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Vom 1. bis 3. September finden bereits zum zweiten Mal die Fussballlichtspiele St.Gallen statt. Die Verantwortlichen haben heute das Programm veröffentlicht.

Fussballlichtspiele 2016

Wie bereits vor einem Jahr, als die Fussballlichtspiele St.Gallen ihre Premiere feierten, ist auch dieses Jahr SENF als Medienpartner mit von der Partie. Wir haben uns deswegen das Programm genauer angesehen und einige ausgewählte Empfehlungen zusammengestellt, was man dieses Jahr auf keinen Fall verpassen darf.

Highlights gibts auch beim zweiten Durchgang wieder einige: sowohl «Sons of Ben» wie auch «I Believe in Miracles» sind zum ersten Mal überhaupt mit deutschen Untertiteln zu sehen. Und «Zlatan – Ihr redet, ich spiele» muss man gesehen haben. Der Film zeigt – zum ersten Mal auf einer Schweizer Leinwand – rare Szenen aus den jungen Jahren von Ibrahimovic, als dieser noch nicht der ganzen Welt als Ausnahmespieler bekannt war.

Wer wie wir findet, dass man als interessierte/r Fussball-Fan oder Film-Liebhaber/in schlicht den Festival-Bändel posten und alle drei Tage das volle Programm verfolgen sollte, kann sich nachfolgend einen Programmüberblick verschaffen. An der Festivalkasse im Kino Tiffany gibts neben dem Festivalpass auch Tickets für einzelne Tage zu kaufen.

Weitere Informationen zum Festival und zu den Filmen sind unter www.fussballlichtspiele.ch zu finden.

Donnerstag, 1. September
17.30 – Türöffnung
18.45 – Eröffnung Fussballlichtspiele St.Gallen 2016
19.00 – Vi är bäst ändå / This is Söderstadion
Anschl. – Podiumsdiskussion
21:30 – Sons of Ben

Freitag, 2. September
17:00 – Türöffnung
18:00 – The Damned United
20:45 – I Believe in Miracles
23:00 – Konzert

Samstag, 3. September
13:00 – Türöffnung
14:00 – White, Blue and White
15:15 – 11mm Kurzfilmblock
17:00 – Zweikämpfer
19:45 – ZWÖLF präsentiert Fussball im TV und Film
21:00 – Den unge Zlatan / Zlatan – Ihr redet, ich spiele


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Kurz scheint sie gewesen zu sein, die Sommerpause dieses Jahr – EM sei Dank. Und so scheint es, als ob die letzte Saison erst vor gefühlten zwei Wochen zu Ende gegangen wäre, mit bitteren Folgen für das psychische Wohl der FCSG-Fans.

Es vermag kaum zu erstaunen, dass jene Saison – vor allem die grottenschlechte Rückrunde des FC St.Gallen – die Fans noch immer nicht losgelassen hat. Während man beim ersten Heimspiel gegen die Young Boys noch mit einer gewissen Hoffnung ins Stadion gegangen ist, hat spätestens das Spiel in Sion diesen kleinen Funken Optimismus so sicher gelöscht, wie St.Gallen auswärts im Stade de Suisse nie gewinnt.

Bereits nach zwei Spielen haben wir St.Galler wieder das Gefühl, ein «broken record» zu sein, eine kaputte Schallplatte: Ein Sprung in der Platte verhindert, dass der Song weitergeht und stattdessen hängen wir an der immer gleichen Stelle fest. Bereits nach zwei Spielen scheint die gewohnte Leier des sportlichen Misserfolgs fortgesetzt zu werden. Wir hören schon jetzt die zynischen Kommentare zu einer weiteren Übergangssaison und sind versucht, in diesen Kanon einzustimmen.

25. Minute: «Hey, 25 Minute gspielt und no kei Goal kassiert!»

30. Minute, die ersten SMS kommen rein: «Erschreckend schwach!!!»

38. Minute: «Da isch dä erscht Schuss ufs Goal, womer die Saison gsehnd! Mindestens eine hemmer etz fürd Statistik.»

45. Minute: «Bi SG stimmt gar nünt, nöd emol s’Matchblatt.»

70. Minute: «Minimalziel Liga-Erhalt?! I würd sägä Maximalziel!»

Dann kommt in der 76. Minute Aleksics Traumtor: «Wenigstens dur Standard-Situatione gits ä Goal. Wa meinsch, wie lang hebäds?»

90. Minute, die letzten SMS kommen rein: «:( !!!»

Obwohl uns die Situation jetzt so vertraut erscheint: Eigentlich ist sie das gar nicht. Die Hinrunde war in den letzten Jahren jeweils ganz passabel. Eigentlich sollte es doch noch bis zur Rückrunde dauern, bis wir wieder an diesem Punkt angelangt sind? So früh das Gefühl zu haben, in einem endlosen Déja-Vu zu sitzen, ist selbst für uns erstaunlich.

Sowieso scheint Zynismus einmal mehr die einzige Möglichkeit zu sein, mit der Situation irgendwie umzugehen. Oder in der vielleicht etwas hoffnungsvolleren Version: Ironie. Schliesslich hat ein französischer Lyriker vor rund 100 Jahren mal gesagt: «Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung.»

Da hilft nur eins: sich auf die bewährten Rituale, die wir im SENF #06 thematisieren, besinnen. Sich auf ebendiese Ironie und den gewohnten Schalk verlassen. Und mit Freunden die kassierte Niederlage bei einem Bier verarbeiten. Gewinnen kann jeder. Verlieren kaum einer so gut wie wir.


Dieser Beitrag erschien am 1. August 2016 beim Ostschweizer Kulturmagazin Saiten. Das SENF-Kollektiv veröffentlicht dort in der Rubrik «Am Ball» nach jedem Auswärtsspiel einen Beitrag zum Geschehen auf und neben dem Fussballplatz.


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SENF06_Cover-Vorbestellung

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wir stehen morgens meist zur gleichen Zeit auf, um dem genau gleichen Tagesablauf zu folgen: Wir gehen zur gleichen Zeit zur Arbeit, essen zur gleichen Zeit zu Mittag, arbeiten weiter und verlassen den Arbeitsplatz wieder zur gleichen Zeit.

Auch der Besuch eines Fussballspiels hat etwas Rituelles. Regelmässige Stadiongänger folgen beim Stadionbesuch ebenfalls einem gewissen Ablauf. Sei dies durch die Wahl der immer gleichen Fussball-Kluft, dem Beharren auf dem eigenen Platz im Stadion, der individuellen Verarbeitung von Niederlagen oder dem ritualisierten Feiern eines Sieges.

So sehr solche ritualisierten Handlungen zum individuellen Besuch eines Fussballspiels gehören, so sehr verengen sie mit der Zeit auch die Sicht auf den Matchtag. Mit der sechsten Ausgabe des SENF geben wir Gegensteuer. Wir haben einen Spieltag aus der Perspektive des Espenblocks und der Gegentribüne sowie von der Trainerposition am Spielfeldrand aus verfolgt.

Zudem haben wir uns mit Ottmar Hitzfeld unterhalten, Fans bei der bierseligen Niederlagenverarbeitung belauscht und uns mit dem Stadionsprecher Richard Fischbacher unterhalten. Und natürlich präsentieren wir – wie versprochen – exklusiv die Biografie von Ky-Bun Park, jenem ehemaligen südkoreanischen Nationalspieler, der seit wenigen Wochen als Namensgeber für unser Stadion fungiert.

Der Release der neusten Ausgabe findet am Samstag, 13. August, im Fanlokal statt (zur Facebook-Veranstaltung). Türöffnung ist um 19.00 Uhr, los gehts um 20.00 Uhr. Wer den SENF jetzt schon vorbestellen will, kann das hier tun.


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SENF06_Cover

Der Besuch eines Fussballspiels hat meist etwas Ritualisiertes. Man holt sich am gleichen Ort eine Wurst, trinkt ein Bier mit den gleichen Kollegen, steht im Stadion am gleichen Platz. Das birgt die Gefahr, dass die Sicht auf einen Matchtag mit der Zeit etwas verengt wird. Wir wollen dem Gegensteuer geben und haben einen Spieltag aus der Perspektive des Espenblocks und der Gegentribüne sowie von der Trainerposition am Spielfeldrand verfolgt. Zudem gibts im Interview mit Ottmar Hitzfeld Einblicke in den Traineralltag und im Gespräch mit Richard Fischbacher Infos zur Funktion des Stadionsprechers. Und wie versprochen liefern wir exklusiv die Biografie von Ky-Bun Park, dem ehemaligen südkoreanischen Nationalspieler, nach dem unser Stadion benannt ist.


HIER: SENF #06 BESTELLEN