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Wenn über Fussball diskutiert wird, wird oft auch über die Sicherheit diskutiert. So richtig Bescheid wissen viele aber nicht. Was steht in diesem «Hooligan-Konkordat»? Wie kams überhaupt dazu? Was bedeutet ein Rayonverbot? Wir gehen diesen Fragen im SENF #04 «Sicher isch sicher» nach, erklären Entwicklungen und lassen Exponenten zu Wort kommen.


HIER: SENF #04 BESTELLEN


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Das Gastspiel in Sion stellt für die Fans des FC St.Gallen traditionellerweise die längste Auswärtsfahrt der Saison dar. Dementsprechend muss der Proviant für eine solch lange Reise gut geplant werden.

Das Cateringangebot im Gastsektor der Sittener ist bekanntlich nicht das Gelbe vom Ei. Trockene Sandwiches oder eine Wurst, welche aus mehr Fett als Fleisch besteht, können einen richtigen Gourmet nicht überzeugen. Da auch aus polizeilichen Gründen ein Besuch in Constantins Raclettezelt nicht möglich ist, müssen sich die St.Galler selber helfen. Bei einer Abfahrtszeit des Extrazuges um 6.25 Uhr in St.Gallen und der Rückkehr am Abend um 21.30 Uhr bleibt jedenfalls genügend Zeit, um sich entsprechend zu verpflegen.

Raclette auf der Fahrt ins Wallis

Was beim Gang durch den Zug sofort auffällt: Die Fans sind kreativ. Besonders beliebt sind mobile Racletteöfeli, welche mit Teelichtern betrieben und daher vom Bahnpersonal toleriert werden. Darauf lässt sich so ziemlich alles zubereiten. Nebst der klassischen Variante mit Raclette, wie es sich auf einer Fahrt ins Wallis fast schon gehört, wurden auch Cipollata und Speck gesichtet. Zudem lässt sich mit diesen Öfeli auch ein Spiegelei zum Frühstück machen. Die Dinger sind ausserdem ziemlich praktisch. Mit einer Grösse von etwa 20 x 10 x 10 Zentimeter passen sie in jeden Rucksack.

Der Klassiker der schnellen Verpflegung ist das Sandwich. Unsere Meinung: Wenn Sandwich, dann selbstgemacht. Die Zutaten im Migros oder Coop sind schnell eingekauft. Dabei können die Sandwiches nach eigenem Gusto zusammengestellt werden: Salami, Schinken, Fleischkäse oder Käse? Salat, Gurken, Tomaten und Zwiebeln? Butter, Cocktailsauce oder Frischkäse? Silserbrot oder Semmeli? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Zudem ist diese Variante ziemlich kostengünstig.

Ein nicht zu verachtender Vorteil, sind doch Auswärtsfahrten mit Zug- und Eintrittsticket gerade für Lehrlinge und Studenten eine kostspielige Angelegenheit. Wer über ein grösseres Budget verfügt, kann die Sandwiches natürlich auch bei einer Bäckerei bestellen – wie eine grössere Gruppe, die am Sonntag kurzerhand einige Meterbrote mit auf die Reise nahm.

Bier zum Buurezmorge

Die frühe Abfahrtszeit erfordert auch das Verspeisen eines Frühstückes im Zug. Unser Favorit dabei: Der Buurezmorge. Zopf, Butter, Konfitüre, Fleisch, Käse und Eier bilden die Grundlage für ein reichhaltiges Frühstück. Der grosse Vorteil des Buurezmorge besteht darin, dass eigentlich nichts zubereitet werden muss, da man einfach die Zutaten mitnehmen kann, die einem belieben. Natürlich kann das Ganze mit Kaffee und Orangensaft ergänzt werden. Unsere Beobachtungen haben aber gezeigt, dass viele Zugfahrer schon zur frühen Stunde lieber zum Bier greifen.

Zur Verpflegung im Extrazug stehen also diverse Möglichkeiten zur Verfügung. Wer ein bisschen kreativ ist, kann im Zug durchaus zu kulinarischen Höhenflügen ansetzen. Und wer dann noch Lust auf ein Dessert hat, kann mit ein wenig Glück möglicherweise sogar noch ein Glacé aus der Kühlbox einer mitgereisten Gruppe abstauben.


Dieser Beitrag erschien am 28. Juli 2015 beim Ostschweizer Kulturmagazin Saiten. Das SENF-Kollektiv veröffentlicht dort in der Rubrik «Am Ball» nach jedem Auswärtsspiel einen Beitrag zum Geschehen auf und neben dem Fussballplatz.


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Für unsere zweite Ausgabe sind wir im Frühling 2014 nach Sheffield gereist um den ältesten Fussballclub der Welt zu besuchen und den Weg zu ebnen, dass der FC St.Gallen dem Club of Pioneers beitritt. Schon damals berichtete Richard Tims, der Präsident des Sheffield FC, dass der Club irgendwann an seinen ursprünglichen Spielort zurückkehren möchte. Nun wird das Anliegen konkreter.

Sheffield FC Logo

Nach der Gründung im Jahr 1857 spielte der Sheffield FC auf einem Feld in Olive Grove, mitten in Sheffield. Am eigentlichen Geburtsort des Fussballs besteht zwar auch heute noch eine Rasenfläche, zum Fussballspielen genügt diese aber längst nicht mehr. Der Sheffield FC trägt seine Heimspiele derzeit etwas ausserhalb der Stadt aus. Das soll sich ändern. Die Stadt hat bereits eingewilligt, dass der Club an seine Geburtsstätte zurückkehren kann. Doch damit fängt das Projekt erst richtig an. Als Amateurverein verfügt der Verein nicht über die Ressourcen, alle nötigen Arbeiten auszuführen. Und hier kommen Fussballfans aus aller Welt ins Spiel: Mit einer Crowdfunding-Kampagne sollen die nötigen Mittel beschafft werden. Bereits mit einem Pfund kann man einsteigen, wer tiefer in die Tasche greifen möchte, kann sich sogar einen Einsatz für den Sheffield FC sichern.

Wir finden, der Fussball hat diese Heimat verdient! Und um dir einen Einblick zu gewähren, was den Sheffield FC ausmacht, veröffentlichen wir nachfolgend den Text aus dem SENF #02 mit dem Titel «Fussballpioniere» in voller Länge.


Vor 135 Jahren wurde im Restaurant Hörnli der FC St. Gallen 1879 gegründet. Auch wenn sich die Fans in einem Lied auf den ironischen Standpunkt stellen, damit der älteste Verein der Welt zu sein, gibt es einige wenige Vereine, die noch älteren Datums sind. SENF hat sich beim tatsächlich ältesten Fussballverein der Welt, dem Sheffield FC, umgesehen.

Der Ort Sheffield hat für den englischen Fussball tragische Berühmtheit erlangt. Vor 25 Jahren ereignete sich im Hillsborough-Stadion eine der grössten Katastrophen der Fussballgeschichte. Im traditionell auf neutralem Terrain stattfindenden Halbfinale des FA-Cups trafen Nottingham Forest und Liverpool aufeinander. Das Spiel zog die Massen an, vor dem Sektor des Liverpool-Anhangs stauten sich die Menschen, sodass die überforderte Polizei ein Eingangstor öffnete. Die Fans strömten dadurch in bereits überfüllte Stadionbereiche, wodurch es zur Tragödie kam. Im Gedränge der Menschenmenge verloren 96 Fans ihr Leben, viele weitere wurden verletzt. Die Ereignisse dieses Tages hatten weitreichende Konsequenzen. Während die Verfehlungen der Polizei erst vor kurzem richterlich festgehalten wurden – unter anderem dank dem grossen Einsatz der Kampagne «Justice for the 96», die jahrelang die Fehler der Polizei aufzudecken versuchte – wurden die Fans bereits kurz nach der Tragödie bestraft. Durch verschiedene Massnahmen, wie zum Beispiel die Abschaffung der Stehplätze, verschwand die bis anhin so berüchtigte englische Stimmung.

Trotz dieser Historie ist Sheffield nach wie vor eine fussballbegeisterte Stadt. Während die besser bekannten Vereine Sheffield Wednesday und Sheffield United in der zweit- beziehungsweise dritthöchsten Liga regelmässig um die 20‘000 Zuschauer zu ihren Spielen begrüssen dürfen, spielt der Sheffield FC vor rund 200 Zuschauern in der Northern Premier League Division One South, der achthöchsten Liga. Eine Zahl, die darüber hinwegtäuscht, dass der Sheffield FC mit Gründungsjahr 1857 der älteste Fussballverein der Welt ist und somit das Spiel, das heute Millionen in seinen Bann zieht, zu grossen Teilen mitgeformt hat. Dass man dieses Erbe pflegen will, daran lässt der Präsident Richard Tims beim Besuch von SENF keinen Zweifel. Auch wenn der Verein zurzeit in einem kleinen, rund 2‘000 Fans fassenden Ground zu Hause ist und die Räumlichkeiten aus einigen zusammengestellten Containern – immerhin mit vereinseigenem Pub – bestehen: Man sieht sich als der «great-great-grandfather» aller Fussballvereine dieser Welt. Nicht zu Unrecht, wie sogar die FA, der englische Fussballverband, bestätigt. Auch wenn es, so Tims Eindruck, «denen in London lieber wäre, dass es den Sheffield FC nicht gäbe». So könnte man einem grösseren, bekannteren Verein den Stempel des ältesten Vereins aufdrücken. Sie bekämen auch immer wieder den Vorwurf zu hören, dass damals höchstens eine sehr primitive Form von Fussball gespielt wurde, sogenannter «mob football», bei dem sich zwei Teams – nicht selten ganze Stadtviertel – eher um den Ball prügelten, als darum zu spielen. Dies entbehre aber jeglicher Grundlage, meint Tims. Er belegt das unter anderem mit einem Regelbuch. Die Gründer Nathaniel Creswick und William Prest gaben so nicht nur ihrem Verein eine formelle Grundlage, sondern mangels bestehender Regeln gleich auch dem Spiel an sich. Die Ähnlichkeiten zum heutigen Spiel sind frappant. Um endgültig alle Zweifel aus dem Weg zu räumen, will Tims demnächst ein Dokument veröffentlichen, das – noch bevor die FA überhaupt gegründet wurde – festhielt, dass eine Mannschaft aus elf Spielern zu bestehen habe. Wenn es noch weiterer Argumente bedarf, um Skeptische zu überzeugen, so erzählt Richard Tims gerne vom ältesten Derby der Welt, das auch heute noch jährlich zwischen dem Sheffield FC und dem nur drei Jahre jüngeren Hallam FC stattfindet. Wenn man Tims zuhört, stellt man sich aber sowieso kaum die Frage, ob das alles stimmt. Viel eher fragt man sich, wieso dieser Verein nicht die Aufmerksamkeit geniesst, die er verdient hat. Auch beim Sheffield FC hat man sich diese Frage gestellt. Anstatt sich darüber zu beklagen, nahm man in Sheffield die Dinge aber selber in die Hand und hob den Club of Pioneers aus der Taufe. In diesem sollen in nicht allzu ferner Zukunft die jeweils ältesten Fussballvereine aller Länder vertreten sein. Die Mitgliedschaft soll jedoch nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, vielmehr soll sie ausdrücken, dass man als Mitglied die Ursprünge dieses Sports bewahren will. Um dem auch sportlich Ausdruck zu verleihen, findet regelmässig ein Pioneers Cup statt, bei dem Teams aller Pioniere mitmachen, bestehend aus Fans, ehemaligen Spielern und weiteren Persönlichkeiten. Auf Initiative und Vermittlung von SENF, mit Unterstützung des Dachverbands 1879, hat sich auch der FC St.Gallen mit dem Sheffield FC in Verbindung gesetzt und wird schon kurz nach Veröffentlichung dieser Ausgabe – am 24. September 2014 anlässlich des Heimspiels gegen den Grasshopper-Club Zürich – Vertreter des ältesten Vereins in St.Gallen begrüssen, um in den ehrwürdigen Kreis der Pioniere aufgenommen zu werden. Der FC St.Gallen wird an der Austragung des Pioneer Cups im nächsten Jahr voraussichtlich ebenfalls ein Team stellen, und SENF wird berichten.


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Am 30. Juli verleiht der SENF anlässlich des Releases der vierten Ausgabe mit dem Titel «Sicher isch sicher» erstmals den «Goldenen Schlagstock» und weitere Preise. Heute stellen wir die Nominierten vor.

Der Goldene Schlagstock

 

In der Rubrik «Goldener Schlagstock» wird jene Organisation gewürdigt, die sich in besonders bedenklicher Weise beim Thema Sicherheit rund um Fussballspiele exponiert hat. Nominiert sind die private Sicherheitsfirma Delta Security für Mitarbeiter mit zweifelhaften Facebook-Einträgen und für provokatives Auftreten in Schweizer Stadien; die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und –direktoren (KKJPD) für das «Hooligan-Konkordat», die Verschärfung davon und insbesondere zweifelhafte Begründungen, warum dieses überhaupt notwendig ist; die Kantonspolizei Aargau für ihre wiederholte Überforderung rund um Spiele des FC Aarau und vor allem für die Schliessung des Gästesektors beim Spiel FC Aarau – FC Zürich sowie die Verhaftung unzähliger friedlicher Fans anlässlich dieses Spiels; und die Kantonspolizei Luzern für ihre Taktik, anlässlich von Spielen des FC Luzerns gegen den FC St.Gallen den Bus der Gästefans auch mal hinter dem Marsch der FCL-Fans hinterherfahren zu lassen.

Den «Goldenen Käfig» gewinnt jener Club, der den schlechtesten Gästesektor aufweist. Schlechte Sicht, überforderte Ticketkontrolleure, zu wenige Eingänge: Alles haben die Fans des FCSG schon erlebt. Nominiert sind der FC Aarau für das fast schon absichtlich anmutende langsame Einlassprozedere; der FC Basel für die seit einiger Zeit neu gestaltete Eingangssituation mit Rund-um- und Über-Kopf-Gittern; der FC Sion für die Verbarrikadierung des Gästesektors und die Anstellung eines zweifelhaften Sicherheitsteams; und der FC Luzern für eine Kombination aus langsamem Einlass und absolut schlechter Sicht aufs Spielfeld.

Der Preisträger des «Goldenen Altpapiers» darf sich darüber freuen, sich besonders negativ in der Berichterstattung rund um den Fussball hervorgetan zu haben. Nominiert sind: Francesco Benini für den unsäglichen Artikel «Bis zum ersten Toten» in der NZZ am Sonntag; Fredi Kurth für seine Kolumne Gegentribüne auf tagblatt.ch, bei der er immer wieder komplette Unkenntnis über die Fans zeigt; der Blick für langjährige Hetze gegen Fussballfans; und 20Minuten insbesondere dafür, am längsten die Falschmeldung der angeblichen 3 Millionen Franken Sachschaden in Fussball-Extrazügen verbreitet zu haben.

Zum Schluss möchten wir mit dem «Goldenen Megaphon» aber auch noch jemanden prämieren, der sich besonders positiv im Diskurs rund um Fussball und seine Fans hervorgetan hat. Nominiert sind: die Zürcher Anwältin Manuela Schiller für die dutzenden von Fällen, in denen sie Fussballfans vertreten hat; der FCB-Präsident Bernhard Heusler für seine Voten, mit denen er als einer der wenigen Präsidenten Ahnung von der Materie zeigt; der FCSG-Sicherheitsverantwortliche Benni Burkart für die Entspannung an den Eingängen zu unserem Stadion; und Thomas Gander für seine jahrelange Arbeit bei der Fanarbeit Schweiz.

Sämtliche Preise werden anlässlich des Releases des SENF #04 «Sicher isch sicher» vergeben. Dieser findet am 30. Juli im Fanlokal an der Lämmlisbrunnenstrasse 7 statt. Los gehts um 20.00 Uhr, die Türen öffnen sich um 19.00 Uhr. Eintritt frei.


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Am Sonntag beginnt für den FC St.Gallen die Saison 2015/16. Die Fans können es kaum erwarten – auch, weil sie endlich Antworten auf einige brennende Fragen wollen. Auf vier dieser Baustellen gehen wir ein.

Kehrt Tranquillo Barnetta in die Ostschweiz zurück?
Zurzeit ist Barnetta in seiner Heimat. Wozu er in der Ostschweiz weilt, ist nicht ganz klar. Besucht er hier nur seine Familie und geniesst nebenbei die Vorzüge dieser wunderschönen Region? Kommt er nur zurück, um abermals seine Koffer zu packen? Oder kommt er zurück, um die Gier der St.Galler nach einer Identifikationsfigur zu stillen und einen Vertrag zu unterzeichnen?

Wir wissen es nicht. Und alle Spekulationen sind hanebüchen, solange es keine definitive Entscheidung gibt. Ebenso hanebüchen wie die Diskussionen, ob er «jetzt oder nie» zurückkehren sollte. Wir positionieren uns mit einem «später ist auch OK, aber lieber jetzt».

Wer führt die Abwehr in der neuen Saison?
In der letzten Saison war die Defensive des FCSG, gelinde gesagt, ein Hühnerhaufen. Häufig reichte ein Gegentor, um komplett den roten Faden zu verlieren. Seit Montandons verletzungsbedingtem Rücktritt wirkt die Abwehr führungslos, zumal es Besle nicht gelang, die Zügel in die Hand zu nehmen und sich zu einem Führungsspieler zu entwickeln. Der Franzose wurde gegangen und gekommen ist – keiner.

Die Lücke, die in der Innenverteidigung klafft, soll durch die jungen Gelmi und Eisenring geschlossen werden. Es ist schon etwas paradox: Da schaffen es jahrelang kaum Nachwuchsspieler ins Fanionteam und dann sollen sie gleich die Führung der Abwehr übernehmen – ohne starken Routinier an ihrer Seite. (Nicht nur) wir fragen uns: Kommt das gut?

Was dürfen wir von den Neuzugängen erwarten?
Nebst der Integration von Jungen war der FCSG auch auf dem Transfermarkt aktiv. Das grösste Fragezeichen stellt Martin Yves Angha-Lötscher dar. Der Rechtsverteidiger mit Schweizer Mutter und Vater aus dem Kongo war zuletzt bei 1860 München nur noch Reservist, lange verletzt. Er ist 21 Jahre alt und steht an einem Scheideweg in seiner Karriere. Kann er diese neu lancieren oder wird er ein ewiges Talent?

Im Mittelfeld wurde mit Alain Wiss ein Spieler geholt, der dort Staubsauger spielen, aber auch in den Abschluss gehen kann. Wiss’ Abgang nach acht Jahren tut den Luzerner Fans weh – und ihren Rivalen aus der Ostschweiz ganz gut.

Im Sturm soll Sandro Gotal Rechtsfall Karanovic ersetzen. Er bringt den Torriecher mit und spielt neu wieder nahe seinem Geburtsort Bregenz. Ob ihm das zusätzlichen Schwung verleiht? Wir sind gespannt auf die Neuen.

Welche Ziele kann der FCSG 2015/16 verfolgen?
Nach dem sensationellen dritten Rang 2012/13 sind die Ansprüche gestiegen. Dölf Frühs gebetsmühlenartig wiederholtes Ziel, sich in der Liga zu etablieren, genügt vielen nicht mehr – die Erwartungshaltung bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen «die Bodenhaftung nicht verlieren, wissen wo man herkommt» und «es ist doch nicht verboten, Ambitionen zu haben».

Wo der FCSG die nächste Saison beendet, können wir nicht voraussagen. Die Stimmung ist insgesamt nicht besonders gut, zumal man die Rückrunde komplett verpatzt hat. Aber: Man malte schon im letzten Sommer den Teufel an die Wand. Und es kam anders. Wir machen es uns deshalb einfach: Von Europacup bis Abstieg ist alles möglich.

Wie viel dem FCSG in der kommenden Saison zuzutrauen ist, müssen alle selber beurteilen. Es gibt halbvolle und halbleere Gläser, noch bevor überhaupt der Ball gerollt ist – und genau auf diesen Augenblick freuen wir uns am meisten. Darauf, ab Sonntag, 16 Uhr wieder mitfiebern, mitzittern, mitärgern und mitjubeln zu können. Und unsere Fragen zumindest teilweise beantwortet zu kriegen.


Dieser Beitrag erschien am 14. Juli 2015 beim Ostschweizer Kulturmagazin Saiten. Das SENF-Kollektiv veröffentlicht dort in der Rubrik «Am Ball» nach jedem Auswärtsspiel einen Beitrag zum Geschehen auf und neben dem Fussballplatz. In der spielfreien Zeit veröffentlicht das Kollektiv auf Saiten in loser Folge.