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In der Rubrik «Nachts an der Bar» blicken wir zurück auf eines der Highlights in der Klubgeschichte des FC St.Gallen. In der Saison 1985/1986 qualifizierte sich der FCSG für den Uefa-Cup und traf auf das grosse Inter Mailand.

Der Start in die Saison 85/86 fiel jedoch mehr als durchzogen aus. Nach dem ersten Drittel der Meisterschaft befand sich der FCSG in der unteren Hälfte der Tabelle. Insbesondere die vermeintlichen Leistungsträger befanden sich in einem Formtief. Als Braschler und Zwicker für das Länderspiel gegen Irland aufgeboten wurden, sprachen die Medien gar von einem Hohn. Die Europacupspiele gegen Inter Mailand wurden damit erst recht zum Highlight. Inters Team war gespickt mit herausragenden Spielern wie Bradi, Fanna, Altobelli sowie Tardelli, welcher später seine Karriere bei den Ostschweizern ausklingen lassen sollte. Star des Teams war jedoch die 10-Millionen-Verpflichtung Rummenigge, nach Maradona der zweitteuerste Transfer aller Zeiten bis zu jenem Zeitpunkt.

Die Freude über das Los war natürlich auch bei den Fans riesig. Zum ersten Mal wurde ein Extrazug an ein Auswärtsspiel organisiert. Extrazüge gab es bis anhin jeweils nur an den Cupfinal nach Bern. Für 125 Franken durfte man in der Holzklasse mitfahren. Wer es etwas nobler wollte, leistete sich einen gedeckten Tribünenplatz und ein 1.Klasse Ticket für den stolzen Preis von Fr. 315.-. Über 250 Fans nahmen gemeinsam die Reise auf sich. Ein Reporter des St. Galler Tagblattes begleitete die Fans und war voll des Lobes. Nur aus dem Wagen des «harten Kernes» mit den Fanclubs Super-Green, Green-Snake und Espen-Nord 84 «schrie ein Teil der Fangruppen aus dem Fenster und beschimpfte die Mannschaft von Internazionale Mailand aufs schädlichste, obwohl wir erst in Gossau Halt machten.»

In Chiasso stieg man planmässig auf die bereitstehenden Busse um. Begleitet von einem riesigen Aufgebot von Carabinieri, wurde man zum San Siro chauffiert, der ursprünglich angekündigte einstündige Aufenthalt am Mailänder Dom fiel ins Wasser. Zahlreiche Individualreisende fanden den Weg nach Mailand ebenfalls, obwohl im Vorfeld davon abgeraten wurde, weil nach dem Spiel im San Siro jeweils chaotische Zustände herrschten und der Weg zur Autobahn in der Dunkelheit von Ortsunkundigen schwer zu finden sei. Insgesamt fanden sich wohl bis zu 800 Ostschweizer im Stadion ein. Der Anblick von bewaffneten Polizisten im Stadion war jedoch für die meisten Espen neu und ein Indiz für die teilweise überbordende Heissblütigkeit der Tifosi.

FCSG-Inter Mailand


Obiger Text ist ein Ausschnitt aus einem im SENF #01 erschienen Artikel. Diese Erstausgabe kann hier bestellt werden.


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Im Ticker von SENF #01 berichten wir, wie Jeff Saibene an der Pressekonferenz nach dem Triumph in Moskau langsam realisiert, was er mit seinem Team gerade erreicht hat. «Mit einem Lächeln lehnte er sich zurück und schüttelte ungläubig den Kopf, wie diese Bilderreihenfolge zeigt. Erst der Medienchef des FCSG holte ihn zurück in die Realität, indem er Saibene auf den offenen Knopf seines Hemdes aufmerksam machte.» Das versprochene Video dazu zeigt das (etwa ab 4:40):