mit Zuschauerberücksichtigung

Fragt man nach Gründen, warum eine Mannschaft nicht in die Super League gehört, ist der Zuschaueraufmarsch ein vielfach hervorgebrachtes Argument. Teams wie Vaduz, Lugano, Lausanne, Thun und GC, welche pro Heimspiel im Schnitt weniger als 5’500 Zuschauer anlocken, hätten in der höchsten Schweizer Liga nichts verloren – wenn schon das lokale Interesse nur zweitklassig ist, ist es das Team offenbar auch. Dass man diese Mannschaften nicht zwangsrelegieren kann, liegt auf der Hand. Denn: Durch wen soll man sie ersetzen? Erhielt doch letzte Saison in der Challenge League einzig der FC Zürich das Gütesiegel «Publikumsmagnet», mit einem durchschnittlichen Zuschaueraufmarsch von 9’702. Mit 3’506 Zuschauern folgt Winterthur in dieser Statistik weit abgeschlagen auf Rang zwei.

Da nun Zürich aufgestiegen ist und mit Vaduz das Zuschauer-schwächste Team der abgelaufenen Saison nur noch zweitklassig spielt, sind diese Saison in der Super League sowieso schon zehn Teams mit vielen Zuschauern vertreten. Die Unterschiede der Besucherzahlen pro Team sind jedoch auch innerhalb der Super League enorm. Im Schnitt besuchten in Basel über 22’000 Zuschauer mehr die Heimspiele als in Lugano. Obwohl die Tessiner eine tolle Rückrunde gespielt haben, scheint das Interesse eher gering zu sein. Als positives Beispiel muss man hier die Ostschweiz erwähnen: Obwohl St.Gallen wie gewohnt nur äusserst bescheidene Saisonleistungen zeigte, liegt der Club in der Zuschauerstatistik nach wie vor auf Rang drei.

Die Liga spielt nun mit der Idee, im neuen Modus auch die Zuschauerzahlen zu berücksichtigen. Unentschieden sollen wie bisher einen Punkt geben, Niederlagen null und Auswärtssiege drei. Bei Heimsiegen wird jedoch neu eine Unterteilung eingeführt. So sollen Heimsiege nur noch mit drei Punkten belohnt werden, wenn das Zuschauerinteresse einen gewissen Wert übersteigt. Erste Berechnungen von Experten gehen hier von 8’000 Zuschauern oder einer Stadionauslastung von mindestens 60 Prozent aus. Wird keiner dieser beiden Werte erreicht, gibt es nur zwei Punkte für den Sieg. Mit dieser Massnahme soll sichergestellt werden, dass die Zuschauer die Partien wieder vermehrt im Stadion statt zuhause vor dem Fernseher verfolgen. «Ich gehe nicht mehr zum Spiel, ich kann ja doch nichts beeinflussen» würde nicht länger als Argument zählen, läge es doch zukünftig an jedem einzelnen Fan, ob sein Team drei oder nur zwei Punkte beim nächsten Heimspiel holt.

Geschlossene Liga

Was in Amerika funktioniert, kann eigentlich gar nicht so schlecht sein. Entgegen dem Credo des «Landes der unbegrenzten Möglichkeiten» sind die Möglichkeiten, in einer der amerikanischen Profiligen mitzuspielen, doch ziemlich begrenzt – unabhängig der Sportart. Dein Team liegt nach der Saison auf dem letzten Platz? Kein Problem, absteigen kann nämlich niemand, was vor allem den Teams auf den hinteren Tabellenplätzen Planungssicherheit verschafft. Teure Nottransfers in der Winterpause würden der Vergangenheit angehören. Will jedoch ein anderes Team auch in der obersten Spielklasse mitmischen, muss es entweder hoffen, dass die Liga aufgestockt wird. Oder man kauft einem anderen Team die Lizenz ab und die ganze Franchise zieht in eine andere Stadt um.

Um die Liga spannender zu machen taugt dieser Modus nur bedingt, war doch der Abstiegskampf in vielen vergangenen Spielzeiten vielfach das Einzige, was bis zum Schluss spannend geblieben ist. Zudem bleibt offen, nach welchen Kriterien die neue MLS (Major League Switzerland) entscheidet, wer dabei sein darf und wer nicht. Würde man Basel nicht mitspielen lassen, wäre dieser Modus natürlich ein einfaches Mittel, die Meisterschaft wieder ausgeglichen zu gestalten. Doch wer will Jahr für Jahr gegen die genau gleichen Gegner spielen? Und wer garantiert, dass die Liga nicht auf die Idee kommt, das Ganze ohne St.Gallen durchzuziehen? Diese Idee gefällt SENF gar nicht, der Vorschlag fällt durch.

Saisonstart mit Handicap

Ein Vorschlag, welcher von den kleinen Teams und YB eingebracht und forciert wird, ist das sogenannte «Anfangshandicap». Es wird vorgeschlagen, dass die Teams der Super League nicht wie bisher mit null Punkten in die Saison starten, sondern je nach Tabellenrang der vergangenen Saison mit einem bis maximal zehn. Die Höhe des Handicaps berechnet sich aufgrund der Platzierung in der abgelaufenen Saison – Basel würde so diese Saison zum Beispiel mit einem Punkt starten, St.Gallen mit sieben, der Aufsteiger mit zehn. So soll das Leistungsgefälle der Liga minimiert werden, erhoffen sich einige Vereine. Wir hingegen sind skeptisch. Neun Punkte gegenüber dem Aufsteiger holt der FC Basel dummerweise locker auf.

Kombination mit eSports

eSports ist in aller Munde. Nachdem der FC St.Gallen als erstes Team der Schweiz eine solche Abteilung eingeführt hat, haben mittlerweile diverse andere Vereine nachgezogen. eSports ist definitiv die Zukunft des Sports. Um diesem Fakt Rechnung zu tragen, will die Liga die eSports-Teams stärker im Ligabetrieb integrieren. Ein Vorschlag sieht vor, dass für die Lizenzerteilung für die beiden höchsten Spielklassen ein eSports-Team obligatorisch sein soll. Diese Teams spielen eine eigene Meisterschaft, parallel zum Spielbetrieb in der Super League. Am Ende der Saison werden die Punkte auf dem Rasen und die digitalen Punkte addiert und es wird eine Tabelle erstellt. Wer am meisten Punkte hat, darf sich Schweizer Meister nennen. eSports und richtiger Fussball sollen somit zukünftig je zu 50 Prozent gewichtet werden. Als Pionier in diesem Bereich könnte der FCSG dank dieser Änderung endlich wieder mal Erfolge feiern. Das gefällt uns, weil wir so endlich mal oben mitmischen.


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Als Medium mit vielschichtigen Interessen und einer grossen Verantwortung gegenüber der ganzen Region ist die SENF-Redaktion mehrere Stunden am Tag damit beschäftigt, sich darüber zu informieren, was in der Ostschweiz passiert. Was bewegt die Leute, welche Ängste und Sorgen haben sie und inwiefern stehen diese Sorgen im Zusammenhang mit dem FC St.Gallen?

Während der Lektüre des Toggenburger Tagblatts haben wir heute folgendes erfahren: «Im Rahmen der Aktion ‘Leuchtende Kirchen’ sollen die reformierten Kirchen in Wattwil, Lichtensteig und Krinau in grüne Farbe getaucht werden. Mit der Lichtaktion macht die Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg darauf aufmerksam, dass Kirchen das Ortsbild mitprägen. Die Kirchgemeinde stehe damit zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.» Zumindest in Wattwil scheint diese Verantwortung nicht mehr möglich zu sein. Wie die findigen Journalisten des Toggenburger Tagblatts herausgefunden haben, leuchteten die Scheinwerfer in Wattwil nur bis Montag – in der Nacht auf Dienstag wurden sie bereits gestohlen.

 

Ob dieser Dreistigkeit der Diebe haben wir natürlich zuerst einen neuen Kaffee geholt und uns während dem Gang zur Kaffemaschine gehörig aufgeregt. Bereits auf dem Rückweg zum Sitzungszimmer waren wir bereits wieder im gewohnt professionellen Kreativmodus. Was nach einer solchen Nachricht durch die Köpfe unserer Redaktoren geht zeigen wir hier gerne auf.

– Mögliche Schlagzeile: «Gestohlene Scheinwerfer, Polizei tappt im Dunkeln»

– Präsident S.H., das Geständnis: «Ich klaute einen Fluter, meine Loge war nicht die hellste.»

– Im Rahmen der Aktion ‘Leuchtende Logen’ soll die Loge von Edgar Oehler in grüne Farbe getaucht werden. Mit der Lichtaktion macht der Investor darauf aufmerksam, dass Logen das Ortsbild mitprägen. Die AFG stehe damit zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.

– Wären wir beim Blick: «LED-Trottel – 18jähriger St.Galler Ultra beleuchtet Kinderzimmer mit gestohlenem LED-Fluter. Bei einer Hausdurchsuchung wurden unter anderem 300 Glühbirnen, 50 Kilo Energiesparlampen, diverse Batterien und ein Schrank voller Kerzen sichergestellt. Zudem sind Fahnder der Dorfpolizei Toggenburg an seinem Arbeitsplatz auf mehrere Schreibtischlampen gestossen.»

– Ob in naher Zukunft das Kloster St.Gallen grün beleuchtet wird?

– Lösungsansatz für die Polizei: Am Sonntag hat St.Gallen gegen GC gewonnen. Die Polizei soll alle Wattwiler GC-Fans kontrollieren. Bestimmt hat einer von denen die grüne Kirche entdeckt und bei so viel Grün Rot gesehen.

– Leserbrief von morgen: «Die Schweiz am Abgrund: Sogar unsere Kirchen werden bestohlen.»

– Mögliche Medienmitteilung der IG Stiller: «Im Toggenburg wurde in der Nacht auf Montag die IG Dunkler gegründet. Unser Ziel: Im Stadion soll nach 17 Uhr kein Flutlicht mehr brennen dürfen.»

– Mögliche Medienmitteilung des FCSG: «Dank des grosszügigen Engagements eines Sponsors, wird es uns in Zukunft möglich sein, das gesamte Stadion grün zu beleuchten und nicht nur den kybunpark-Schriftzug. Wir bedanken uns herzlich.»

Ob der Scheinwerfer tatsächlich wieder zum Vorschein kommt, erfahren Sie wohl am ehesten, wenn sie regelmässig Zeitung lesen. Die SENF-Redaktion hat bis dann bereits andere wichtige Themen in Arbeit und kann hier deshalb nicht am Ball bleiben. Es sei denn, der FCSG wäre tatsächlich in diesen Vorfall involviert. Dann werden wir die SENF-Detektei auf den Fall ansetzen.

Bei dieser Gelegenheit eine Ankündigung in eigener Sache: Beim alljährlichen Adventskalender der Stadt St.Gallen wird SENF dieses Jahr auch mitmachen. Am 22. Dezember beleuchten wir zu diesem Zweck unser Bürohochhaus im Finanzviertel leuchtend grün. Unsere Leser sind herzlich dazu eingeladen, Teil dieses Spektakels zu sein. Den Glühwein bringen Sie bitte selber mit.


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Es ist keinen Monat her, da haben wir auf unserem Blog einen Eintrag mit dem Titel «Wir brauchen 100 Abos bis Ende Monat» veröffentlicht. Der Text erinnerte ein wenig an die Sammelaktionen, die unser geliebter FCSG Mitte Neunzigerjahre durchführte, um an die NLA-Lizenz zu kommen. Erfolgreich, denn auch in der nächsten Saison hütete Eric Pédat gegen GC und Servette das St.Galler Tor und nicht irgendein anderer in irgendeiner anderen Liga.

Wir können nachfühlen, wie sich der legendäre FCSG-Goalie gefühlt haben muss: Auch wir haben gebangt, und auch wir haben unser Ziel erreicht. Sogar noch viel mehr als das. Wir sind glücklich, wir sind erleichtert. Unser Problem war zwar nicht existentiell, aber doch da, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Jetzt hat die Ostschweiz – und nicht nur sie! – auch mit uns Solidarität gezeigt. Wir sagen Danke dafür. Danke dafür, dass ihr uns gerne lest. Danke dafür, dass ihr das auch in Zukunft tun möchtet. Danke dafür, dass ihr SENF-Leser oder SENF-Leserin bleibt. Und natürlich auch Danke dafür, dass ihr neue SENF-Leser oder SENF-Leserinnen werdet. Wir sind sicher: Ihr werdet es nicht bereuen.

Wir sind aber nicht nur glücklich und erleichtert, sondern auch überwältigt. Unser Ziel, 100 neue Abos zu erreichen, haben wir bei Weitem übertroffen. Die 100 hatten wir schon nach zwei Tagen erreicht. Bis Ende Oktober sind 208 neue Abos bei uns eingegangen. Das macht uns fast sprachlos. Es geht uns ein wenig wie den ungläubig dreinblickenden Zuschauern des unvergessenen Nebelspiels gegen Aarau im Dezember 1995: Wir bleiben nicht nur in der NLA, wir gehen sogar in die Finalrunde.

208 Abos sind schön, sehr sogar, auferlegen uns aber auch ein wenig (positiven) Druck. 208 Abos, das bedeutet: Jetzt müssen wir liefern. Jetzt ist die Reihe an uns. Jetzt sind wir gefragt, auch in Zukunft ein Magazin zu liefern, das jeder von euch – und hoffentlich noch einige mehr – gerne lesen. Ein Magazin zu liefern, das nicht ihr nicht irgendwo verstauben lässt, sondern sofort verschlingt und auch danach noch hin und wieder in die Hand nehmt.

Wir sind uns sicher, dass uns das mit der neunten Nummer gelingt. Mit dem Titelthema Espenmoos wecken wir die Erinnerungen vieler, die jahrzehntelang dort die Spiele besucht haben. Und wir wecken die Vorstellungskraft derer, die zu jung sind, um sich richtig daran zu erinnern. Wir lassen die Geschichte des schönsten Stadions der Welt nochmals aufleben, kramen in unser aller Erinnerungsschatz und provozieren Lachmuskeln und Tränendrüse. Nach der neunten Nummer feiern wir dann schon Jubiläum – auch dank euch, liebe neue und bestehende Abonnenten und Abonnentinnen, dürfen wir das überhaupt feiern. Wir sagen 208-fach Dankeschön!

Euer SENF-Kollektiv

PS: Obwohl der Oktober durch und das Ziel erreicht ist, darf der SENF natürlich auch weiterhin abonniert werden. Hier gibt’s alle Infos dazu: http://senf.sg/aboservice/